VW ID Buzz: Elektro-Bulli von Volkswagen wird in Serie produziert

Foto: © Volkswagen AG

VW-Bulli war gestern – wie nun offiziell bestätigt wurde, bringt Volkswagen bald den neuen VW ID Buzz in Serie auf den Markt. Denn auch ein Kleinbus kann elektrisch fahren, wie der künftige Elektro-Bus mit beeindruckender Leistung zeigt.

Ursprünglich war der Buzz nur eine Studie, um in Sachen VW-Elektroautos nicht bloß mit dem neuen e-Golf glänzen zu können. Doch schon am 16. Juni 2017 zierte ein britisches Magazin VW-Markenchef Herbert Diess: Volkswagen wolle diesen elektrischen Transporter bauen, und er solle in die Fußstapfen der legendären VW-Busse „Bulli“ T1 und T2 treten.

Jetzt offiziell: Volkswagen baut den Elektrobus VW ID Buzz ab ca. 2022
Jetzt offiziell: Volkswagen baut den Elektrobus VW ID Buzz ab ca. 2022 (Foto: © Volkswagen AG)

Und seit 19. August ist es nun offiziell: Volkswagen baut den „VW I.D. Buzz“ in Serie. Das gaben die Vorstandsvorsitzenden der Marken Volkswagen und Volkswagen Nutzfahrzeuge, Dr. Herbert Diess und Dr. Eckhard Scholz, beim Oldtimer-Wettbewerb „Concours d’Elegance“ im kalifornischen Pebble Beach bekannt.

Den Camper-Urlaub im neuen VW-Bus sollte man allerdings noch nicht sofort planen: Es dauert bis 2022, bis der elektrische Bulli-Nachfolger in Serie geht. Der Buzz soll dann aber sowohl als klassischer Bus auf den Markt kommen, der dank großem Achsenabstand viel Platz im Inneren bietet, als auch als „Buzz Cargo“ für emissionsfreien Lieferverkehr, der auch autonom fahren kann (Selbstfahrend nach Level 3).

Power und Platz beim VW ID Buzz

Natürlich sind viele technische Daten noch vorläufig und mögen sich ändern, aber vieles steht schon fest. So soll der elektrische Van mit acht Sitzplätzen bis zu 600 Kilometer Reichweite schaffen, bevor er aufgeladen werden muss. Der Ladevorgang klappt auch induktiv, und an Schnelllade-Tankstellen zeigt der Akku bereits nach einer halben Stunde wieder 80 Prozent an. Das Image vom lahmen Bulli hat der Buzz-Bus abgelegt: Keine fünf Sekunden dauert es, um den Van von 0 auf 100 km/h zu beschleunigen.

Fast fünf Meter lang und zwei Meter breit und hoch – mit diesen Maßen greift der VW ID Buzz im Kleinbusmarkt an. Der Akku liegt zwischen den Achsen, sodass vorne und hinten Platz für große Kofferräume bleiben. Bis zu 4.600 Liter Ladevolumen sind beim elektrischen Bus drin.

Viel Platz im VW I.D. Buzz Elektro-Bulli
Viel Platz im VW I.D. Buzz Elektro-Bulli (Foto: © Volkswagen AG)

Im Innenraum hat sich einiges verändert: Das gewohnte Armaturenbrett entfällt. Stattdessen werden jetzt alle wichtigen Informationen mittels Augmented Reality in das Sichtfeld des Fahrers auf die Straße projiziert – in 3D.

Wo sonst das Radio ist, wartet ein herausnehmbares Tablet. Mit ihm lässt sich von Heizung bis hin zu Musik und Navigation alles steuern. Auch das Lenkrad des Elektro-Bus hat ein Touchpad bekommen, mit dem sich zum Beispiel Blinker, Licht und Hupe auslösen lassen.

VW ID Buzz
Ein Blick auf die neuen Steuerelemente des Buzz. (Foto: © Volkswagen AG)

Viel wird der Fahrer aber in Zukunft gar nicht mehr selbst tun müssen. Denn der ID Buzz ist bereits auf das autonome Fahren ausgerichtet (Level 3). Auf Knopfdruck fährt das Lenkrad zurück und verschmilzt mit dem Armaturenbrett. Dann kann der Fahrer seinen Sitz zu den Mitreisenden drehen und dem Auto das Fahren überlassen. Dies ist in Deutschland frühestens 2025 erlaubt, bis dahin muss der Fahrer zumindest noch die Hände am Lenkrad lassen.

Vorteile und Nachteile des VW ID Buzz

Eine Spitzen-Reichweite und viele PS hat Volkswagen für den Elektro-Bulli angekündigt. Besonders bestechend ist der viele Platz, der den VW ID Buzz zum perfekten Familientransporter macht. Auch für kleine Einzelhändler eignet sich der neue Bulli-Bus perfekt, um neue Waren vom Großmarkt in das Geschäft zu bringen.

Überrascht haben die meisten Automobil-Experten die großen Fortschritte im autonomen Fahren. Denn der VW ID Buzz ist das erste Modell, bei dem das Lenkrad verschwindet und das Auto selbstständig fährt. Bis dies auch in Deutschland erlaubt ist, bleibt das Lenkrad aber noch an seinem Platz.

Wurde 2017 in Detroit gezeigt: Elektroauto VW New Bulli I.D. Buzz
Wurde 2017 in Detroit gezeigt: Elektroauto VW New Bulli I.D. Buzz (Foto © VW AG)

Damit der VW ID Buzz die versprochen hohe Reichweite schafft, ist die Höchstgeschwindigkeit auf 160 km/h begrenzt. Ein schneller Sprinter ist der Elektro-Van also nicht, doch für die Stadt und längere Strecken auf der Autobahn gleichermaßen hervorragend geeignet. Zum Laden ist eine Schnelllade-Säule in unmittelbarer Nähe zwingend notwendig. Denn an einer normalen Steckdose kann es bis zu zwei Tage dauern, ehe der VW ID Buzz vollgeladen ist.

Reichweite von 600 Kilometern

Angekündigt wurde der VW ID Buzz mit einer Reichweite von bis zu 600 Kilometern. Doch erst der Praxistest wird zeigen, wie lange der elektrische Van tatsächlich durchhält. In der Regel liegt die Reichweite von Elektroautos im Alltag ca. 20 Prozent unter den Herstellerangaben. So dürfte der Van auf etwa 475 bis 525 Kilometer Reichweite kommen. Dies ist immer abhängig vom Fahrstil, den Verkehrsverhältnissen und dem Energieverbrauch im Auto durch Heizung, Entertainment und Co. Dennoch ist die Reichweite für ein Elektroauto herausragend.

Auf den Markt kommen wird der Elektro-Bulli voraussichtlich 2022. Es basiert auf VWs neuer MEB-Plattform, auf der dann alle Elektroautos basieren sollen. Volkswagen will nach eigenem Bekunden bis 2025 Weltmarktführer in der Elektromobilität werden. Mit e-Up! und Volkswagen e-Golf (hier: VW e-Golf im Test) hat das Unternehmen bereits Elektroautos im Portfolio, die aber teils als glücklos und veraltet gelten.

Die Vorstände zwischen den zwei VW-Bus-Generationen
Die Vorstände zwischen den zwei VW-Bus-Generationen (Foto: © Volkswagen AG)

VW ID Buzz: Preis und technische Daten

  • Preis des Elektro-Bus: noch nicht bekannt
  • Leistung: 275 kW bzw. 374 PS
  • Akkukapazität: 111 kWh
  • Reichweite: ca. 600 Kilometer
  • Länge x Breite x Höhe: 4,942 x 1,976 x 1,963 Meter
  • Kofferraumvolumen: 660 bis 4.600 Liter
  • Antrieb: Allradantrieb
  • Beschleunigung 0-100 km/h: 5 s
  • Höchstgeschwindigkeit: 160 km/h
  • Marktstart: ca. ab 2022

Utopia meint: Zwischen dem ersten und diesem neuen VW-Bus liegen fast 70 Jahre. Es ist dem Konzern zu wünschen, dass das Konzept Erfolg hat und Volkswagen mit den bis 2025 geplanten 30 reinen Elektrofahrzeugen die Sünden des Diesel-Skandals vergessen machen kann.

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(7) Kommentare

  1. Ein Van für eine Generation junger Familien und Freiheitsliebende, der mit seinem Äußeren, seiner Technik (die spät kommt) ein Lebensgefühl bringen kann wie es manch einer noch aus den siebziger Jahren kannte.
    Er sieht ein bischen aus wie der Samba und suggeriert durch seinen ersten Werbeauftritt, Kopf und Bauchgefühl zusammen zubringen.
    Dieser Buzz ist Provokation und könnte ein grosses Cha cha cha werden. Wenn! er
    kommt.
    Und vielleicht wechselt so manch graue Eminenz wieder zum bunten Hemd, um sich in eine Zeit zurückversetzen in der sie sich am Glücklichsten gefühlt haben. Ein Sternengucker ein Träumer ist der Buzz.

    Meine Meinung.

  2. Das Ganze ist eine riesengroße Frechheit und erneute Schaumschlägerei der boni-gemästeten VW-Bosse!
    Dieselbe Karre – wenn sie denn je auf die Räder gestellt werden sollte – haben die Wolfsburger Flaschenhändler bereits auf den diversen Automobilsalons 2007 (also vor genau 10 Jahren!) vorgestellt und den Betrieb für 2011 – 2014 „angekündigt“!

    Wann feuert man diese unverschämten Großmäuler, die derzeit die „Geschicke“ des Konzerns bestimmen/manipulieren, endlich mal?

  3. Sie vergleichen Äpfeln mit Birnen und lassen wichtige Details weg.

    Bei der von Ihnen angesprochenen Studie handelt es sich um eine auf dem UP basierende Variante eines Mini-Vans. Hierbei handelte es sich, wie bereits erwähnt, um eine Studie und es war zudem niemals ein Elektromotor angedacht, was ja beim BUZZ die eigentliche „Neuheit“ sein wird. Die beiden „Karren“ haben nichts miteinander zu tun. Weshalb so angesäuert wegen eines Autos…?

    VW ist spät dran und derzeit nicht unbedingt sympathisch, dennoch sind Innovationen erwünscht. Wenn nicht jetzt bzw spätestens 2022, wann dann…er wird, nein er muss, kommen!

  4. Der Space-Up – so nannten die VW’ler das „Auto“ damals – war weit über das „Studien-Stadium“ raus und sollte 2011 in Serie gehen. Dies ist jederzeit im Netz nachprüfbar.
    Aber egal, allein die Tatsache, dass man VW hier schon wieder bei einer Betrügerei zu erwischen scheint, ist doch nix neues, oder?
    Also mir werden die Brüder mit Sicherheit kein Auto mehr „andrehen“ – das Vertrauen ist weg!!

  5. Ich wollt es wäre anders, aber die Wahrheit ist. Ähnlich geschickt wie bei der Konstruktion von Abgassoftware zeigt Volkswagen auch Talent bei Absichterklärungen und überfälligen Innovationen, stets verbunden mit der Bitte um Geduld. Schöne Designstudien vom Bulli gIbt es gefühlt schon seit den 80ern. VW und Fangemeinde werden erst dann aufwachen, wenn wir alle dIe Kultfahrzeuge von morgen aus Südkorea und dem Silikon Valley fahren und VW im Gestern versunken ist.

  6. Glückwunsch zu diesem Beitrag: kurz und knapp, aber völlig zutreffend!!
    Die Arbeiter am Band können einem leid tun, weil sie das Ganze in ein paar Jahren ausbaden müssen!

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