Wacholderbeere: Anbau, Verwendung und Anwendung als Hausmittel

Foto: CC0 / Pixabay / kamilaszostak1985

Wacholderbeeren runden nicht nur deftige Gerichte ab – sie sind auch gesund. Mit etwas Geduld kannst du Wacholder selbst im Garten anpflanzen und eigene Beeren ernten. Was du zu Anbau, Pflege und Ernte wissen musst, findest du in diesem Ratgeber.

Wacholder hat eine lange Tradition als Gewürz und Heilpflanze. Im Mittelalter galt er als magisches Kraut, mit dem Krankheiten und Dämonen vertrieben werden sollten. Heute kennen wir Wacholderbeeren als Gewürz in der Küche und als beliebte Zierpflanze.

Wacholder gehört zur Familie der Zypressen. Es gibt zahlreiche Wacholder-Unterarten, wie beispielsweise den Kriechwacholder oder der säulenförmige Spartan. Die Pflanzen sind sehr robust und wachsen in unterschiedlichen Klimaregionen.

Wacholderbeere: genügsam und immergrün

Wacholder ist genügsam und anpassungsfähig.
Wacholder ist genügsam und anpassungsfähig. (Foto: CC0 / Pixabay / MikeGoad)

Wacholderpflanzen sind sehr anpassungsfähig und brauchen nur wenig Wasser. Sie wachsen auf Heiden, Sand, in Steppen und sogar Halbwüsten. Da Weidetiere ihre bitteren Früchte nicht vertragen, überleben sie auch gut auf beweideten Gebieten. Vögel fressen die Früchte hingegen und scheiden Wacholdersamen unversehrt aus.

Zu den verschiedenen Arten zählen sowohl Bodendecker als auch immergrüne Sträucher und Bäume. Das macht Wacholder zu einer beliebten Zierpflanze für den eigenen Garten.

  • Kaufen: Wacholder gedeiht am besten, wenn du ihn aus Ballen ziehst. Die Pflanzenballen kannst du im Gartengeschäft deiner Region erwerben. Die Wurzeln der Ableger sind bereits lang genug, um gut in deinem Garten zu wachsen. Die Wacholderbeere aus Samen und Stecklingen zu ziehen, ist sehr aufwändig und gelingt nur selten.
  • Erntezeit: Wacholder braucht etwa zwei Jahre, um Früchte auszubilden. Die Beeren kannst du ab August ernten.
  • Verwendung: Pflanze als Bodendecker, in Hecken oder zur Zierde. Wacholderbeeren eignen sich besonders als Gewürz für deftige Gerichte. Darüber hinaus kannst du sie als Hausmittel gegen verschiedene Beschwerden einsetzen.

Wacholder pflanzen: So klappt’s

Wacholder ist zweihäusig – das bedeutet, dass du einen männlichen und einen weiblichen Strauch benötigst, damit die Pflanze Früchte trägt. Ansonsten ist Wacholder sehr pflegeleicht und gedeiht prächtig im Garten. Mit etwas Mühe und Geduld kannst du ganz leicht deine eigenen Wacholderbeeren pflanzen.

Beim Pflanzen solltest du folgendes beachten:

  • Pflanzzeit: Wenn du deinen Wacholder im Frühherbst einpflanzt, kann er die Restwärme im Boden nutzen und sich gut einwurzeln. Im Frühjahr hat er dann bereits ein festes Wurzelwerk und kann kräftig wachsen. Alternativ kannst du deinen Wacholder auch im Frühjahr pflanzen.
  • Standort: Wacholder liebt Hitze und Trockenheit. Suche ihm dafür einen halbschattigen oder sonnigen Platz.
  • Boden: Wacholder braucht keine besonderen Nährstoffe. Wichtig ist nur, dass der Boden locker und durchlässig ist. Zu viel Feuchte oder sehr nährstoffreiche Böden mag Wacholder nicht.
  • Abstand: Je nach Sorte braucht Wacholder unterschiedlich viel Platz. Wenn du mindestens 70 Zentimeter Platz zur nächsten Pflanze lässt, bist du auf der sicheren Seite.

Nach dem Pflanzen brauchst du etwas Geduld. Es kann einige Jahren dauern, bis ein weiblicher Wacholder die ersten Blüten und damit Wacholderbeeren bilden.

Wacholderbeere: Pflege der Pflanzen

Die Wacholderbeere kannst du nur von befruchteten Pflanzen ernten.
Die Wacholderbeere kannst du nur von befruchteten Pflanzen ernten. (Foto: CC0 / Pixabay / PetrFromMoravia)
  • Gießen: Junge Wacholderpflanzen solltest du regelmäßig gießen, wenn es nicht ausreichend regnet. Wenn ausreichend Wurzeln ausgebildet sind, können sich die Pflanzen selbstständig mit Wasser versorgen.
  • Düngen: Wacholder ist sehr genügsam und muss nicht unbedingt gedüngt werden. Wenn dir deine Pflanze zu schwach vorkommt, kannst du ihr etwas organischen Pflanzendünger geben.
  • Winterschutz: Wacholder ist frosthart. Ausgewachsene Pflanzen brauchen keinen speziellen Winterschutz. Um jüngere Pflanzen im Winter zu schützen, kannst du den Wurzelbereich abdecken. Dafür eignen sich Reisig oder Laub.
  • Schneiden: Um deinen Wacholder in Form zu bringen, kannst du ihn im Herbst oder Frühjahr trimmen. Schneide dafür jüngere Äste direkt an der Verzweigung ab – so kann die Pflanze wieder gut austreiben.

Schädlinge lassen Wacholder in der Regel in Ruhe. Nur in Ausnahmefällen wird er von einigen Pilzarten befallen. Befallene Stellen kannst du einfach zurückschneiden und im Hausmüll entsorgen. Die Pflanze erholt sich dann von selbst.

Wacholderbeere ernten und lagern

Die Wacholderbeeren, die wir kennen, sind eigentlich gar keine richtigen Beeren – sondern kleine Zapfen. Weibliche Wacholderpflanzen brauchen bis zu zwei Jahre, um sie auszubilden. Sie reifen nach der Befruchtung von grün zu blauschwarz.

  • Ernten: Die reifen, beerenartigen Früchte kannst du ab August ernten. Aber Vorsicht: Wacholdernadeln enthalten ätherische Öle, die deine Haut reizen können. Ernte die Beeren am besten nicht mit der Hand, sondern klopfe sie sanft mit einem Stock vom Zweig. Sammel die Beeren anschließend mit Handschuhen auf.
  • Trocknen: Damit die Beeren länger haltbar sind, kannst du sie an einem luftigen, schattigen, warmen und trockenen Ort trocknen. Nach etwa drei Wochen sind die Beeren trocken.
  • Lagern: Die getrockneten Wacholderbeeren kannst du in luftdichte Gläser umfüllen und an einem dunklen, trockenen Ort bis zur nächsten Ernte lagern.

Wacholderbeere als Gewürz und Heilkraut

Die getrockneten Beeren sind ein tolles Gewürz
Die getrockneten Beeren sind ein tolles Gewürz (Foto: CC0 / Pixabay / Iituliitu)
  • Verwendung in der Küche: Mit Wacholderbeeren rundest du besonders deftige Gerichte ab: Vor allem für verschiedene Braten und geräuchertes Fleisch oder Fisch verwendet man sie traditionell. Aber auch für vegetarische oder vegane Rezepte wie Sauerkraut oder deftige Eintöpfe sind die Beeren als Gewürz geeignet.
  • Wirkung der Heilpflanze: Wacholderbeeren helfen, Gerichte besser zu verdauen. Sie enthalten ätherisches Wacholderöl, das laut Apotheken Umschau den Verdauungstrakt entspannt und harntreibend wirkt. Außerdem regen die Beeren die Nierenfunktion an, sodass die Harnwege stärker durchgespült werden. So können etwa leichte Anzeichen einer Blasenentzündung gelindert werden. Diverse Studien deuten darauf hin, dass die Wacholderbeere und ihr ätherisches Öl antimikrobiell, antioxidativ, entzündungshemmend und antimykotisch wirkt.
  • Nebenwirkungen: Zu viel von dem ätherischen Wacholderöl soll zu Nierenschmerzen, Leberschäden oder Hautreizungen führen können. Verwende die Wacholderbeeren daher sparsam in Gerichten. Bevor du Wacholderbeeren als Arznei anwendest, solltest du dich beim Arzt oder in der Apotheke beraten lassen.

Achtung: Wenn du schwanger bist oder an einer Nierenerkrankung leidest, solltest du keine Wacholderbeeren einnehmen.

Weiterlesen auf Utopia:

Bitte lies unseren Hinweis zu Gesundheitsthemen.

Gefällt dir dieser Beitrag?

Vielen Dank für deine Stimme!

Schlagwörter:

(2) Kommentare

  1. Der rote Samenmantel (Arillus) ist als einziger Bestandteil der Eibe allerdings nicht giftig. Um Verwechselungen aber auszuschließen würde ich auch das Bild ändern.

** Links zu Bezugsquellen sind teilweise Affiliate-Links: Wenn ihr hier kauft, unterstützt ihr aktiv Utopia.de, denn wir erhalten dann einen kleinen Teil vom Verkaufserlös.