In Utrecht entsteht das größte Fahrrad-Parkhaus der Welt

Fahrrad-Parkhaus in Utrecht
Foto: © cu2030.nl

In der niederländischen Stadt Utrecht ist das Fahrrad als Transportmittel extrem beliebt. Um der Parkplatznot entgegenzuwirken entsteht dort nun eine riesige Tiefgarage nur für Fahrräder. Und auch die könnte bald zu klein werden.

Dass in den Niederlanden viele Menschen mit Fahrrädern unterwegs sind, ist bekannt. Statistisch gesehen besitzt jeder Niederländer ein Fahrrad – und es gibt zweimal so viele Räder wie Autos. Utrecht, die viertgrößte Stadt des Landes, gehört dabei zu den fahrradfreundlichsten.

Etwa 125.000 Fahrradfahrer sind jeden Tag in Utrecht unterwegs, das ist grob ein Drittel der Bevölkerung. Laut Stadtverwaltung werden hier 43 Prozent aller Fahrten unter 7,5 Kilometern mit dem Fahrrad zurückgelegt und circa 60 Prozent aller Fahrten ins Stadtzentrum. Im Gegensatz dazu fahren in Deutschland gerade einmal 23 Prozent der Pendler Kurzstrecken mit dem Rad.

Doch während die Fahrradwege in Utrecht gut ausgebaut sind, wird die Parkplatzsituation in der Stadt immer schwieriger. Eine riesige Parkgarage im Zentrum soll Abhilfe schaffen: In dem neuen Fahrrad-Parkhaus am Utrechter Bahnhof sollen 12.500 Räder Platz haben, verteilt auf drei Etagen.

Fahrrad-Parkhaus in Utrecht
Unter dem Bahnhof von Utrecht entsteht das größte Fahrrad-Parkhaus der Welt. (Foto: © cu2030.nl)

Das größte Fahrrad-Parkhaus der Welt

Laut Deutschlandfunk versuchen die Niederlande bereits seit einigen Jahren dem Fahrrad-Chaos Herr zu werden: Radparkplätze sollen sowohl die Massen an geparkten Fahrrädern auf Gehsteigen und Plätzen reduzieren als auch die Radbesitzer vor Diebstahl schützen. Offenbar wurde beides am Utrechter Bahnhofsplatz zu einem so großen Problem, dass sich der Bau eines ganzen Parkhauses lohnt.

Wenn sie fertig ist, wird die neue Fahrrad-Tiefgarage mit über 17.000 Quadratmetern die größte der Welt sein. Bereits heute können in der „Stationspleinstalling“ (Bahnhofsplatz-Garage) 6.000 Fahrräder parken, bis Ende 2018 sollen weitere 6.500 Platz finden. Bis zum Jahr 2020 sollen am Utrechter Bahnhof insgesamt sogar 33.000 Stellplätze entstehen.

Fahrrad-Parkhaus in Utrecht: Fahrradständer
Die „Stationspleinstalling“ soll bis Ende 2018 Platz für 12.500 Räder bieten. (Foto: © cu2030.nl)

Wie in einem Auto-Parkhaus sind die Stellplätze in der Fahrrad-Garage nummeriert und farbig markiert, an der Einfahrt zeigt ein Bildschirm an, wo Parkplätze frei sind. Einen Parkplatz teilen sich jeweils zwei Räder: Eins steht unten, eins darüber.

24 Stunden lang kann man sein Fahrrad im neuen Parkhaus kostenlos parken. Nur, wer das Rad länger dort lässt, muss zahlen – 1,25 Euro am Tag.

Zweifel, ob die Parkplätze ausreichen

Angesichts des Fahrrad-Booms in den Niederlanden gibt es bei allem Lob für das Utrechter Projekt bereits erste Zweifel, ob die Parkplätze ausreichen werden. Bei deren Planung sei der schnell steigende Bedarf nicht berücksichtigt worden, glauben Kritiker.

Fahrrad-Parkhaus in Utrecht
Auch Leih-Räder gibt es in Utrechts Fahrrad-Tiefgarage. (Foto: © cu2030.nl)

Denn alleine in den vergangenen fünf Jahren ist die Zahl derer, die Fahrten unter 7,5 Kilometern mit dem Fahrrad zurücklegen, von 40 auf 43 Prozent gestiegen. „Bis die Politiker ihre Entscheidungen getroffen haben und bis die Dinge gebaut sind, fahren noch mehr Leute mit dem Fahrrad“, sagte Martijn van Es, Sprecher der niederländischen Fahrradorganisation Fietsersbond, der britischen Zeitung The Guardian.

Fahrrad-Parkhaus in Utrecht: Baustelle
Sieht aus wie eine Parkgarage für Autos – ist aber nur für Fahrräder da. (Foto: © cu2030.nl)

Utopia meint: In vielen europäischen Städten ist Fahrradfahren nach wie vor lebensgefährlich und daran muss sich etwas ändern. Die Niederlande gehen, was den Ausbau der Fahrrad-Infrastruktur angeht, schon lange mit gutem Beispiel voran. Ob die Fahrrad-Parkplätze letzten Endes ausreichen oder nicht – mit dem Fahrrad-Parkhaus unterstützt Utrecht aktiv den Fahrradverkehr in der Stadt. Damit setzt die Stadt ein wichtiges Zeichen für umweltfreundlichen Verkehr und wird zum Vorbild für viele andere Städte.

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