Nach Rassismus-Debatte: Uncle Ben’s und weitere Firma ändern ihr Logo

Bilder: © Uncle Ben's

Seit der Ermordung des Afroamerikaners George Floyd vor dreieinhalb Wochen finden in den USA Proteste gegen Rassismus statt. Die Diskussion um Rassismus wird auch in vielen Unternehmen geführt – einige von ihnen ziehen jetzt Konsequenzen.  

Schnell und unkompliziert Reis kochen, dafür ist die Uncle Ben’s bekannt. Der Reis im Kochbeutel wird in zahlreichen Ländern verkauft – nun soll die Marke ein neues Design bekommen. Der Mutterkonzern Mars reagiert damit auf die aktuellen gesellschaftlichen Debatten um Rassismus.

„Als eine globale Marke wissen wir, dass wir in der Verantwortung sind, dabei zu helfen, rassistische Vorurteile und Ungerechtigkeiten zu beenden“, erklärt Mars in einem Statement. „Wir hören die Stimmen der Konsument*innen, vor allem in der Schwarzen Community und unserer Partner weltweit und wir erkennen, dass jetzt die richtige Zeit ist, die Marke Uncle Ben’s weiterzuentwickeln.“

Nicht „Mr. Ben“ sondern „Uncle Ben“

Wie genau die Änderungen aussehen sollen, stehe noch nicht fest. Auch sei noch unklar, wann die Marke ihr neues Design bekommt. „Aber wir prüfen alle Möglichkeiten“, schreibt Mars.

Zum Logo von Uncle Ben’s gehört traditionell ein älterer Schwarzer Mann – er ist „Uncle Ben“. Die Figur repräsentiert allerdings ein rassistisches Stereotyp, schreibt die Nachrichtenseite „Atlanta Black Star„. Zur Zeit der Sklaverei und darüber hinaus galten demnach die Titel „Mr.“ und „Mrs“ (Herr und Frau) als ungeeignet für Schwarze Menschen. Weiße sprachen ältere Schwarze deswegen mit „Uncle“ oder „Aunt“ an (Onkel oder Tante) – daher der Name „Uncle Ben‘s“.

Rassistische Bilder dürfen kein Bestandteil unseres Alltags sein

Aus dem gleichen Grund ändert auch der Konzern PepsiCo das Logo der Marke „Aunt Jemima“. Aunt Jemima verkauft unter anderem Pfannkuchenmischungen und Ahornsirup – auf dem Logo ist eine Schwarze Frau zu sehen. „Wir erkennen an, dass die Ursprünge von Aunt Jemima auf einem rassistischen Stereotyp gründen“, erklärte PepsiCo.

Utopia meint: Egal ob in Filmen, Büchern oder in der Werbung: In vielen Bereichen des täglichen Lebens werden wir mit rassistischen Bildern konfrontiert – meist ohne uns dessen bewusst zu sein. Viele der Stereotype wurden während der Kolonialzeit und des Sklavenhandels bewusst konstruiert, um Schwarze Menschen zu demütigen. Die Bilder wirkten lange über diese Zeit hinaus – und sind auch heute nicht verschwunden. Dass wir ihren Hintergrund nicht mehr kennen, macht sie nicht weniger problematisch. Es ist gut, wenn sich große Konzerne mit ihrer Geschichte auseinandersetzen – und sich von zweifelhaften Designs verabschieden.

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