Salzburg verbietet Einwegbecher auf Veranstaltungen

Plastik Verbot Indien Neu Delhi
Foto: CCO/ Pixabay

Salzburg will Einwegbecher verbieten – zumindest auf größeren Veranstaltungen wie Konzerten. Die Veranstaltungen dürfen nur noch Mehrweg-Becher anbieten. Auch Einweg-Teller aus Plastik sollen verschwinden.

Konzerte und Festivals ganz ohne Einwegbecher und Einweggeschirr aus Plastik – das könnte in Salzburg ab Juli 2018 Realität werden. Derzeit wird das Salzburger Abfallwirtschaftsgesetz überarbeitet, unter anderem soll es in der neuen Version ein „Mehrweggebot“ für größere Veranstaltungen beinhalten.

Statt in Einwegbechern aus Plastik dürfen die Veranstalter ihre Getränke dann nur noch in Mehrwegbechern anbieten. Schon heute sind wiederverwendbare Pfandbecher aus Hartplastik bei vielen Großveranstaltungen üblich – und sparen jede Menge unnötigen Müll.

Wie die „Salzburger Nachrichten online“ berichten, wird das Mehrweggebot für öffentliche Veranstaltungen ab 300 Personen gelten. Bei Veranstaltungen von Kirchen oder gemeinnützigen Vereinen werde die Grenze auf 600 Besucher erhöht.

Salzburger Veranstalter sollen Alternativen finden

Bei Konzerten seien Ausnahmen nur dann möglich, wenn „sicherheitspolizeiliche“ Bedenken vorliegen. Insgesamt soll das Mehrweggebot jedoch strikt gelten, auch Getränkedosen (in Österreich pfandfrei) werden von größeren Veranstaltungen verbannt. Das nimmt dabei etwas seltsame Ausmaße an: So müssen Getränke, die nur in Dosen verfügbar sind, umgefüllt werden.

Der Sinn dahinter: Die Veranstalter sollen dazu gebracht werden, sich Gedanken über Alternativen zu Einweg-Produkten zu machen.

 Salzburg will auch Einweg-Teller aus Plastik verbieten

Das neue Salzburger Abfallwirtschaftsgesetz soll auch Einweg-Plastikteller verbieten. Bei Tellern wird es jedoch kein generelles Einweg-Verbot geben, Varianten aus Pappe bleiben weiterhin erlaubt. Das Gesetz soll im Juli 2018 in Kraft treten.

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(33) Kommentare

  1. Die Kosten bezahlen dann natürlich die Konzertbesucher. Als Veranstalter würde ich einen Rabatt für jeden Besucher anbieten, der eigenes Geschirr mitbringt. Und wie das dann aussieht (Einweg oder Mehrweg) kann auch Salzburg nicht vorschreiben. Außerdem würde ich die anfallenden Mehrkosten berechnen und bei jeweiligen Preis deutlich dazuschreiben. Das nennt man Preistransparenz.

    Aber kein Konzertanbieter ist ja gezwungen, seine Konzerte innerhalb der Grenzen Salzburgs durchzuführen. Andere Städte freuen sich sicher über zu ihnen wandernde Kaufkraft.

  2. „Die Kosten bezahlen dann natürlich die Konzertbesucher.“
    Ja, und? Wobei erst mal nachzuweisen wäre, dass die Mehrkosten tatsächlich so gravierend sind. Oder findest Du es besser, wenn Folgekosten von Veranstaltungen den Kommunen und damit der Allgemeinheit angelastet werden?
    „Als Veranstalter würde ich einen Rabatt für jeden Besucher anbieten, der eigenes Geschirr mitbringt. Und wie das dann aussieht (Einweg oder Mehrweg) kann auch Salzburg nicht vorschreiben.
    Ja klar, um diesen zusätzlichen Aufwand werden sich die Veranstalter reißen, und zusätzlich zum Rabatt auch noch die Entsorgungskosten für den Müll übernehmen. Geniale Idee!
    „Aber kein Konzertanbieter ist ja gezwungen, seine Konzerte innerhalb der Grenzen Salzburgs durchzuführen.“
    Nö, aber Veranstalter haben ein Interesse daran, am dortigen Publikum zu verdienen. DIE profitieren von dessen Kaufkraft, sonst würden sie bereits jetzt dort nichts anbieten.

  3. Wenn du mit den Folgekosten, die an den Kommunen hängenbleiben, die Kosten der Müllbeseitigung meinst, so liegt es an der Kommune, diese Kosten dem Veranstalter in Rechnung zu stellen. Und ob diese Kosten dann höher oder niedriger als die Kosten für die Verwendung von Mehrweggeschirr sind, wird sich zeigen.

    Der Konzertveranstalter verdient nur, wenn er nach allen Kosten genügend Gewinn macht. Erhöht die Stadt die Kosten durch Auflagen, muss der Veranstalter die Kosten an das Publikum weitergeben. Das kann dazu führen, dass die Besucherzahlen zurückgehen. Dann wird sich der Veranstalter überlegen, alternative Veranstaltungsorte zu wählen. Und die dann wieder niedrigeren Preise locken dann auch wieder mehr Teilnehmer an – an einem anderen Ort.

  4. „Dann wird sich der Veranstalter überlegen, alternative Veranstaltungsorte zu wählen.“
    Der will seine Veranstaltungen da abhalten, wo der Markt ist. Und da bietet Salzburg nun mal mehr als Schneizlreuth. Punkt.
    „Und die dann wieder niedrigeren Preise locken dann auch wieder mehr Teilnehmer an – an einem anderen Ort.“
    Du glaubst also, dass die Besucher aus der Region Salzburg wegen meinetwegen 10 Cent Preisunterschied bei einem Bier lieber in den Bayerischen Wald fahren?
    Und vergiss nicht die nötige Infrastruktur etc. für Veranstaltungen, die auch nicht überall gegeben ist, und die erforderliche Belastbarkeit von Alternativstandorten.

  5. Ich finde, Du machst viel zu viel Gedöns wegen bestenfalls ein paar Cent hin oder her für ein Getränk. Die werden im Gesamtzusammenhang vermutlich völlig untergehen. Du kannst aber gerne Zahlen vorlegen, wie sich die Angelegenheit in der Gesamtkalkulation auswirkt.
    Meiner Meinung nach blähst Du das Thema Mehrkosten ohnehin nur auf um mit diesem Popanz wieder mal Stimmung gegen nachhaltige Maßnahmen der öffentlichen Hand zu machen.

  6. Jeder Anbieter rechnet anders, jeder hat andere Kosten. Da aber die Mehrheit der Veranstalter bisher auf Einweg gesetzt haben, war es die wirtschaftlich sinnvollere (lies: billigere) Option. Wenn es jetzt – wie viel auch immer – teurer wird, bezahlt dies des der Konzertbesucher mit seinem Geld.

    Diese kleinen Maßnahmen der Politiker addieren sich leider. Deutschland hat eine Staatsquote, die sich selbst offiziellen Zahlen zufolge streng auf die 50 % zubewegt. Das ist krank!

    Einem gut verdienenden Alleinstehenden (sagen wir mal unteres Management oder auch qualifizierter Facharbeiter mit Leitungsverantwortung z. Bsp. VW oder Daimler) bleiben heute ca. 30 % – 35 % seines Einkommens übrig, wenn man alle staatlichen Abgaben, die er zu zahlen hat, abzieht. Und jede einzelne davon, stellt nur ein paar Euro oder manchmal nur Cent dar. Aber sie addieren sich zu dieser unfassbaren Summe.

  7. Ich sehe nicht wo es mehr kostet, ganz im gegenteil. Hab Jahrelang in Gastronomie gearbeitet. Bei großen Veranstaltungen haben wir immer mehrere hundert Mehrwegbecher von der Brauerei bzw. dem Getränkelieferant geliehen. Das war teils umsonst oder hat nur wenig gekostet. Nach der Veranstaltung konnte man die einfach dreckig wieder in die Mehrwegkisten packen . Das Reinigen wurde dann Maschinell erledigt. Einwegbecher hätten gekauft werden müssen und das wäre bedeutend teuerer geworden. Diese Becher werden auch auf Konzerten, Märkten und Volksfesten verwendet. Wurden also einmal gekauft und sind ständig im einsatz.
    Und dann gibt es hier noch das Geschirrmobil das man leihen kann. Ist ein Kfz- Anhänger ( der nicht mal viel Platz braucht) in dem jede menge Geschirr und Besteck und eine Spülmaschine drin ist. Anhänger öffnen, an Wasser und Strom anschließen , Schlauch fürs Abwasser zum Gulli legen und schon kann man alles schön spülen und immer wieder nehmen. Auch viel billiger wie Einweg und kommt bei den Gästen viel besser an. Den mal ehrlich, wer hat lust auf Pappteller die durchweichen und Plastikbestecke die sich verformen und abbrechen? Das Problem mit der Entsorgung von massenhaft Müllsäcken entfällt auch. Also spart man auch noch den Containerdienst.

  8. Frag sie doch.
    Tatsache ist jedoch, dass das Mehrwegprinzip bereits vielfach angewendet wird. Und kennst Du irgendwelche Veranstalter, die deshalb Pleite gingen, oder ist dir zu Ohren gekommen, dass deshalb irgendwo das Veranstaltungsangebot zurückgegangen ist?

  9. Vermutlich fanden sie es einfacher wie sich rechtzeitig ( im Sommer teilweise 1 Jahr vorher) darum zu kümmern die Becher zu bestellen und sich um den Abtransport zu kümmern. Selbstverständlich braucht man auch Personal das in der lage ist den Pfand zu berechnen. Und natürlich muss man die zwischendurch spülen , das entfällt bei Einweg halt. Die mussten nur aufgekehrt werden. Dennoch kosten Einwegbecher jedes mal nicht wenig Geld, welches natürlich in die Getränkepreise eingerechnet ist. Der Gast zahlt also bei Einweg genauso wie bei Mehrweg.

  10. Regina81:
    Natürlich zahlen die Besucher auf jeden Fall immer alle Kosten. Da hast du vollkommen recht. Die Frage ist nur, was teurer ist.

    WernerMax:
    Meine Frage war rhetorisch. Ein Unternehmen macht, was wirtschaftlich ist – oder wird nicht sehr lange bestehen. Zumal ja jeder Anbieter ein Konzert organisieren kann, die Künstler möchten letztlich ihr Geld haben, das zählt. Und natürlich gibt es Anbieter, die schon länger auf Mehrweg setzen. Warum tun sie das? Natürlich weil sie sich dadurch einen Vorteil verhoffen. Wenn diese Hoffnung aufgeht, ist das toll. Wenn nicht, werden auch diese Anbieter bald zu einem anderen System wechseln. Letztlich setzt sich durch, was die meiste Nachfrage erzeugt.

  11. Übrigens, Steffen Brain, für „täglich Freibier“ gibt es seit Ewigkeiten eine riesige Nachfrage, durchgesetzt hat es sich noch immer nicht. Daran allein kann es also nicht liegen. :-))

  12. WernerMax:
    Ja, ich will, dass sich das durchsetzt, was die Menschen nachfragen. Nein, ich will nicht, dass irgend ein Politiker – ob gewählt oder selbsternannt – mir oder dir vorschreibt, was er zu kaufen hat.

    Ich als Verbraucher möchte für Bier nichts zahlen. Der Bierhersteller möchte gerne €1.000 pro Maß von mir. Ich bekomme kein Bier umsonst und der Hersteller findet keinen Käufer für €1.000. Aber ich kaufe die Maß für €10 und der Hersteller verkauft sie mir für den Preis. Win-Win für beide. DAS nennt man Marktwirtschaft.

  13. „Ich als Verbraucher möchte für Bier nichts zahlen“
    Das is typisch Du, aber bei Weitem nicht die einzige Sichtweise.

    Sagen wir mal so, ich möchte für Bier auch nichts zahlen, weil ich kein Bier trinke.
    Aber nehmen wir doch mal guten Honig oder guten Käse.
    Da habe ich Produzenten, bei denen ich einkaufe, schon angefleht, für ihre guten regionalen Bio-Produkte bitte mehr zu verlangen, weil ich auch MORGEN noch gute Produkte (so im Sinne von Slow Food gut sauber fair) kaufen möchte.
    Hier auf dem Land sind die guten Hofläden in den letzten Jahren ausgedünnt, weil sie nicht geschafft haben, verständlich zu machen, warum ein gutes Produkt mit hohen Logistik-Kosten (wegen kleiner Charge) seinen Preis hat.
    Ich zahle gerne mehr für ein Produkt, wenn man mir plausibel macht, wo im Prozess das Geld gebraucht wird bzw. hin fließt.
    Also verwende einfach mal Dein Hirn statt immer die gedankliche Abkürzung zu gehen, nur weil der Weg so schön ausgetreten ist.
    Dein Name ist wirklich lustig…könnte mich jeden Tag von neuem amüsieren. 😉

  14. Maria_L:
    Ich glaub, du hast mich missverstanden. Mit der Aussage, dass ich für Bier nichts bezahlen möchte, wollte ich die gegensätzlichen Interessen in der Wirtschaft verdeutlichen. Menschen wollen immer einen Vorteil erzielen durch ihr Handeln. Der Unternehmer möchte möglichst teuer verkaufen und der Kunde möglichst billig kaufen.

    Obwohl beide Gruppen etwas vollkommen Gegensätzliches (für sich aber dasselbe, nämlich ihren Vorteil) wollen, treffen sie sich irgendwann bei einem Preis, mit dem beide zufrieden sind. Das nennt sich dann Marktwirtschaft oder schlichter: Kapitalismus.

    Wer hindert dich eigentlich daran, für ein Produkt mehr zu bezahlen, als der Hersteller oder Verkäufer verlangt? Mach es doch einfach!

  15. „Mit der Aussage, dass ich für Bier nichts bezahlen möchte, wollte ich die gegensätzlichen Interessen in der Wirtschaft verdeutlichen. Menschen wollen immer einen Vorteil erzielen…“
    Sag mal, hältst Du andere eigentlich für total bescheuert? Spar dir doch einfach solche Plattitüden, auch wenn Sie dir selbst zehnmal wie eine weltbewegende neue Erkenntnis vorkommen mögen. Das ist ja nur noch peinlich.

  16. „Menschen wollen immer einen Vorteil erzielen durch ihr Handeln.“
    Ganz genau…Du bist ja doch lernfähig.
    Lassen wir den Satz doch einfach mal isoliert so stehen und vergessen daß Geschwurbel drum rum…
    Manche Menschen sehen auch einen Vorteil darin, auf kurzfristige Gewinne zu verzichten und stattdessen langfristige Strategien zum Fortbestand der Menschheit zu verfolgen.
    Man nennt das nachhaltiges Handeln.
    Dazu gehört auch, einen Preis nicht nur in blanken Euros zu betrachten, sondern sowas wie Umweltfolgekosten ect. mit zu betrachten.

  17. WernerMax:
    Ich hatte nicht dich in meiner Antwort auf Marias Beitrag angesprochen, sondern Maria. Das schrieb ich aber auch deutlich in meinen Kommentar. Erste Zeile!

    Maria_L:
    Ich gebe dir vollkommen recht. Jeder sieht auf einem anderen Gebiet einen Vorteil für sich. Aber auch der noble Spender, der viel seines Vermögens für andere gibt, tut dies nicht uneigennützig, sondern sehr eigennützig. Daran ist ja nichts falsch. Nur er tut es eben, weil er sich selbst, ganz persönlich, einen Vorteil verspricht. Er möchte ein gutes Gefühl, er möchte Anerkennung, Bewunderung, Liebe, Interesse oder was auch immer haben. Deshalb tut er das … und bewirkt unter Umständen damit ja auch sehr Positives.

  18. „Ich hatte nicht dich in meiner Antwort auf Marias Beitrag angesprochen, sondern Maria…“
    Das ist mir reichlich egal. Wenn Du in einem öffentlichen Forum schreibst, hast Du auch mit entsprechenden Antworten zu rechnen. Wenn dir das nicht passt, empfehle ich dir, die Post zu bemühen.

  19. Nun, vielleicht sollte in vielen Gegend einfach daran gearbeitet werden Mehrweg einfach und günstig zu machen. Hier hat die Brauerei schon vor über 10 Jahren unmengen von Mehrwegbechern in unterschiedlichen Größen, Stabile stapelbare Kisten in die jeweils 100 Stück gehen angeschafft, eine Reinigungsanlage und mobile Spülmaschienen in denen Becher bei großen Veranstaltungen schnell, mit wenig Personalaufwand und wenig Energie + Wasser hygenisch einwandfrei gespült werden können. Kann man für Konzerte, Straßenfeste, Kirmes, Markt etc. alles mieten. Genauso wie es früher und teils auch heute noch mit Gläsern gemacht wurde. Ich wüsste nicht wann ich hier das letzte mal Einwegbecher gesehen habe. Man sieht also das es funktioniert und teils schon völlig normal ist.

  20. Da sieht man wieder mal die regionalen unterschiede. In der Gegend von Maria werden die Hofläden weniger, hier entstehen sie seit etwa 5 Jahren erst. Vor 5 Jahren gab es noch kaum welche, jetzt kenne ich im Umkreis von etwa 10 km ( in dem es vorher glaub ich gar keinen gab) 6 davon mit unterschiedlichen Produkten und diese fangen an sich zu vernetzten und Waren die sie selbst nicht produzieren von anderen Höfen verkaufen. Das macht die Läden natürlich attraktiver, es dem Kunden einfacher und erhöht die Verkaufstage ohne zusätzliche Personalkosten. Und die bei einem anderen Thema schon angesprochene Vertrauensbasis Verkaufsweise erleichtert es auch.
    Dafür ist das Mehrweg hier halt schon völlig normal und funktioniert richtig gut.

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