Craft-Biere überzeugen, sind aber oft mit Glyphosat belastet

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Craft-Bier ist in den letzten Jahren zu einem Trend-Getränk geworden. Viele der handwerklich gebrauten Biere aus kleinen Privat-Brauereien sind inzwischen in ganz Deutschland erhältlich. Die meisten überzeugten auch Öko-Test, nur Glyphosat fand man häufig.

Craft-Bier aus der eigenen Region, mit Bio-Hopfen oder verrückten Geschmacksrichtungen – alles ist möglich. Sogar Espresso-Bier gibt es längst und wurde von Öko-Test neben klassischen Bieren untersucht.

Die meisten Craft-Biere erfreuten den Experten-Gaumen, einigen enthielten aber auch unerwünschte Inhaltsstoffe. Der Labor-Test fand in vielen Bieren Spuren von Pestiziden wie Glyphosat. Es steht unter Verdacht, krebserregend zu sein.

In der sensorischen Bewertung gab es durchweg gute Noten, soll heißen: Craft-Bier schmeckt.

Öko-Testsieger: Drei Craft-Biere sind spitze

Wer das beste Craft-Bier trinken will, muss gleich drei verschiedene Sorten kaufen. Denn bei Öko-Test erhielten gleich drei Biersorten die Bestnote „Sehr gut“:

  • Das helle und recht starke „Ale Mania Ipa Mania“ von Biersmarck schmeckt vor allem nach Citrus und Grapefruit. Trotzdem ist es nach dem deutschen Reinheitsgebot gebraucht worden. Es enthält geringe Spuren von Glyphosat und einem weiteren Pestizid. Die geringe Menge lässt Öko-Test aber noch durchgehen.
  • Noch ein Bier der Sorte India Pale Ale schafft die Bestnote: Das „Crew Republic 7:45 Escalation“ von Crew Republic ist ein helles Gelbes, das „fruchtig-florale Aromen mit schön eingebundenen Malztönen“ enthält, so Öko-Test. Auch hier fanden die Experten im Labor nur sehr geringe Pestizid-Rückstände, darunter Glyphosat.
  • Das „Kuehnes Blondes“ von Kuehnes Kunz Rosen ist ein klassisches belgisches Wittbier, das mit Koriander- und Orange-Noten sehr schlank und erfrischend sei. Da Labor fand nur wenige Pestizid-Spuren, Glyphosat diesmal nicht.

Das „Kuehnes Blondes“ sowie das „Crew Republic 7:45 Escalation“ erhielten auch beide die höchstmögliche Punktzahl im Geschmacks-Test.

Öko-Test: auch Pils-Craft-Bier ist „Gut“

Auch mehrere Pils mussten sich dem Test stellen. Am besten schmeckte das „Lemke Bohemian Pilsner“, enthält aber etwas mehr Pestizid-Rückstände, als die Testsieger. Daher bekam das Pils nur ein „Gut“.

Fast keine Pestizide hat dagegen das Pils „Mashsee Beverly Pils“. Weil Öko-Test aber eine leichte Schwäche bei Schaum und Rezenz feststellte, erhielt es nur ein „Gut“. Wer darüber hinwegsehen kann, bekommt ein Pils nach dem deutschen Reinheitsgebot gebraut, mit blumig-fruchtigem Aroma.

Öko-Test gibt exotischem Craft-Bier eine Chance

Wer Craft-Bier braut, kann bei Biersorte und Geschmacksrichtungen selbst entscheiden. So schaffte es auch das „Carroux Caffee Espresso Ale“ in den Test und überzeugt: Das Bier enthält leckere Kaffeearomen, die mit fruchtigen, erdigen Paprika-Noten unterlegt sind, so Öko-Test und verteilt im Geschmackstest ein „Gut“. Das ist auch die Endnote, auch wenn im Labor-Test keine Pestizid-Spuren gefunden wurden.

Auch Champagner-Bier und Birkensaft-Bier erhielten ein „Gut“: Sie überzeugten im Geschmacks-Test, enthielten aber einige Pestizid-Rückstände, darunter auch Glyphosat. Deshalb reichte es am Ende nicht für die Bestnote.

Bio-Bier: Garantiert ohne Glyphosat

Immer wieder werden bei Labor-Untersuchungen Glyphosat in Bier gefunden, zum Beispiel das Umweltinstitut München 2016 (siehe Glyphosat in deutschem Bier). In der Regel sind die Mengen aber sehr gering.

Wer auf Nummer sicher gehen will, greift zu Bio-Bier. Denn hier müssen die Brauereien selber darauf achten, dass in ihrem Bier kein Glyphosat enthalten ist. Auch ein Craft-Bier mit Bio-Siegel hat Öko-Test untersucht: Im Bier „Frischer Traum“ vom Riedenburger Brauhaus waren auch tatsächlich keine Pestizide enthalten. Geschmacklich konnte das Bier aber überhaupt nicht überzeugen: Die Fruchtaromen würden von Oxidationsnoten überdeckt werden, seien bitter und etwas nachhängend, lautet das Fazit von Öko-Test.

Öko-Test Mai 2017
Öko-Test Mai 2017 (© Öko-Test)

Den ganzen Test findest du in der neuesten Ausgabe von Öko-Test (05/2017) oder online auf oekotest.de.

Die Zeitschrift „Öko-Test“ kannst du auch bei KioskPresse** bestellen.

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(3) Kommentare

  1. Craft-Biere überzeugen mich auch ohne Glyphosat nicht, weil sie nur den Nimbus und die Ausrede von Nachhaltigkeit in Restaurants erschaffen, in denen dazu Fleisch und Fleisch und Fleisch und das sonstige Übliche zum Erbrechen serviert werden.
    Nur Leitungswasser überzeugt! Stehkühlschränke raus aus der Gastronomie und auch in den meisten Single-Haushalten sehr entbehrlich.
    Die Vorratshaltung hat der Einzelhandel komplett übernommen, warum sollten wir wie in der Nachkriegszeit Essen im eigenen Haus ansammeln. Gekühltes ist für die überwiegende Mehrzahl der Menschen hier fußläufig in fünf Minuten vorhanden!

    So könnten viele Eltern sich und ihre dicken Kinder vor dem Verderben retten!

  2. Sorry, aber das ist eine absolute Null-Meldung. Jedes Bier enthält mit Alkohol einen Stoff, der nicht nur möglicherweise, sondern ganz sicher krebserregend ist, und das nicht nur in Spuren.

  3. Na und? Das ist ja sicher kein Grund, daß obendrein noch Glyphosat dabei sein muß.
    Ich würde die Grenze allerdings eher zwischen Bio- und nicht Bio-Bier ziehen, als zwischen Craft und Massen-Bier.
    Konventionelles Bier ist eigentlich immer mit Glyphosat verunreinigt.

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