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Rettet Ralph: Dieser berührende Kurzfilm zeigt die Schattenseiten von Kosmetik

Foto: Screenshot Youtube / The Humane Society of the United States

Wie sieht das Leben von Labortieren aus? In einem neuen Animationsfilm folgt ein Kamerateam dem Kaninchen Ralph – und begleitet es bei seiner „Arbeit“ als Tester für Kosmetik. Ralph versucht sein Schicksal gelassen zu nehmen, kann sein Leid aber kaum verbergen. Ein berührender Film, der Tierversuche auf eine etwas andere Art und Weise betrachtet.  

Ralph ist auf dem rechten Auge blind und mit seinem rechten Ohr hört er nur noch ein Piepsen – beides Auswirkungen von vergangenen Versuchen, die an ihm durchgeführt wurden. Trotzdem ist er eigentlich zufrieden mit seinem Job, das versucht er sich zumindest einzureden.

Über Ralph wird gerade ein Dokumentationsfilm gedreht. Er soll offenbar zeigen, dass das Leben von Versuchstieren gar nicht so schlimm ist. Die Kameras begleiten Ralph einen ganzen Tag lang, vom Frühstück zu Hause bis zum Ende seiner Schicht im Labor.

Hier der Kurzfilm „Save Ralph“ („Rettet Ralph“) auf Youtube:

Die Illusion von einem sicheren Lippenstift

Außer dem blinden Auge und dem tauben Ohr hat Ralph noch weitere Verletzungen, etwa die chemischen Verbrennungen auf seinem Rücken. „Aber es ist keine große Sache, das tut nur weh, wenn ich atme oder mich bewege oder so“, sagt Ralph beim Zähneputzen.

Auch keine große Sache ist, dass alle Familienmitglieder von Ralph ebenfalls Versuchstiere waren – und gestorben sind. „Das ist ok. Wir wurden dafür geboren, das zu tun und das macht uns Kaninchen glücklich“, sagt Ralph. Kurz danach läuft ihm eine Träne übers Gesicht.

Lange Zeit zu trauern hat er allerdings nicht. Eine Hand packt ihn von oben und trägt ihn aus seiner Wohnung ins Labor – Zeit zu arbeiten. Ralph wird mit einem Gestell am Hals fixiert und bekommt eine flüssige Substanz in sein gesundes Auge gespritzt. „Ich weiß, es schaut schlimm aus, aber so wie ich das sehe, mache ich meine Arbeit. Wenn nur ein Mensch die Illusion von einem sichereren Lippenstift oder Deodorant haben kann…“

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Ralph im Testlabor. (Foto: Screenshot Youtube / The Humane Society of the United States )

Der Kurzfilm hat prominente Stimmen

Als der Arbeitstag vorbei ist, kann Ralph seine Schmerzen nicht mehr verstecken. Er humpelt, hat Rückenschmerzen und kann nicht mehr richtig sehen. Aber noch immer versucht er, die Situation positiv zu sehen. Seine Botschaft an Menschen, die an Tieren getestete Kosmetik verwenden: „Ohne euch und Länder die Tierversuche erlauben, hätte ich keinen Job. Dann wäre ich jetzt auf der Straße. Also eigentlich nicht auf der Straße, eher auf einem Feld, denke ich.“

Produziert wurde der Animationsfilm von der Tierschutzorganisation „The Humane Society of the United States“. Das Video hat prominente Unterstützung: Der Regisseur und Oscar-Gewinner Taika Waititi spricht die Stimme von Versuchskaninchen Ralph, außerdem sind unter anderem Comedian Ricky Gervais und Schauspieler Zac Efron zu hören. „Ralph ist animiert, die Miserien, die er im Kurzfilm erlebt, sind aber nicht erfunden“, heißt es bei Youtube-Beschreibung zum Film.

So erkennst du tierversuchsfreie Kosmetik

Tierversuche
Tierversuche für Kosmetik sind in der EU verboten, aber es gibt Schlupflöcher. (Foto: CC0 / Pixabay / tiburi)

In der EU sind Tierversuche für Kosmetikprodukte schon lange verboten. Seit März 2013 sind auch Versuche für einzelne Inhaltsstoffe nicht mehr erlaubt. Trotzdem ist in Europa verkaufte Kosmetik nicht automatisch tierversuchsfrei – es gibt nämlich einige Schlupflöcher:

  • Produkte und Inhaltsstoffe, die vor März 2013 an Tieren getestet wurden, dürfen weiterhin verkauft werden.
  • Das Tierversuchsverbot gilt nur für Inhaltsstoffe, die ausschließlich in Kosmetik- und Pflegeprodukten zum Einsatz kommen. Substanzen, die auch in anderen Produkten stecken und daher unter das Chemikaliengesetz fallen, können nach wie vor an Tieren getestet werden.
  • Hersteller, die ihre Produkte auch außerhalb von Europa verkaufen, können für diese ausländischen Märkte weiter Tierversuche durchführen.

Erst kürzlich hat die Tierschutzorganisation Cruelty Free erschreckende Berichte und verdeckte Aufnahmen aus einem Tierversuchslabor in Spanien veröffentlicht. Das Labor soll unter anderem Sicherheitsanalysen für die Kosmetikindustrie durchführen. Die Einblicke sind nur schwer zu ertragen.

Wer Kosmetik ohne Tierversuche nutzen will, kann sich an Siegeln wie dem „Leaping Bunny“ oder dem „Hasen mit der schützenden Hand“ orientieren. (Mehr Infos dazu und weitere Siegel gibt es hier) Die Tierschutzorganisation Peta führt außerdem umfassende Listen mit tierversuchsfreien Kosmetikherstellern – sowohl für Marken in Deutschland als auch international. Ebenfalls frei von Tierversuchen sind außerdem diese 11 Naturkosmetikmarken.

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