Wermutkraut: Wirkung, Anwendung und Anbau der Heilpflanze

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Wermutkraut ist ein bewährtes Hausmittel bei leichten Magen-Darm-Beschwerden. Hier erfährst du, welche Wirkstoffe die Pflanze beinhaltet und wie du sie anwendest.

Wermutkraut bei Appetitlosigkeit und Verdauungsbeschwerden

Eine Tasse Wermuttee zu den Mahlzeiten regt Appetit und Verdauung an.
Eine Tasse Wermuttee zu den Mahlzeiten regt Appetit und Verdauung an.
(Foto: CC0 / Pixabay / the5th)

Wermut ist eine nützliche Heilpflanze. Vor allem während sie blüht, enthalten die oberen Zweigspitzen viele Wirkstoffe – nämlich ätherische Öle, Monoterpene, Bitterstoffe, Flavonoide und Phenolcarbonsäuren.

Die Heilpflanze kann den Gallenfluss anregen sowie blähungstreibend und krampflösend wirken. Daher hilft sie bei folgenden Erkrankungen im Magen-Darm-Bereich:

Das Wermutkraut kannst du unter anderem als Tinktur anwenden, aber auch als Tee:

  1. Für einen Wermuttee brühst du einen Teelöffel geschnittenes Wermutkraut mit 150 Milliliter heißem Wasser auf.
  2. Lass den Tee 10 bis 15 Minuten ziehen, bevor du ihn abseihst.
  3. Trinke dreimal täglich eine Tasse des Wermuttees, um deinen Appetit anzuregen. Trinke ihn jeweils eine halbe Stunde vor und bei Verdauungsbeschwerden nach den Mahlzeiten.

Wermut anwenden: Was du beachten solltest

Teil des im Wermutkraut enthaltenen ätherischen Öls ist das Nervengift Thujon. In Absinth sorgt der Wirkstoff angeblich für eine psychoaktive Wirkung (zum Beispiel Halluzinationen). Fakt ist: Wenn du zu große Mengen an Thujon einnimmst, können Magenprobleme, Nervenschäden und psychische Erkrankungen die Folge sein. Aus diesem Grund wurde der Verkauf und Konsum von Absinth Anfang des 20. Jahrhunderts verboten. Heute ist umstritten, ob der damals hergestellte Absinth tatsächlich gefährliche Mengen an Thujon enthielt. Inzwischen ist die Spirituose wieder zugelassen, jedoch nur mit einem oberen Grenzwert für Thujon.

Wegen des enthaltenen Thujons ist es wichtig, dass du Wermutkraut nie länger als zwei Wochen verwendest und die empfohlene Dosis einhältst. Wenn du dir nicht sicher bist, wie viel Wermut du maximal einnehmen darfst, wende dich an deinen naturheilkundigen Arzt oder Heilpraktiker.

Wermut selber anbauen

Wenn du einen Garten mit viel Platz hast, kannst du Wermut auch selber anpflanzen.
Wenn du einen Garten mit viel Platz hast, kannst du Wermut auch selber anpflanzen.
(Foto: CC0 / Pixabay / congerdesign)

Pflanzen: Wenn du Wermut selber anbauen willst, brauchst du dafür eine große, sonnige Fläche. Denn ein Wermutstrauch kann bis zu 1,5 Meter hoch und sehr breit werden. Ideal ist außerdem ein trockener und leicht kalkhaltiger Boden.

Wermut kannst du sowohl über Samen als auch über Stecklinge anpflanzen:

  1. Das Heilkraut ist ein Lichtkeimer. Streue die Wermutsamen nur locker auf die Erde und drücke sie dann leicht in den Boden. Wenn du mehrere Wermutsträucher ziehen willst, achte auf einen Pflanzabstand von mindestens 25 Zentimetern. Nach einer Keimzeit von zehn bis 21 Tagen kannst du die ersten Keimblätter sehen.
  2. Ziehe Stecklinge, indem du zunächst eine zehn Zentimeter lange Zweigspitze vom oberen Teil der ausgewachsenen Wermutpflanze abschneidest. Stecke sie in die Erde. Schon nach wenigen Tagen treiben die Stecklinge Wurzeln aus.

Wichtig: Halte ausreichend Abstand zu Nachbarpflanzen. Die Wurzeln des Wermutstrauchs scheiden Substanzen aus, durch die andere Pflanzen eventuell nicht mehr so gut wachsen können.

Gießen: Wermutkraut benötigt relativ wenig Wasser. Daher musst du den Strauch nicht täglich gießen. Selbst im Sommer reicht es, wenn du den Wermut nur alle zwei Tage bewässerst. Wenn Blätter kraftlos herabhängen, braucht die Pflanze Feuchtigkeit.

Überwintern: Wermut blüht von Juli bis September. Hole die Heilpflanze im Winter nur ins Haus, wenn sie im Topf wächst. Im Boden eingepflanzter Wermut ist winterhart und braucht als Frostschutz nur etwas Laub oder Mulch.

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