Dieses Projekt sagt dem Verpackungsmüll den Kampf an

Foto © Tiffin Projekt

„Menü zwei und sieben zum Mitnehmen, bitte!“ Take-Away aus Restaurants und Imbissen ist bequem, durch die Verpackung entsteht aber eine Menge Müll. Dass sich Umweltbewusstsein und moderner Konsum nicht ausschließen müssen, zeigt die Berliner Initiative „Tiffin Projekt“.

Mehr Geschmack, weniger Müll

Wenn einen unterwegs der spontane Hunger packt, führt der Weg schnell mal zum Imbiss oder Restaurant. Wer dann Sushi oder Nudeln „to go“ ordert, der bleibt zuhause nach dem letzten Bissen meist auf einem gigantischen Berg von Verpackungsmüll sitzen.

„Just taste, no waste“ – „Nur Geschmack, kein Müll“; damit wirbt die Berliner Initiative Tiffin Projekt. Sie will ein Mehrweg-Leihsystem einführen und dafür sorgen, dass Take-Away-Lebensmittel weniger Verpackung brauchen und so dazu beitragen, die Müllberge zu verkleinern.

Mehrweg-Verpackung to go

Und so funktioniert es:

  • Kunden registrieren sich kostenlos online.
  • Mit ihrer Mitgliedskarte leihen Kunden eine sogenannte Tiffin Box bei den Partnerrestaurants.
  • Sie erhalten ihr Essen somit verpackungsfrei – und trotzdem to go.
  • Innerhalb einer Woche müssen die Mitglieder die mehrstöckigen Edelstahlboxen zurückbringen.

Man fragt sich, warum das nicht schon früher eingeführt wurde …

Mehrweg-Verpackung: Tiffin Box gefüllt mit Essen
Mehrweg-Verpackung auch für 4-Gang-Menüs (Foto © Tiffin Projekt)

Spontaner Genuss mit gutem Umweltgewissen

Nach erfolgreichem Crowdfunding und anschließender Pilotphase läuft das Projekt offiziell seit Juni 2016 in 15 teilnehmenden Restaurants in Augsburg, Oberhausen und Berlin.

Bis Ende des Jahres hoffen Projektmanagerin Anna Behrendt und ihr Team auf bis zu 50 Partner-Restaurants. Sie ist positiv gestimmt: „Alle Restaurants aus der Pilotphase sind dabeigeblieben.“ Auch die Mitglieder seien begeistert vom Konzept und froh über die Möglichkeit der Mehrweg-Ausleihe. Denn dadurch entfällt die Hürde, an eigene Behälter zu denken und sie mitzubringen.

Kein Verpackungsmüll: Tiffin Box
Take-away geht auch umweltfreundlich (Foto © Tiffin Projekt)

Eine Tiffin App ist in Arbeit

Bislang leihen die Mitglieder kostenlos aus. Nach Einführung der geplanten App soll jedoch eine tägliche Leihgebühr anfallen. Interessierte Restaurants können ab einer Mindestmenge von zehn Tiffin Boxen mitmachen und zahlen pro Box monatlich 1,50 Euro an das Projekt.

Schon ab monatlich 100 Take-Aways spart das Restaurant nicht nur Müll, sondern auch bares Geld. Schließlich sind die Tiffin Boxen mehrmals in Benutzung und die Ausgaben für Einwegverpackungen bleiben aus.

Schadstofffreier Edelstahl bei Tiffin Projekt

Das Tiffin Projekt ist eine Initiative der Eco Brotbox, die seit 2014 Dosen und Trinkflaschen aus schadstofffreiem und langlebigem Edelstahl anbietet. Die Produkte werden laut Aussage des Unternehmens unter fairen Bedingungen in einem Familienbetrieb in Südindien produziert.

Der Essentransport in den mehrstufigen Edelstahlboxen ist übrigens nicht neu: Hunderttausende Büroangestellte in Indien empfangen auf diesem Weg täglich ihr Mittagessen.

Ohne Verpackungsmüll: Tiffin Boxen des Tiffin Projektes
Edelstahl statt Plastik: Da schmeckt das Curry gleich viel besser (Foto © Tiffin Projekt)

Das Tiffin Projekt zeigt, wie man moderne Konsumgewohnheiten und Nachhaltigkeit in Einklang bringen kann. Wir können Anna nur zustimmen: „Es bedarf manchmal wenig, seine täglichen Gewohnheiten beizubehalten und trotzdem nachhaltig und umweltbewusst zu handeln.“

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(1) Kommentar

  1. Der gute alte „Henkelmann“ lässt grüßen!! 🙂 Es ist also auch hier nichts neues. Mein Vater und meine Brüder nahmen immer ihr Essen in Mehrwegbehältern mit. :)Back to the roots! Sehr gut!