Brandbrief: 15.000 Forscher richten eine Warnung an die Menschheit

Welt Erde Warnung Menschheit Forscher Umweltschutz
Foto: CC0 Public Domain / Pixabay

Es ist ein eindringlicher Appell: Mehr als 15.000 Forscher richten sich mit einer Warnung an die Menschheit. Es ist bereits die zweite kollektive Ermahnung – die erste Warnung sprachen Wissenschaftler vor 25 Jahren aus.

„Bald wird es zu spät für uns sein, unseren Kurs zu ändern […] und die Zeit wird knapp. Wir müssen in unserem täglichen Leben und in unseren regierenden Institutionen anerkennen, dass die Erde mit all ihrem Leben unser einziges Zuhause ist.“ – mit diesen Worten endet ein Aufruf, mit dem sich tausende Wissenschaftler an die Menschheit wenden.

In der Warnung kritisieren die Forscher den mangelnden Umweltschutz und weisen auf den Zustand der Erde hin. Insgesamt 15.364 Wissenschaftler aus 184 Ländern haben den Appell unterschrieben.

Die größten Problemfelder

Verfasst wurde der Aufruf von acht Autoren, die an namhaften Universitäten in verschiedenen Ländern arbeiten. Dass ihr Schreiben so viele Unterzeichner bekommen würde, hatten sie nicht erwartet.

Für ihre Analyse nutzten die Autoren Daten von staatlichen Behörden, Organisationen und Forschern. Die wichtigsten Aussagen des Schreibens (laut The Independent):

  • In den letzten 25 Jahren ist die Menge des pro Kopf verfügbaren Trinkwassers um 26 Prozent gesunken.
  • Die Zahl sauerstoffarmer und verschmutzter „Todeszonen“ in den Ozeanen hat um etwa 75 Prozent zugenommen.
  • Etwa 120 Millionen Hektar Wald wurden abgeholzt, hauptsächlich um Platz für Agrarland zu schaffen.
  • Der Kohlendioxid-Ausstoß und die durchschnittliche Temperatur sind weltweit gestiegen.
  • Die Zahl der Säugetiere, Reptilien, Amphibien, Fische und Vögel ist weltweit um 29 Prozent gesunken.
  • Die Bevölkerung ist um 35 Prozent gewachsen.
Pflanzenwachstum Dürre
Wasserknappheit ist in vielen Gegenden ein Problem. (Foto: CC0 Public Domain / Pixabay - jodylehigh)

Druck auf die Politik ausüben

Die Warnung der Weltforschergemeinde kommt zum Jubiläum der ersten gemeinsamen Warnung vor 25 Jahren. 1992 hatten 1700 Wissenschaftler in einem Schreiben vor drängenden Problemfeldern wie dem Klimawandel, der Waldabholzung und der schwindenden Artenvielfalt gewarnt. Seitdem hat sich nur wenig getan – „alarmierenderweise hat sich das meiste sogar verschlechtert“, heißt es in dem Aufruf.

Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass politische Maßnahmen noch etwas bewirken könnten – damit die Politik aber reagiert, müsse der öffentliche Druck auf sie erhöht werden. Wissenschaftler, einflussreiche Personen in den Medien und Bürger sollen darauf bestehen, dass ihre Regierungen handeln. Allerdings sehen die Forscher die Verantwortung nicht nur in der Politik: „Es ist auch an der Zeit, dass wir unsere individuellen Verhaltensweisen überdenken und verändern.“

Weiterlesen auf Utopia.de:

Schlagwörter:

(2) Kommentare

  1. Das geht mit der Erziehung los, geht im Kindergarten weiter und wird schließlich in der Schule verhuntzt: Das „nachhaltig-denken“. Viele (erwachsene) Menschen lassen sich davon wohl kaum abschrecken, es fehlt das Hintergrundwissen! Nichts sehen, nichts hören, nichts sagen, an sich selbst denken. So sieht es aus! Ich empfinde tiefste Traurigkeit beim Lesen dieses Artikels. Vorallem, dass die (unschuldigen) Tiere dem (zerstörenden) Menschen Platz machen muss. Ja ja, wir üben den Status des stärkeren aus. Wieso auch nicht. Die Zukunft ist denen doch egal, solange es ihnen in der Gegenwart (zu) gut geht. Ich sage: das Bildungssystem überdenken. Damit legt man schonmal den Grundstein für die nächste Generation. Mir wurde in der Schule nicht beigebracht, wie man nachhaltig lebt, sich selbst versorgen kann. Nein! Uns wurde beigebracht woraus eine Kriegsbombe besteht. Merken Sie den Fehler.

  2. In der Zeit meiner Ausbildung ( Bauzeichner im Straßenbau ) wurden mir viele Zusammenhänge bewußt, wie Abhängigkeit vom Auto, das wiederum von Straßen abhängig ist…. Der Straßen- und Wasserbau verändert ganze Landschaftsstriche….
    Waldsterben war damals ein großes Thema, von dem man kaum noch hört. Wenngleich ich bezweifle, daß es besser geworden sein soll! Tschernobyl hat den Menschen abgewöhnt, Waldbesuche für notwendig zu halten. Das Anwachsen der TV-„Landschaft“ hat ihr Übriges dazu gesteuert….
    Wer jetzt durch virtuelle Landschaften streift, kriegt davon keine Zecken, Heuschnupfen, Sonnenbrand oder Ärger wegen mangelnder Beaufsichtigung von Kindern…
    Ich denke, alles, was in dieser Gesellschaft falsch läuft, hat sich so verdichtet, daß der Versuch, es besser zu machen, einem mehr Ärger bescheren kann, als stillschweigend mit falsch zu machen, was alle anderen auch falsch machen!

** Links zu Bezugsquellen sind teilweise Affiliate-Links: Wenn ihr hier kauft, unterstützt ihr aktiv Utopia.de, denn wir erhalten dann einen kleinen Teil vom Verkaufserlös.