ok-power

Siegel © Energievision e.V.

Das anspruchsvolle Ökostrom-Siegel von ok-power gibt es seit über 15 Jahren, fast 70 Energieversorger in Deutschland haben das Siegel.

Das ok-power-Siegel bescheinigt dem Anbieter bzw. seinem Stromtarif neben 100 Prozent Strom aus erneuerbaren Energien auch einen fairen Umgang mit Verbrauchern. Voraussetzung für die Zertifizierung ist, dass der Stromanbieter keine Anteile an Atom- und Kohlekraftanlagen besitzt und den Ausbau erneuerbarer Energien aktiv fördert. Der Ökostrom muss vollständig aus Solar-, Wasser- oder Windenergie, Biomasse oder Geothermie stammen.

Hinter dem Gütesiegel steht der gemeinnützige Verein Energievision e.V., und hinter dem Verein stehen das in Sachen Ökostrom pragmatische Freiburger Öko-Institut sowie das Forschungsinstitut HIR Hamburg Institut Research.

  • Vergeben in: Deutschland
  • Vergeben von: EnergieVision e.V
  • Kategorie: Ökostrom
  • Produkte: Ökostrom-Tarife
  • Verbreitung: gut
  • Utopia-Bewertung: sehr empfehlenswert

ok-power: Die Kriterien des Ökostrom-Siegels

Ökostrom-Siegel ok-power
Das Siegel (© ok power / EnergieVision e.V.)

Um das ok-power-Siegel zu erhalten, müssen die Stromanbieter unterschiedliche Anforderungen erfüllen:

  • Die Versorger dürfen weder Mindestmengen noch Mengenpakete anbieten; auch die Zahlung per Vorkasse ist nicht erlaubt.
  • Der Energieversorger muss außerdem die Herkunft der Stromlieferung über offizielle Zertifikate des Umweltbundesamtes belegen.
  • Der Strom muss zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien stammen.
  • Der Stromanbieter besitzt keine Anteile an Kohle-/Atomkraftwerken.
  • Der Anbieter schließt verbraucherfreundliche Verträge ab und informiert korrekt über seine Produkte.
  • Der Energieversorger fördert den Ausbau erneuerbarer Energien und meidet Geschäftsaktivitäten, die einer Energiewende entgegenstehen.

Was zunächst sehr allgemein klingt, ist im Kriterienkatalog ganz konkret festgeschrieben.

Zu den Pflichtkriterien gehören u.a.:

  • Keine Beteiligung des Energieversorgers an der Planung und dem Betrieb von Kohle- und Atomkraftwerken.
  • Verbraucherfreundliche Vertragskonditionen des zertifizierten Ökostromproduktes (keine Vorkasse, keine Mindestabnahmemenge,…).
  • Minimierung negativer ökologischer Auswirkungen der Erzeugungsanlagen.

Zu den sogenannten Wahlpflichtkriterien gehören:

  • Beitrag zur Systemintegration von erneuerbaren Energien durch die Förderung innovativer Projekte und Maßnahmen (zum Beispiel verpflichtende Investition eines Förderbetrags von 0,2 bis 0,3 ct/kWh).
  • Maßnahmen zur Energieeffizienz und -einsparung.
  • Beitrag zur Ausweitung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien über die bestehenden Kapazitäten und, soweit möglich, über die Wirkung der geltenden regulatorischen Rahmenbedingungen wie beispielsweise staatlichen Förderregelungen hinaus.

Über die Wahlpflichtkriterien bescheinigt das Siegel ok-power dem jeweils zertifizierten Produkt einen positiven Anreiz zur Förderung der Energiewende.

ok-power plus – was ist das?

Zusätzlich gibt es noch die Auszeichnung ok-power plus. Anbieter, die damit ausgezeichnet werden, führen keinen konventionellen Strom mehr.

Details im Beitrag Das Label ok-power-plus – Zusatzzeichen zum ok-power-Siegel.

Kontrollen

Jährlich müssen die Stromanbieter Nachweise sowie Plan- und Projektzahlen bei Energievision e.V. einreichen. In einer Vorschau, Zwischenbilanz und einer Rückschau wird geprüft, ob sie alle Kriterien erfüllt haben. Ein unabhängiger Gutachter untersucht jährlich, ob der Ökostrom zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien stammt. Dafür greift Energievision e.V. unter anderem auf Experten vom Fraunhofer Institut, TÜV Nord, TÜV Süd und TÜV Rheinland zurück.

Nur wenn alle Kriterien erfüllt sind, wird das Siegel verlängert – sonst drohen Sanktionen. Im schlimmsten Fall wird das Siegel sofort entzogen oder die Zertifizierung nicht verlängert. Alle drei Jahre muss sich der Energieversorger zudem einer vollständigen Überprüfung unterziehen.

Kritik

Offiziell stammt der Ökostrom mit dem ok-power-Siegel aus erneuerbaren Energien. Doch die Energieversorger dürfen sich auch über Zertifikate mit Ökostrom eindecken, so die Kritik. Dabei kauft ein Stromanbieter die Ökostrom-Zertifikate zum Beispiel vom Betreiber eines Windkraftparks. Der wiederum muss die gleiche Menge Strom dafür als Atom- oder Kohlestrom deklarieren. Problematisch hierbei ist, dass dadurch der Ausbau erneuerbarer Energien nicht gefördert wird. Denn die tatsächliche Menge an Ökostrom bleibt gleich.

Die Kriterien von ok-power schließen außerdem nicht aus, dass der Stromanbieter auch konventionellen Strom verkauft – nur am noch etwas besseren Label ok-power plus kannst du erkennen, dass dieser Anbieter ausschließlich Ökostrom vertreibt.

Das Label gibt es selbst dann, wenn der Anbieter indirekt über einen Firmenverbund mit Unternehmen verknüpft ist, die Kernkraftwerke betreiben. (In der Utopia-Bestenliste Ökostromanbieter sind solche Anbieter ausgeschlossen.)

Alternativen zum Siegel ok-power

Das Label ok-power setzt zwar hohe Maßstäbe, doch es gibt auch eine empfehlenswerte Alternative.

  • Bei Grüner Strom dürfen die Energieversorger ebenfalls keine Atom- und Braunkohlekraftwerke besitzen. Die Förderung pro Kilowattstunde liegt bei Privathaushalten mit 1 Cent/kWh deutlich höher als bei ok-power. Das Siegel wird von mehreren Naturschutzverbänden herausgegeben, darunter der BUND und NABU.

Utopia schätzt ok-power und Grüner Strom als die zwei derzeit empfehlenswertesten Ökostrom-Siegel ein.

Verfügbarkeit des Ökostrom-Siegels: gut

ok-power Gütesiegel
ok-power Gütesiegel (Siegel © Energievision e.V.)

Dem anspruchsvollen Kriterienkatalog für das Siegel ok-power sind nicht sehr viele Stromanbieter gewachsen. Nach eigenen Angaben haben etwa 70 Anbieter ihren Strom-Tarif mit diesem Siegel zertifizieren lassen. Neben einer Übersicht dieser Anbieter zeigt Energievision über einen eigenen ok-power-Tarifrechner ausschließlich zertifizierte Anbieter und hilft dir so, einen Anbieter über den Preis zu finden.

Beispiele für Stromtarife mit ok-power-Siegel:

Aber: Hat ein Energieversorger kein solches Siegel, muss der Ökostrom nicht schlecht sein. Die Kosten für die Zertifizierung und das Siegel können sich vor allem kleinere Versorger oft nicht leisten. Deshalb raten wir zu unseren Utopia-Empfehlungen für Ökostromanbieter.

Utopia-Fazit

Die mit dem ok-power-Siegel zertifizierten Stromtarife reichen weit über die herkömmlichen Standards hinaus. Jährliche Kontrollen gewährleisten, dass der Energieversorger nachhaltig in erneuerbare Energien investiert. Unabhängige Gutachter prüfen ebenfalls regelmäßig, woher der Ökostrom stammt.

Damit können wir das ok-power-Siegel für Stromtarife sehr empfehlen. Es gibt den Kunden zugleich Sicherheit, einen fairen Stromvertrag zu bekommen und nicht von Vertragsklauseln überrascht zu werden.

Wichtige Beiträge zu dem Thema auf Utopia.de:

Externe Info-Seiten:

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