Virales Video zu Coronavirus: Italiener*innen veröffentlichen Botschaft an ihr 10 Tage jüngeres Selbst

Coronavirus Warnung
Foto: Screenshot Youtube, "A Thing By"

Wegen des Coronavirus befindet sich Italien derzeit im Ausnahmezustand. Ein Zustand, der uns möglicherweise kurz bevorsteht. Filmemacher*innen aus Mailand haben Italiener*innen gebeten, eine Botschaft an ihr zehn Tage jüngeres Ich zu formulieren – und damit an uns. Diese Botschaft ist deutlich.  

Das Coronavirus breitet sich weiter aus und Italien ist von den europäischen Ländern am stärksten betroffen. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt es dort derzeit fast 28.000 Infizierte und 2.158 Todesfälle (Stand: 17. März, 11.00 Uhr)

In Deutschland ist die Situation aktuell noch weniger angespannt. Doch schon in wenigen Tagen könnten bei uns Zustände herrschen, wie derzeit in Italien. Diese Annahme vertritt „A Thing By“, ein Kollektiv von Filmemacher*innen aus Mailand. Sie haben Menschen aus ganz Italien gebeten, eine Nachricht an ihr Vergangenheits-Ich aufzunehmen. Aus den vielen Einzelbotschaften haben sie ein Video zusammengeschnitten, das viral gegangen ist: Seit Sonntag ist der Clip online und wurde bereits mehr als 3,8 Mio Mal aufgerufen.

„Ich bin mir sicher, du unterschätzt das Coronavirus“

„Hey Daniele-von-vor-zehn-Tagen“, beginnt ein Italiener seine Aufnahme. „Ich spreche zu dir aus der Zukunft“, ergänzt der nächste – und so geht es weiter. „Ich weiß du bist beschäftigt, aber warte eine Sekunde“ – „Ich berichte dir von der aktuellen Situation in Italien“ – ­­“Ein großes Chaos ist kurz davor, auszubrechen“– „Ich bin mir sicher, du unterschätzt das Coronavirus.“

Eine Frau erklärt in die Kamera: „Ich bin zu Meetings gegangen, zum Friseur, […] die üblichen langweiligen Dinge, die noch nie jemandem Schaden zugefügt haben.“ – „Aber in zehn Tagen wird das Leben ein anderes sein.“ – „Das Worst-Case-Szenario? Genau das wird eintreten.“ – „Genau, weil die Infektionen in Italien weiterhin ansteigen werden – und dir beweisen: Es ist eben nicht alles Bullshit, wie du gedacht hast.“

„Eine ganze Nation, die zuhause festsitzt“

Eine Frau, in Krankenhauskleidung und mit herunterhängendem Mundschutz erklärt in die Kamera: „Und jetzt machst du tödliche Schichten im Krankenhaus“ – „Wir erleben gerade eine surrelae Situation“, erzählt der nächste seinem Vergangenheits-Ich. „Niemand kann sein Haus verlassen, es sei denn er hat einen ernsthaften Grund.“ – „Eine Quarantäne, wie man sie nur aus Filmen kennt“ – „Eine ganze Nation, die zuhause festsitzt“ – „Krankenhäuser explodieren förmlich, sogar viele junge Menschen infizieren sich“ – „Zurzeit gibt es da Kids in unserem Alter“, erzählt ein Teenager, „die intubiert werden müssen und sich in Intensivpflege befinden.“

„Du bist nicht die einzige Person auf der Welt“

„Was du riskierst ist nicht die „normale“ Grippe. Dieses Problem ist ernstzunehmender als die meisten Menschen auf der Welt glauben“ – „Ich weiß, dass China weit weg scheint, aber dieser Virus ist schneller als du denkst. Also denk vielleicht nochmal über deine Samstagabend-Pläne nach. Wenn du zuhause geblieben wärst, müsste ich jetzt vielleicht nicht zuhause bleiben“, lautet die Botschaft eines jungen Mannes an sein zehn Tage altes ich.

„Also, fang jetzt an, deinen Teil dazu beizutragen.“ – „Tommaso, bau keinen Mist.“ – „Bleib zu Hause.“ – „Es kann nicht so schwer sein.“ – „Du bist nicht die einzige Person auf der Welt.“ –  „Und entspanne dich, weil es bald enden wird.“

„Wir unterschätzen es“, steht im Abspann. „Ihr müsst es nicht genauso machen.“

Italienischer Ministerpräsident hat Italien zur Sperrzone erklärt

Medienberichten zufolge sind Italiens Krankenhäuser überlastet, Pfleger*innen und Ärzt*innen berichten von Doppelschichten, zu wenig Intensivbehandlungsplätzen und hohem psychischem Druck. „Von allem was ich erlebt habe, ist es eine der schlimmsten Situationen.“ zitiert tagesschau.de eine Pflegerin in einem römischen Krankenhaus.

Ministerpräsident Conte hat Italien zur Sperrzone erklärt. Wenn nicht unbedingt nötig, sollen die Menschen zuhause bleiben. Schulen, Universitäten und Kindergärten bleiben geschlossen, öffentliche Versammlungen, Sportveranstaltungen und Fußballspiele dürfen nicht stattfinden. Bars und Restaurants sind ebenfalls zu.

Das Robert-Koch-Institut stuft das Gesundheitsrisiko in Deutschland inzwischen als „hoch“ ein. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat am Montagabend für Deutschland strengere Maßnahmen angekündigt. Ähnliches wie in Italien gilt nun auch bei uns – ganz so deutlich sind die Auswirkungen allerdings noch nicht spürbar.

Das Video zeigt, wie wichtig diese Maßnahmen sind. Es ist ein eindringlicher Appell an uns alle: Schränkt eure sozialen Kontakte ein – und zwar deutlich. Trefft euch nicht in Gruppen, lasst eure Kinder nicht draußen mit vielen anderen Kindern spielen, verabredet euch nicht zuhause mit oder bei Freund*innen. Und an diejenigen, die noch immer über diese Einschränkungen schimpfen: Seht endlich ein, dass es nicht um euch geht!

Bitte lies unseren Hinweis zu Gesundheitsthemen.

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