Stiftung Warentest: Vitaminpräparate sind viel zu hoch dosiert

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Stiftung Warentest hat Vitaminpräparate untersucht und ist zu einem erschreckenden Ergebnis gekommen: Die Mehrzahl der Pillen und Kapseln sind viel zu hoch dosiert – und können damit sogar mehr schaden als nützen.  

Vitaminpräparate sollen die Ernährung optimieren und vor Krankheiten schützen. Die Präparate sind beliebt: Laut Stiftung Warentest schlucken etwa 30 Prozent der Deutschen regelmäßig Vitamintabletten und andere Nahrungs­ergän­zungs­mittel. Dabei ist das nicht unbedingt empfehlenswert, wie eine aktuelle Untersuchung von Stiftung Warentest zeigt.

Die Verbraucherorganisation hat 35 Vitaminpräparate aus Apotheken, Drogerien, Reformhäusern, Supermärkten und von Amazon genauer unter die Lupe genommen. Es handelte sich dabei um Produkte mit Vitamin A, B, C, D, E und K. Stiftung Warentest verglich die auf der Verpackung angegebenen Tagesdosen mit den Höchstmengen, die das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) für die jeweiligen Vitamine pro Tag empfiehlt.

Vitaminpräparate teils drastisch überdosiert

Das Ergebnis: 26 der 35 untersuchten Mittel überschreiten die empfohlene tägliche Höchstdosis. Zehn Präparate liegen sogar „drastisch“ darüber. Was auffiel: Präparate aus dem Internet waren besonders hoch dosiert.

Diese Vitaminpräparate sind die Verlierer im Test:

  • „Life Extension Super K“: Das Produkt mit Vitamin K überschritt die Höchstmenge um das 34-Fache.
  • „Fairvital Vitamin A 25 000 I.E.“ überschritt die Höchstmenge um das 19-Fache.
  • „Vitamin E“ von AllinOne und Vitasyg überschritt die Höchstmenge um das 17-Fache.

„Überdosis“ an Vitaminen ist gefährlich

Wenn Vitamine zu hoch dosiert eingenommen werden, können sie schädlich werden. Eine Überdosis an Vitamin C etwa kann laut Stiftung Warentest die Verdauung stören und Nierensteine begünstigen. Zu hoch dosiertes Vitamin E kann die Blutgerinnung stören. Zu viel Vitamin B belastet die Nerven.

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Statt Nahrungsergänzungsmittel: Lieber auf eine gesunde Ernährung achten! (Foto: © robsphoto - Fotolia.com)

Dass die Anbieter die Vitamine überhaupt so stark überdosiert anbieten können, liegt an den fehlenden Gesetzen für Nahrungsergänzungsmittel. Der Handel mit den Präparaten ist viel weniger reguliert als der mit Arzneimitteln, schreibt Stiftung Warentest. Begrenzungen für die Vitamindosis gebe es keine.

Nicht nur Stiftung Warentest kritisiert Vitaminpräparate

Die Untersuchung von Stiftung Warentest zeigt einmal mehr, warum wir – mit Ausnahme bestimmter Lebens- oder Gesundheitssituationen – auf Nahrungsergänzungsmittel lieber verzichten sollten. Auch eine Untersuchung des Magazins Öko-Test kam zu dem Ergebnis, dass viele Vitaminpräparate nutzlos oder sogar schädlich sind. Die Tester konnten kein einziges Präparat empfehlen.

Im Normalfall ist es auch gar nicht nötig, solche Präparate einzunehmen: Der tägliche Vitaminbedarf lässt sich in der Regel durch eine gesunde und ausgewogene Ernährung decken. Nur bei einem diagnostizierten Mangel und auf Empfehlung von einem Arzt machen spezielle Vitaminpräparate Sinn.

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