Bye Bye, Benzin: Volvo Cars stellt 2019 komplett auf Elektroautos um

Diesel Volvo Dieselmotor
Foto: CC0 Public Domain / pixabay.de

Die Zeit von Sprit-Motoren ist bei Volvo Cars vorbei. Schon im Mai hatte der Autobauer angekündigt, keine Diesel mehr entwickeln zu wollen. Ab 2019 wollen die Schweden komplett auf Elektroautos umstellen.

Volvo Cars hat angekündigt, dass jeder Volvo, den es ab 2019 auf den Markt bringen wird, einen Elektromotor haben wird. Damit beendet der schwedische Automobilhersteller die Ära der Autos, die mit fossilen Brennstoffen betrieben werden – zumindest für sich.

Warum Volvo Cars auf Elektroautos umstellt

Volvo Cars will damit nach eigenen Angaben „die Elektrifizierung umarmen“ und betont, dass nach einem Jahrhundert der Verbrennungsmotoren nun die Elektrifizierung den Weg für ein neues Kapitel in der Automobilgeschichte ebnet. „Die Menschen fordern zunehmend elektrisierte Autos“, so Håkan Samuelsson, Präsident und Chief Executive von Volvo, „und wir wollen auf die aktuellen und zukünftigen Bedürfnisse unserer Kunden reagieren.“

Ganz so radikal, wie sich das anhört, ist die Volvo-Entscheidung bei näherem Hinsehen nicht. Denn die Rede ist nur von „elektrisierten“ Autos ab 2019 – Autos mit Hybridantrieb, die prinzipiell auch als Elektroautos gelten, werden trotz ebenfalls vorhandenem Benzinmotor weiterhin produziert. Das aber ändert nichts an der Tatsache, dass Volvo Cars damit Abschied nimmt von rein Benzin- oder gar Diesel-getriebenen Pkw.

Da ist noch einiges zu tun: die Hybrid-Elektrischen der Baureihe Volvo T8

Volvo Cars ist der erste traditionsreiche Automobilhersteller, der eine so radikale Wende einläutet, auch wenn bislang ein rein elektrisches Erfolgsmodell noch fehlt. Macht der Konzern das aus reiner Nachhaltigkeit? Sicher nicht. Volvo Cars ist zwar noch eine schwedische Marke mit Hauptsitz in Göteborg. Aber das Unternehmen gehört nach einem Zwischenstop bei Ford inzwischen dem chinesischen Automobilkonzern „Geely“ (chinesisch für „Glück verheißende Automobile“).

In China wiederum hat man kein Interesse an Dieselmotoren, dafür viel Interesse an elektrischen Autos. Und die können dann natürlich gerne auch von der Geely-Tochter Volvo Cars kommen.

Volvo Cars und Polestar: fünf neue Elektroautos bis 2021

Volvo Cars will nach eigenen Angaben seine Palette zügig um hybride und vollelektrische Autos erweitern und zwischen 2019 und 2021 fünf reine Elektroautos auf den Markt bringen. Drei davon sollen klassische Volvo-Modelle sein, zwei davon von der Konzerntochter „Polestar“ kommen.

Die Marke Polestar hatte Volvo Cars erst vor kurzem ins Gespräch gebracht. Zwar hatte man schon seit den 90ern kooperiert, doch erst 2015 hatte Volvo Cars das Unternehmen komplett übernommen. Im Juni 2017 kündigten die Schweden an, mit Autos der Marke Polestar die Platzhirsche unter den rein batterieelektrischen Autos angreifen zu wollen – die Tesla-Modelle.

Utopia meint: Weiter so. In Deutschland diskutiert auch schon über Fahrverbote für Fahrzeuge mit Dieselmotoren, die die Abgasnorm 6 nicht erfüllen. Hintergrund sind die schlechten Luftwerte in vielen deutschen Städten, Verbrennungsmotoren sind eine der Ursachen für die hohe Luftverschmutzung. Elektroautos sind ein Teil der Lösung, wenn auch nicht die einzige und ideale. Ermutigend immerhin, dass deutsche Automobilbauer sich dem Thema Elektroauto nicht mehr völlig entziehen, auch wenn nach wie vor Designstudien und Ankündigungen das Bild bestimmen. Übrigens: Die Nachbarn sind längst weiter: Frankreich will bis 2040 ein Verbot von Diesel- und Benzinautos durchsetzen.

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(5) Kommentare

  1. Keine Diesel-/Benzinfahrzeuge mehr zu bauen oder zu verkaufen, ist erheblich sinnvoller, als die deutschen Fahrverbote. Durch Fahrverbote werden bereits produzierte Fahrzeuge nutzlos, sie werden also exportiert und fahren woanders unbehelligt weiter. Das mag die Luft vor Ort besser machen, global gesehen, ist es sogar schädlich. Nun hat man das alte Fahrzeug in Afrika o.ä. und das neue verbraucht bei Produktion und Nutzung ebenfalls Resourcen.
    Einmal verbrauchte/investierte Resourcen, sollten so lange wie möglich weiter genutzt werden. Ein neues Fahrzeug muss wirklich wesentlich umweltschonender sein, um seine eigene Produktion zu rechtfertigen. Da ist die weitere Nutzung eines älteren Modells u.U. global gesehen wesentlich sinnvoller.

  2. Hey Utopia, gibts eigentlich mal neues aus dem Bereich „regenerative Kraftstoffe“, also die synthetischen Diesel- und Benzin-Äquivalenten hergestellt aus erneuerbaren Energien, Wasser und (Luft-)CO2?!
    Ich finde nämlich, dass dieses Thema VIEL VIEL VIEL mehr Präsenz in allen Medien benötigt… das ist nämlich die ideale Möglichkeiten, Langstreckentauglichkeit für Vielfahrer und Urlaubsfahrten etc. zu erhalten, und dabei die Umwelt nicht weiter zu belasten.
    Außerdem müssten viele Verbrenner-Autos vielleicht erst viel später in die Presse und müssten vlt. gar nicht mal grundsätzlich verboten werden!

    • Das Konzept klingt zwar gut, aber die Erzeugung von verbrennbaren Kraftstoffen aus (Öko-)Strom ist leider viel zu ineffizient. Die effizientest Nutzung von Ökostrom für Verkehr ist momentan ein Elektroauto mit Batterie. Das erzeugt übrigens auch, wenn es mit reinem Kohlestrom betrieben wird, noch weniger Abgase als ein Auto mit Verbrennungsmotor, wenn man die gesamte Energieerzeugung betrachtet.
      Die Umwandlung von Strom in Kraftstoff lohnt sich erst, wenn der Ökostrom-Anteil 100% übersteigt. Vorher ist es sinnvoller, den Strom zu nutzen und ein Auto mit Verbrennungsmotor zu fahren. Denn sonst steht ja der viele Strom, der verbraucht wird, um Kraftstoff herzustellen, nicht mehr im Stromnetz zur Verfügung und muss aus fossil betriebenen Kraftwerken nachgeliefert werden. Und bis dahin sind Verbrennungsmotoren wahrscheinlich nur noch Sammlerstücke in Oldtimern,

  3. Das stimmt hinten und vorne nicht. Volvo wird auch lange nach 2019 noch Verbrenner verkaufen. Dreckskarren, die vor 2019 auf den Markt gekommen sind, werden auch nach 2019 mit reinem Verbrennungsmotor verkauft. Mit dem Kauf eines Volvo unterstützt man einen chinesischen Konzern.

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