Windelfrei beim Baby: So klappt es ohne Windeln

Foto: CC0 / Pixabay / jessicaerichsenkent

Windelfrei – wie geht das, fragen sich viele werdende Eltern. Wir erklären dir, wie es funktioniert, ab welchem Alter du damit beginnen kannst und was du dabei beachten solltest.

Windelfrei: Das bedeutet es konkret

Heute ist es in Europa weitgehend normal, dass Babys schon direkt nach der Geburt Windeln angezogen werden. Die meisten tragen dann solange eine Windel, bis sie ins Kindergartenalter kommen. Spannend ist daran, dass es auf anderen Kontinenten eher unüblich ist, Babys Tag und Nacht bis ins Kleinkindalter eine Windel anzuziehen. Der neue „Windelfrei“-Trend orientiert sich genau an diesen Kulturen. Es geht darum, dass ein Kind schon früh lernen kann, windelfrei zu sein.

Verschiedene Begriffe sind zu diesem Thema geläufig:

  • Wie leben-und-erziehen.de berichtet, spricht man im englischen Sprachraum von „Elimination Communication“ (Ausscheidungskommunikation).
  • Im Deutschen bezeichnet man die windelfreie Methode auch gerne mit „Abhalten„.

Bei der windelfreien Methode geht es in erster Linie nicht darum, dein Kind möglichst schnell zur Sauberkeit zu erziehen. Im Mittelpunkt steht, dass du deinem Kind bewusst Aufmerksamkeit schenkst und lernst, seine Bedürfnisse zu lesen. Denn ähnlich wie beim Hunger- oder Müdigkeitsgefühl gibt dein Baby verbale und nonverbale Signale von sich, an denen du erkennen kannst, dass es „muss“. Statt einer Windel kannst du dann dein Kind über die Toilette, das Töpfchen oder das Waschbecken halten. 

Fazit: Windelfrei ist kein Training, sondern das Erkennen von Bedürfnissen.

Darum ist das „windelfrei“-Konzept interessant

Wer die Bedürfnisse seines Babys bewusst wahrnimmt, stärkt die Eltern-Kind-Bindung.
Wer die Bedürfnisse seines Babys bewusst wahrnimmt, stärkt die Eltern-Kind-Bindung.
(Foto: CC0 / Pixabay / Gia_worldwide)

Es gibt verschiedene Gründe, warum die windelfreie Methode interessant sein kann:

  • Es ist anzunehmen, dass kaum ein Mensch gerne in seinen eigenen Ausscheidungen liegt. Die Windelfrei-Methode geht davon aus, dass auch Babys es schon als unangenehm finden, in ihren Exkreten zu liegen.
  • Je früher windelfrei geübt wird, desto eher braucht ein Baby keine Windel mehr.
  • Die windelfreie Methode will helfen, dass das Kind auf natürliche Art und Weise wahrnimmt, wann es eigentlich auf die Toilette müsste. Es lernt, seine Ausscheidungen zu bemerken und zu kontrollieren.
  • Außerdem kann die Windelfrei-Methode dabei helfen, die Bindung zwischen den Eltern und dem Kind zu stärken, da die Bezugspersonen lernen, die Bedürfnisse ihres Kindes wahrzunehmen.
  • Indem ein Baby windelfrei wird, können immense Ressourcen zur Herstellung von Windeln und tonnenweise Abfall gespart werden. Zudem hat die windelfreie Methode natürlich auch einen finanziellen Vorteil.
  • Eltern-bildung.at weist darauf hin, dass Puder und Creme bei einem windelfreien Baby komplett entfallen. Außerdem ist ein wunder Po bei einem windelfreien Baby seltener.
  • Windelfrei bedeutet nicht automatisch, dass Eltern nur zuhause sitzen müssen, um darauf zu warten, wann ihr Kind „muss“. Denn es lässt sich wie andere Bedürfnisse auch in den Alltag integrieren.

Windelfrei: Daran erkennst du, wann dein Kind „muss“

Verzieht dein Baby beispielsweise plötzlich das Gesicht, kann es ein Hinweis sein, dass es drückt.
Verzieht dein Baby beispielsweise plötzlich das Gesicht, kann es ein Hinweis sein, dass es drückt.
(Foto: CC0 / Pixabay / jennyfriedrichs)

Es gibt keinen einheitlichen Kennzeichenkatalog, um zu wissen, wann genau dein Kind ein kleines oder ein großes Geschäft verrichten muss. Du musst lernen, dein Kind zu verstehen. Aber an mehreren Indizien kannst du dich gerade bei älteren Babys orientieren:

  • Bei Jungs wird kurz vor dem Wasserlassen der Penis steif.
  • Bei einem großen Geschäft kommen Signale dazu: Blähungen, Spuckbläschen am Mund entstehen oder das Baby verzieht das Gesicht, atmet stark oder fängt plötzlich an meckern.
  • Dein Baby steht und kneift die Beine zusammen oder zappelt herum wie bei einem Tanz.
  • Dein Baby/ Kleinkind hat sich eben noch still beschäftigt. Plötzlich aber bewegt es sich wild oder es kommt in eine Starre: Du nimmst wahr, dass
    • … dein Kind auf einmal unruhig zappelt. Es will von deinem Arm oder Schoß heruntergelassen oder (wieder) hochgenommen werden.
    • … sich dein Kind zwischen seine Beine fasst.
    • … dein Kind zum Badezimmer krabbelt oder geht.
    • … sich dein Kind hinsetzt oder sein Töpfchen nimmt.

     

        Windelfrei: Der richtige Zeitpunkt

        Den richtigen Zeitpunkt, um windelfrei zu sein, gibt es nicht. Du kannst dir das selbst überlegen, wann du es ausprobieren möchtest. Manche fangen schon direkt nach der Geburt an, andere wiederum erst nach dem ersten Lebensjahr, wenn das Kind anfängt, die ersten Worte zu plappern.

        Windelfrei: So geht es konkret

        Beim Spielen oder Ausflug kann es entspannter sein, deinem Kind eine Windel anzuziehen.
        Beim Spielen oder Ausflug kann es entspannter sein, deinem Kind eine Windel anzuziehen.
        (Foto: CC0 / Pixabay / thedanw)

        Mit verschiedenen Tipps geht es wesentlich leichter, dein Kind windelfrei zu erziehen:

        • Beim Abhalten ist die Position praktisch, bei der du dein Baby mit dem Rücken vor dir hast und die Beine deines Babys knapp über dem Knie umgreifst. Diese Position hilft auch laut familie.de, dass sich Koliken und Blähungen beim Baby lösen können. Bei Jungs solltest du dich mehr nach vorne lehnen, damit das Pipi in der Toilette, im Töpfchen oder im Waschbecken landet.
        • Achte darauf, dass dein Baby praktische Kleidung trägt. Eine Hose oder spezielle „Split Pants“ mit einem Schlitz im Schritt unterstützen, schnell reagieren zu können.
        • Außerdem gibt familie.de folgenden Rat: Jedes Mal, wenn das Baby uriniert, solltest du einen bestimmten Laut von dir geben. Das Kind lernt, wenn dieser Ton ertönt, Pipi zu machen. Das kann sogar soweit führen, dass das Baby irgendwann selbst diesen Ton benutzt, um zu zeigen, wann es auf die Toilette muss.
        • So funktioniert die windelfreie Methode nachts: Generell macht dein Kind kein großes Geschäft im Tiefschlaf, sondern im wachen Zustand. Du kannst darum entweder dein Kind nachts auch abhalten, sobald es unruhig wird oder es trägt einfach eine Windel, während es schläft.
        • Du kannst die windelfreie Methode auch an deinen Alltag anpassen. Bei einem Ausflug oder in der Krippe ist es praktischer, deinem Kind vorsichtshalber die Windel anzulegen.

        Die Variante: Teilzeit-windelfrei

        Im Internet taucht im Zusammenhang mit „windelfrei“ auch ein weiterer Begriff auf, nämlich „Teilzeit-windelfrei“. Das bedeutet, dass du eine Mischform aus Windeltragen und Nicht-Windeltragen mit deinem Kind machst. Das heißt, in Momenten, in denen dein Baby konzentriert spielt oder schläft, du mit ihm unterwegs bist oder es ihm nicht so gut geht, kannst du ihm die Windel anziehen. Das kann dich und auch dein Kind ein bisschen entspannen.

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