ok-power

ok-power Siegel Ökostrom Teaser
Siegel © Energievision e.V.

Das anspruchsvolle Ökostrom-Siegel von ok-power gibt es seit rund 20 Jahren. Fast 80 Energieversorger in Deutschland haben das Siegel.

Das ok-power-Siegel bescheinigt dem Anbieter bzw. seinem Stromtarif neben 100 Prozent Strom aus erneuerbaren Energien auch einen fairen Umgang mit Verbrauchern. Voraussetzung für die Zertifizierung ist, dass der Stromanbieter keine Anteile an Atom- und Kohlekraftanlagen besitzt und den Ausbau erneuerbarer Energien aktiv fördert. Der Ökostrom muss vollständig aus Solar-, Wasser- oder Windenergie, Biomasse oder Geothermie stammen. Damit zählt das Siegel ok-power zu den besten Ökostrom-Labeln, an denen sich Verbraucher*innen orientieren können.

Hinter dem Gütesiegel steht der gemeinnützige Verein Energie Vision e.V., getragen vom Freiburger Öko-Institut sowie dem Forschungsinstitut HIR Hamburg Institut Research.

  • Vergeben in: Deutschland
  • Vergeben von: EnergieVision e.V
  • Kategorie: Ökostrom
  • Produkte: Ökostrom-Tarife
  • Verbreitung: gut
  • Utopia-Bewertung: sehr empfehlenswert

ok-power: Kriterien des Ökostrom-Siegels

Ökostrom-Siegel ok-power
Das Siegel (© ok power / EnergieVision e.V.)

Um das ok-power-Siegel zu erhalten, müssen die Stromanbieter hohe Anforderungen erfüllen. Diese Kriterien hat ok-power:

  • Der Strom muss zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien stammen.
  • Der Stromanbieter besitzt keine Anteile an Kohle- oder Atomkraftwerken.
  • Der Energieversorger fördert den Ausbau erneuerbarer Energien und meidet Geschäftsaktivitäten, die der Energiewende entgegenstehen.
  • Der Anbieter schließt verbraucherfreundliche Verträge ab und informiert korrekt über seine Produkte (z. B. Ausschluss von Mindestmengen, Mengenpaketen oder Vorkasse).

Was zunächst sehr allgemein klingt, ist im Kriterienkatalog ganz konkret festgeschrieben.

Zu den Pflichtkriterien, die alle Stromanbieter erfüllen müssen, gehören u.a.:

  • Keine Beteiligung des Energieversorgers an der Planung und dem Betrieb von Kohle- und Atomkraftwerken.
  • Verbraucherfreundliche Vertragskonditionen des zertifizierten Ökostromproduktes (keine Vorkasse, keine Mindestabnahmemenge,…).
  • Minimierung negativer ökologischer Auswirkungen der Erzeugungsanlagen.
  • Dazu zählen zum Beispiel, dass Solar- und Windkraftanlagen nicht in Nationalparks und Schutzgebiete gebaut werden dürfen.

Zu den sogenannten Wahlpflichtkriterien, aus denen die Stromanbieter einen bestimmten Anteil erfüllen müssen, gehören:

  • Förderung innovativer Projekte: jährlicher Förderbeitrag von 0,2 bis 0,3 Cent je Kilowattstunde für innovative Projekte und Maßnahmen, die die Energiewende qualitativ verbessern und beschleunigen.
  • Neuanlagenförderung durch Herkunftsnachweisen aus Neuanlagen und/oder Betrieb von Erneuerbare-Energien-Neuanlagen.
  • Förderung des Weiterbetriebs ehemals staatlich geförderter Anlagen.

Über die Wahlpflichtkriterien bescheinigt das Siegel ok-power dem jeweils zertifizierten Produkt einen positiven Anreiz zur Förderung der Energiewende.

Den passenden Ökostrom-Tarif findest du im Stromvergleich Ökostrom: der Ökostrom-Vergleich von Utopia

ok-power plus – was ist das?

Zusätzlich gibt es noch die Auszeichnung ok-power plus. Anbieter, die damit ausgezeichnet werden, führen keinen konventionellen Strom mehr.

Details im Beitrag Das Label ok-power-plus – Zusatzzeichen zum ok-power-Siegel.

Kontrollen

Jährlich müssen die Stromanbieter Nachweise sowie Plan- und Projektzahlen bei Energie Vision e.V. einreichen. In einer Vorschau, Zwischenbilanz und einer Rückschau wird geprüft, ob sie alle Kriterien erfüllt haben. Ein unabhängiger Gutachter untersucht jährlich, ob der Ökostrom zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien stammt. Dafür greift Energievision e.V. unter anderem auf Experten vom Fraunhofer Institut, TÜV Nord, TÜV Süd und TÜV Rheinland zurück.

Nur wenn alle Kriterien erfüllt sind, wird das Siegel verlängert – sonst drohen Sanktionen. Im schlimmsten Fall wird das Siegel sofort entzogen oder die Zertifizierung nicht verlängert. Alle drei Jahre muss sich der Energieversorger zudem einer vollständigen Überprüfung unterziehen.

Kritik

Der Ökostrom mit dem ok-power-Siegel stammt ausschließlich aus erneuerbaren Energien. Label-Online lobt es als „anspruchsvolles Label, das wesentlich zu ökologischen Verbesserungen im Bereich der Stromproduktion und des Stromhandels beiträgt“.

Der Europäische Verbraucherverband BEUC hat 2017 einen Vergleich zwischen Siegeln gemacht und lobt darin ebenfalls ok-power als eines der besten Siegel in Europa. Nur einen einzigen Kritikpunkt gibt es aus ihrer Sicht: Es gibt keine Kopplung von Herkunftsnachweisen an die physische Strommenge, die Energieversorger dürfen sich also auch über Zertifikate mit Ökostrom eindecken.

Diese Kritik trifft aber auf fast alle Ökostrom-Siegel zu und nicht ausschließlich auf ok-power. Die Alternative wäre eine Kopplung des Herkunftsnachweises an die Strommenge: Zeitgleich würde die exakte Strommenge aus bestimmten EE-Kraftwerken eingespeist, die auch verbraucht wird (bilanzielle Kopplung) oder Stromanbieter vereinbaren einen Direktbezug von Ökostrom aus einem bestimmten EE-Kraftwerk (physische Kopplung). ok-power sieht darin aber keinen ökologischen Nutzen und verzichtet daher auf eine solche Kopplung. Auch aus unserer Sicht scheint diese Kritik vernachlässigbar.

Alternativen zum Siegel ok-power

Das Label ok-power setzt hohe Maßstäbe und gilt zu Recht zu den besten Siegeln. Es gibt aber noch zwei weitere Siegel, die wir ebenfalls sehr empfehlen können:

  • Bei Grüner Strom dürfen die Energieversorger ebenfalls keine Atom- und Braunkohlekraftwerke besitzen. Die Förderung pro Kilowattstunde liegt bei bis zu 0,5 Cent/kWh und ist verpflichtend. Das Siegel wird von mehreren Naturschutzverbänden herausgegeben, darunter der BUND und NABU.
  • Neben dem Siegel ok-power gibt es noch das etwas bessere Label ok-power plus. Daran kannst du erkennen, dass dieser Anbieter ausschließlich Ökostrom vertreibt.

Utopia schätzt ok-power und Grüner Strom als die zwei derzeit empfehlenswertesten Ökostrom-Siegel ein.

Verfügbarkeit des Ökostrom-Siegels: gut

ok-power Gütesiegel
ok-power Gütesiegel (Siegel © Energievision e.V.)

Dem anspruchsvollen Kriterienkatalog für das Siegel ok-power sind nicht sehr viele Stromanbieter gewachsen. Nach eigenen Angaben bieten etwa 80 Anbieter Strom-Tarife mit diesem Siegel an. Neben einer Übersicht dieser Anbieter zeigt Energie Vision über ein eigenes ok-power-Tarifportal ausschließlich zertifizierte Anbieter und hilft dir so, einen günstigen Anbieter zu finden.

Beispiele für Stromtarife mit ok-power-Siegel:

Aber: Hat ein Energieversorger kein solches Siegel, muss der Ökostrom nicht schlecht sein. Die Kosten für die Zertifizierung und das Siegel können sich vor allem kleinere Versorger oft nicht leisten. Deshalb raten wir zu unseren Utopia-Empfehlungen für Ökostromanbieter.

Weitere Stromanbieter mit ok-power finden

Im Stromvergleich von Utopia findest du für deine Postleitzahl einen Preisvergleich von ausschliesslich solchen Ökostromtarifen, die entweder bei EcoTopTen gelistet sind oder die Siegel ok-power / ok-power plus oder Grüner Strom haben:

Utopia Logo

Ökostromtarife finden

Utopia-Fazit

Die mit dem ok-power-Siegel zertifizierten Stromtarife reichen weit über die herkömmlichen Standards hinaus. Jährliche Kontrollen gewährleisten, dass der Energieversorger nachhaltig in erneuerbare Energien investiert. Unabhängige Gutachter prüfen ebenfalls regelmäßig, woher der Ökostrom stammt.

Damit können wir das ok-power-Siegel für Stromtarife sehr empfehlen. Es gibt den Kunden zugleich Sicherheit, einen fairen Stromvertrag zu bekommen und nicht von Vertragsklauseln überrascht zu werden.

Mehr zum Thema Gütesiegel findest du hier.

Wichtige Beiträge zu dem Thema auf Utopia.de:

Externe Info-Seiten:

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