Strandurlaub im Plastikkasten: So will eine italienische Firma die Ferien in der Corona-Krise retten

Foto: © Nuova Neon Group 2

Nur noch wenige Monate und der Sommer beginnt – die Corona-Pandemie wird bis dahin wahrscheinlich nicht vorbei sein. Ein italienisches Unternehmen hat ein Konzept entwickelt, mit dem Strandurlaub und Badeausflüge trotzdem klappen sollen. Die Bilder sind absurd.

Noch ist nicht klar, ob die Menschen in Europa in diesem Sommer überhaupt verreisen können. Die weltweite Reisewarnung der Bundesregierung gilt noch bis April, womöglich wird sie verlängert. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen riet davon ab, jetzt schon Sommerurlaub zu buchen.

Das italienische Unternehmen „Nuova Neon Group 2“ will jedoch verhindern, dass Strand- und Badespaß in diesem Jahr komplett ausfällt. Es hat daher spezielle Plexiglaskästen entwickelt, die Badegäste voreinander schützen sollen.

Zwei Liegen und ein Sonnenschirm in einem Kasten

Die Idee: Auch im Sommer wird es weiterhin wichtig sein, Abstand zu halten und strengere Hygieneregeln zu beachten. Damit sich die Menschen am Strand nicht zu nah kommen, sollen sie sich in voneinander abgetrennten Bereichen aufhalten. Jeder Bereich wird mit einem quadratischen Kasten aus durchsichtigem Plexiglas – also Kunststoff – umgeben.

Coronavirus, Urlaub, Strand, Sommer, Glas, Plexiglas, Kästen
Auch ein Sonnenschirm passt in die Kästen (Foto: © Nuova Neon Group 2)

Die Kästen sind pro Seite 4,5 Meter lang und zwei Meter hoch, vorne gibt es eine Öffnung. Im Inneren haben mindestens zwei Liegen und ein Sonnenschirm Platz.

Die Plexiglaskästen sollen Schutz und Neustart sein

„Vor einer Woche haben wir versucht, uns die Rückkehr zum Strand vorzustellen“, sagt Claudio Ferrari, Inhaber von Nuova Neon Group 2, der Nachrichtenseite „La Repubblica„. „Die Idee wurde mit dem doppelten Zweck geboren, die Aktivitäten zu schützen, aber auch neu zu starten.“

Die Kästen auf den ersten Modellbildern wurden für einen Strand in der Region Riviera Romagnola konzipiert. Größe und Form lasse sich beliebig anpassen.  

Coronavirus, Urlaub, Strand, Sommer, Glas, Plexiglas, Kästen
Ein Konzeptbild der Plexiglaskästen. (Foto: © Nuova Neon Group 2)

Es gibt bereits Anfragen für die Plexiglaskästen

Nuova Neon Group 2 stellt bereits Plexiglasbarrieren für Apotheken und Banken her. Auch das Konzept von Plexiglaskästen am Strand kommt offenbar gut an: Ferrari zufolge hat das Unternehmen Anfragen von Gastronomen und Strandgänger*innen erhalten.

Utopia meint: Kann man den Strand noch genießen, wenn man von einem Kasten aus durchsichtigem Kunststoff umgeben ist? Wenn man im Wasser und am Ufer ständig darauf achten muss, zwei Meter Abstand zur nächsten Person zu halten? Und wenn die Sorge bleibt, ob nicht doch jemand am Strand mit dem Coronavirus infiziert ist – und ihn ungewollt trotz der Barrieren überträgt. Wir finden: Erst wenn die Wissenschaft Entwarnung gibt und Aktivitäten wie Strandausflüge als sicher einstuft, ist die Zeit für Strandurlaub gekommen. Dann aber richtig, ohne Plastikkästen – und am besten möglichst nachhaltig.

** Links zu Bezugsquellen sind teilweise Affiliate-Links: Wenn ihr hier kauft, unterstützt ihr aktiv Utopia.de, denn wir erhalten dann einen kleinen Teil vom Verkaufserlös.

Gefällt dir dieser Beitrag?

Vielen Dank für deine Stimme!

Schlagwörter:

(2) Kommentare

  1. Haha, und dafür soll man dann am besten das Flugzeug benutzen oder die Straßen nach Süden verstopfen? Wenn das nicht verlockend ist.
    Vor einigen Jahren wurde ich mal zu einem all inclusive Urlaub eingeladen und das war wirklich der schlimmste und langweiligste Urlaub, den ich je hatte. Wenn ich dafür mein eigenes Geld ausgegeben hätte, wäre ich vermutlich nie darüber hinweg gekommen.
    Alles war einfach nur peinlich, von den schrecklichen Animationsangeboten ganz zu schweigen.

    Ich werde nie verstehen, wieso Menschen sich dieses Sardinen-Leben im Urlaub antun und Zeit und Geld für so einen tiefen Unsinn verschwenden.