„Mitgebrachte Becher sind willkommen!“: Projekt bekämpft die Coffee-To-Go-Becher

Foto: "Gorilla Coffee" Miran Rijavec unter CC BY-SA 2.0, Julia Post /Startnext

Kaffee im bequemen Coffee-To-Go-Becher gehört mittlerweile zum alltäglichen Straßenbild. Leider werden die Einwegbecher nur wenige Minuten benutzt und landen dann im Müll – oder auf der Straße. Eine junge Politikstudentin will dieses Problem mit ihrem Projekt „Coffee to go again“ bekämpfen.

Schnell ins Lieblingscafé, das Brötchen bestellt und den Kaffee zum Mitnehmen in der Hand – so oder so ähnlich dürfte der Morgen für viele Menschen hierzulande beginnen. Doch der Trend zum Coffee-To-Go-Becher verbraucht nicht nur wertvolle Ressourcen, die Einwegbecher verschmutzen auch Straßen, Plätze und Natur.

„Schluss damit!“ hat sich eine 26-jährige Politikstudentin aus München bereits letztes Jahr gedacht und mit ihrer Initiative „Coffee to go again“ und dem dafür entwickelten Logo ein Zeichen gegen diese Verschwendung gesetzt.

Schaut her, wir nehmen eure Mehrweg-Becher

Ein Logo an Cafés und Bäckereien signalisiert den Kunden, dass mitgebrachte Becher akzeptiert und willkommen sind. Laut der Initiatorin beteiligen sich bereits mehr als 200 Cafés und Bäckereien an der Aktion. Nun soll das Projekt von Julia Post in die nächste Phase gehen und noch aktiver im Bereich Vernetzung und Beratung werden.

Coffee to go again
Initiative „Coffee to go again“ gegen den Verpackungsmüll: Dieser Sticker signalisiert, dass mitgebrachte Becher willkommen sind. (© Julia Post / Coffee to go again )

Auf der Crowdfunding-Plattform Startnext sammelt die Münchnerin noch bis September dieses Jahres Geld, um Bildungsangebote gegen Coffee-To-Go-Becher zu schaffen, Flyer und Plakate zu drucken und Info-Veranstaltungen an Schulen anzubieten.

Unterstütze die Aktion gegen Coffee-To-Go-Becher von Studentin Julia bei startnext.com/coffeetogoagain.

Stündlich wandern 320.000 Coffee-To-Go-Becher über die Theke

In Deutschland werden laut der Deutschen Umwelthilfe (DUH) stündlich 320.000 Coffee-To-Go-Becher über die Ladentheke gereicht. Im Jahr sind das somit fast drei Milliarden Stück! Manchmal braucht es nur kleine Maßnahmen wie einen Sticker an der Schaufensterscheibe, um zum Umdenken und zum alternativen Handeln anzuregen. Wir hoffen, dass sich noch mehr Verkaufsstellen an der Aktion beteiligen. Frag doch auch bei deinem Lieblingsladen nach, ob er mitmachen will.

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(9) Kommentare

  1. „AUSgebechert“ – so heißt eine Aktion der Hochschule Aalen und des BUND Ostwürttemberg (unterstützt von der Stadt Aalen und der Gesellschaft im Ostalbkreis für Abfallbewirtschaftung, kurz GOA), wo auf das Problem „Coffee-to-go“-Einwegbecher in einem Faltblatt hingewiesen wird.
    „Kurze Lebensdauer und maximale Ressourcenverschwendung“ wird an Hand vieler Zahlen und Fakten belegt (so müssen jährlich 43.000 Bäume, 1,5 Milliarden Liter Wasser und 320kWh Strom für die Herstellung dieser Becher allein in Deutschland verschwendet werden!).
    Es gibt außerdem einen Link, wo die Gastronomiebetriebe genannt werden, die Mehrwegbecher auffüllen und es gibt Tipps für die Beschaffenheit und den Gebrauch von Mehrwegbechern. Ich finde, diese Aktion verdient viele Nachahmer!

  2. Auch wir, zwei Freundinnen und ich, setzen uns gegen die Ressourcenverschwendung bei Einwegbechern ein. Auf der Plattform Avaaz haben wir deshalb eine Petition gestartet, die die Abschaffung aller Coffee-to-go-Becher in europäischen Universitäten fordert. Sammeln wir mindestens 2000 Unterschriften, schicken wir die Petition an die European University Association. Die Organisation repräsentiert viele europäischen Studierendenwerke und könnte eine Richtlinie erlassen, die Ressourcenverschwendung verbietet.

    Helf uns, Müll zu vermeiden und Universitäten nachhaltiger werden zu lassen!
    Hier gehts zur Petition: https://secure.avaaz.org/en/petition/European_University_Association_Ban_disposable_coffee_cups_on_European_campuses/

  3. Bei den Soulbottles Leuten läuft im übrigen auch gerade wieder ein crowdfunding. Die erweitern ihre Produktpalette nämlich auch grade um einen Coffeetogo Becher. Aus Porzellan!

  4. Sollte man nicht eher gegen die Ausgabe dieser blöden Becher kämpfen und eine Substituierung oder Incentivierung z.B. von Keramikbechern fördern? Die Becher landen ja sofort nach Nutzung im Müll, ich sehe nicht das die Leute wegen des Logos plötzlich anfangen die Becher weiter rumzutragen. Das Ziel ist super und mein, der Weg… not so sure..

  5. Coffee to go – der Konsument hat Macht!!!
    Ich habe mich auch über die beiden für mich auf dem Arbeitsweg in Frage kommenden Bäckereien geärgert – beide wollten aus Hygienegründen meinen mitgebrachten Becher nicht befüllen. Ich habe sie dann per E-Mail angeschrieben und das Problem geschildert, inklusive einer Statistik des anfallenden Mülls sowie der Drohung, zur Becher befüllenden Konkurrenz abzuwandern. Und siehe da: die Bäckerei Döbbe (Großbäckerei mit Sitz in Mülheim an der Ruhr) hat mir direkt am nächsten Tag geantwortet, daß sie das Problem angehen werden und Umfüll-Kannen für alle Filialen bestellen werden, damit der Kaffee in mitgebrachte Gefäße umgefüllt werden kann! Bis diese Kannen geliefert werden, bekommen die Filialen die Anweisung, den Kaffee auch in trockene und saubere Frendgefäße zu füllen.
    Fazit: den Unternehmen immer die Türen einrennen mit Anregungen und Kritik!!! Manchmal hilft es tatsächlich ?

  6. Ich find das richtig gut das es jetzt so viele Aktionen zu diesem Thema gibt. Ich habe jetzt auch einen Thermobecher für unterwegs und bin damit sehr viel zufriedener als mit den elenden Pappdingern, zumal der auch noch richtig dicht ist und das Getränk nicht ausläuft.

  7. Ich nutze seit vier Jahren die KeepCup. Bin im Außendienst und habe so wirklich viel Müll gespart. Zur Zeit fällt mir auf, dass vermehrt die Verkäufer sagen „Eigentlich dürfen wir das nicht“ – also einen fremden Becher über die Theke nehmen. Da scheint es wohl ein Hygienegesetz zu geben, dass dem Mehrwegbecher im Weg ist.

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