WeTransfer wird B Corp und „CO2-neutral“

Screenshot: WeTransfer B.V.

Das Internet ist alles andere als nachhaltig, aber das hat sich offenbar herumgesprochen und die ersten Anbieter versuchen, besser zu werden. Am Beispiel von WeTransfer kann man sehen, wie das aussehen kann.

WeTransfer ist im Wesentlichen (aber nicht nur) ein Filehosting-Dienst, mit dem die Benutzer*innen große Dateien verschicken können. Per E-Mail ist das oft nicht möglich, was eher historische Gründe hat und technisch auch nicht sinnvoll ist.

Mit WeTransfer kann jeder kostenlos bis zu zwei Gigabyte große Dateien an bis zu drei Mail-Adressaten verschicken. Die Dateien verschwinden nach einiger Zeit von den Servern. Haupteinnahmequelle der Plattform sind großformatige Werbeflächen, die beim Hochladen und Abholen der Daten ausgespielt werden.

Klimaschädling Web: WeTransfer reduziert und gleicht aus

Was können solche Internet-Unternehmen tun, um nachhaltiger zu arbeiten? Weil der Energieverbrauch hier den größten Fußabdruck hinterlässt, können sie vor allem ihre CO2-Emissionen vermeiden, reduzieren oder wenigstens kompensieren.

Emissionen vermeiden können nur die Nutzer*innen, indem sie nur dann Daten verschicken, wenn dies auch wirklich notwendig ist. WeTransfer seinerseits will künftig reduzieren und kompensieren: Bis 2025 sollen die Emissionen um 30 Prozent reduziert werden, zugleich will das Unternehmen anfallende CO2-Emissionen ausgleichen und damit „klimaneutral“ arbeiten.

→ Lies dazu auch „Was bedeutet eigentlich klimaneutral?“ und „CO2-Kompensation“.

WeTransfer wird B Corp

Zugleich hat das Unternehmen sich nun B-Corp-zertifizieren lassen. Voraussetzung dafür sind Tätigkeiten, die nicht direkt dem Unternehmen, sondern der Gemeinschaft dienen: So spendet das Unternehmen schon lange 30 Prozent seiner Werbefläche, um Künstler*innen und soziale Projekte zu unterstützen.

→ Lies mehr über B-Corps im Beitrag Nachhaltige Unternehmensformen: gGmbH, B Corporation, Purpose und weitere Modelle.

Durch die Spenden kamen nach WeTransfer-Angaben inzwischen mehr als 100 Millionen US-Dollar zusammen, unter anderem (und nicht ganz uneigennützig) zur Sensibilisierung für das Thema ​Netzneutralitä​t, aber auch für ​effektivere Waffenkontrollgesetze in den USA oder für die Entschuldung von Menschen, die sich ​aufgrund von medizinischen Behandlungen verschulden mussten.

Utopia meint: Elektronik und Internet bleiben Dreckschleudern und schaden dem Klima, aber dieses Rad werden wir nicht zurückdrehen können. Umso wichtiger, dass Internet-Unternehmen ihre Verantwortung wahrnehmen und das Ihre tun, um den Klima-Fußabdruck des Webs zu reduzieren. Es geht sicher noch besser, wie der Vergleich der B-Corp-Score-Werte zeigt (WeTransfer: 80.4; Fairphone 106.6; Ecosia: 113.4; Gexsi: 113.5). Doch Nörgeln ist leichter als Machen, und WeTransfer hat einen Anfang gemacht – diesem Beispiel sollten mehr Tech-Firmen folgen.

Übrigens: Wie das Fairphone kommt WeTransfer aus den Niederlanden und lehrt uns, dass Nachhaltigkeit kein Gegner von Innovation und Unternehmertum ist, sondern ein Treiber sein kann.

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