Wann kommt das Fairphone 3?

Fairphone 2 Back Cover
Foto © Fairphone unter CC BY-SA

Befindet sich das Fairphone 3 schon in der Entwicklung? Sollte man beim Fairphone 2 mit dem Kaufen warten? Wann ist das Release Date des FP3? Hier die wichtigsten Spekulationen und Fakten zum FP2-Nachfolger mit Updates von der Mobile World Congress (MWC) in Barcelona 2017.

Wann kommt das Fairphone 3? Die Frage nach Release Date oder gar Preis einer möglichen 3. Generation stellen sich im Internet etliche Fans, auch wir bei Utopia bekommen die Frage immer öfter gestellt.

Als seriöse Antwort kommt derzeit nur diese eine in Frage: Ja klar. Irgendwann halt. Aber das kann dauern.

Denn es wäre Unsinn, sich wie bei Apple und Samsung auf ständige Produktneuerungen und neue Fairphones 5, 6S, 7 etc. einzustellen. Denn das würde den angestrebten Zielen wie etwa der Langlebigkeit des Gerätes widersprechen. Außerdem kommt der Anbieter schon jetzt kaum mit der Produktion hinterher.

Wann kommt das Fairphone 3?

Das FP2 erschien im Dezember 2015 mit einiger Verspätung. Selbstverständlich kümmert sich das Unternehmen seitdem um die Produktpflege, monatlich erscheinen Fairphone-Updates. Sogar ein Update von Android 5.1 auf Android 6 Marshmallow ist für Q1/Q2 2017 geplant. Auf der Mobile World Congress (MWC) in Barcelona Ende Februar 2017 hiess es, schon in den kommenden Wochen könnte das Android-6-Update kommen.

Dass ein Fairphone 3 bereits in der Entwicklung sein könnte, suggerierte aber eine Aussage auf arstechnica.co.uk:

Laut van Abel startet die Arbeit am Fairphone 3 im Januar  [2016] und in Zukunft soll es etwa alle zwei bis drei Jahre ein neues Fairphone geben.“

Ja klar. Dass „die Arbeit am Fairphone 3 startet“, dürfte aber erst einmal nur bedeuten, das Entwickler darüber nachdenken, was denn beim FP3 besser gemacht werden könnte und sollte. Bis wann daraus ein konkretes Produkt wird? Da vergeht schon einige Zeit. Wir dürfen also aller Wahrscheinlichkeit nach frühestens Ende 2017, eher Ende 2018 mit einem Fairphone 3 rechnen.

Und offiziell ist auch das nicht zu erwarten, ganz im Gegenteil:

hieß es im Oktober auf Fairphones Twitter-Kanal, und im November dann:

Also: Offiziell sprechen die Niederländer nicht von einem Fairphone 3. Punkt. Letzter Stand vom Dezember:

Was könnte das Fairphone 3 bringen?

Auch wenn es also leider keine Aussagen des Herstellers gibt, so liegen einige Dinge für ein denkbares Fairphone 3 auf der Hand:

  • Mehr Transparenz: Auch nach dem Verkaufsstart des FP haben die Produzenten nach und nach weitere Rohstoffe (Gold, Wolfram, Zinn, Tantal …) transparenter und fairer zu beziehen versucht, die Fairness der Produktion verbessert. Sie werden dies sicher weiter verfolgen – denn darum geht es ja bei diesem Projekt.
  • Kamera: Das Fairphone 3 benötigt eine bessere Kamera. Und es soll tatsächlich ein besseres Kameramodul für das FP2 kommen, das Frontkamera und Hauptkamera ersetzt. Der Nutzer wird das Kameramodul mit hoher Wahrscheinlichkeit selbst austauschen können – eben dank des modularen Aufbaus das FP2. Für die Kamera allein wird also gar keine dritte Generation des Smartphones nötig sein, sondern wie beim Slim Case wird das „Fairphone 2 mit besser Kamera“ wohl einfach ein weiteres Modell im Shop sein.
    Ist die neue Kamera vielleicht nur ein Gerücht?
    Nein, gegen spricht dieser Facebook-Post:

Thanks to the modular design of the Fairphone 2, we can give you a better camera, without having to release a complete new model. It is one of the things we are currently working on, but no set date yet. Best, Douwe“ (auf Facebook, Oktober 2016)

In einem Interview mit Futurezone sagte Fairphone-CEO Bas van Abel außerdem:

Das erste zusätzliche Modul, das wir herausbringen, wird ein Kamera-Modul sein.“ (28.11.)

Dazu passt dieser Tweet vom Januar 2017:

Was könnte es noch geben?

  • Akku: Ohne mehr Akku-Power wird das Fairphone 3 nicht viele Herzen erobern können. Zugleich warnt das Debakel um das Samsung Note 7, dass man es damit auch übertreiben kann. Gewiss also wird man besseres Akkuverhalten anstreben, ohne technische Grenzen zu strapazieren.
  • USB-C-Anschluss: Der Mini-USB-Anschluss des FP2 wird mit einiger Wahrscheinlichkeit einem USB-C-Anschlus weichen, einfach weil der inzwischen zum Standard wird.
  • Betriebssystem: Android 5.1 wird ganz gewiß der aktuelleren Version Android 6.0 weichen – oder aber gleich auf jene Version des Fairphone OS setzen, die ganz ohne Google auskommt. Dass Betriebssystemalternativen wie Ubuntu Touch (schon verfügbar), Uhuru Mobile oder Sailfish OS ab Werk mit dem Fairphone 3 ausgeliefert werden, das erwarten wir derzeit nicht.
Das Fairphone 2 wird seine Besitzer noch einige Jahre erfreuen, auf wenn es schon ein Fairphone 3 gibt
Das Fairphone 2 wird seine Besitzer noch viele Jahre erfreuen (Foto © Fairphone unter CC BY-SA )

Werden Module von FP2 und Fairphone 3 kompatibel sein? Es gibt keine Aussage dazu. Aus technischen Gründen ist das aber sehr unwahrscheinlich: Das FP2 war das erste marktfähige modulare Smartphone und beim Design machte man dabei gewiß einige Fehler, die man bei einem Fairphone 3. Generation vermeiden möchte.

Besser mit dem Kauf warten?

Ja, immer! Und zwar aus zwei einfachen Gründen:

  • Jedes nicht gekaufte Smartphone ist besser ist als jedes gekaufte,
  • und jedes gebraucht gekaufte Smartphone ist besser als jedes neu gekaufte.

Wer jetzt unbedingt ein Smartphone braucht, dem raten wir nach wie vor zum Fairphone 2, weil es reparierbarer und langlebiger ist als andere Geräte. Selbst wenn das Fairphone 3 in zwei Jahren erscheint, kann man es getrost weiter nutzen, gegebenenfalls reparieren. Und ein Update von Android 6 Marshmallow für das Fairphone 2 wird wohl schon im ersten Quartal 2017 kommen (lt. Douwe).

Wer „immer das neueste Smartphone haben“ will, der ist bei dieser modularen iPhone-Alternative sowieso falsch aufgehoben. Denn darum geht es bei diesen Geräten nicht. Und die meisten Fans wissen das auch: Viele Fairphone-1-Nutzer haben noch nicht einmal ein FP2 kaufen wollen – weil es dafür kaum einen Grund gibt, solange ihr 2013 erschienenes FP1 ganz wunderbar funktioniert (wobei dort allerdings langsam die Ersatzteile ausgehen, was aber eher daran liegt, das Fairphone keine Produzenten mehr findet, die diese in Kleinserien herstellen wollen).

Fazit: das Fairphone 3 ist ganz weit weg

Das Fairphone 3 ist derzeit vor allem Thema ein für Wunschlisten in Fairphone-Foren – und natürlich für die Gerüchteküche. Eine dritte Generation ist weder offiziell angekündigt noch zeitnah in Sicht. Und niemand sollte sich von der Aussicht auf ein Fairphone 3 davon abhalten lassen, ein gebrauchtes FP1 oder ein neues oder gebrauchtes FP2 zu kaufen – wenn man denn ein Smartphone benötigt.

Utopia meint: Vielleicht kommt das Fairphone „3“ eher durch die Hintertür, in kleinen Schritten: Ende 2016 ein neues Gehäuse, im Verlauf von 2017 dann Android 6 und ein neues Kameramodul – solche lebensverlängernden Maßnamen wären ja im Sinne des Abschieds von der Handy-Wegwerfkultur viel sinnvoller als ein „neues“ FP3 schon 2017.

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(5) Kommentare

  1. „Wer jetzt unbedingt ein Smartphone braucht, dem raten wir nach wie vor zum Fairphone 2, weil es reparierbarer und langlebiger ist als andere Geräte.“

    Woher nehmt ihr diese Gewißheit?

    Das FP2 ist seit 11 Monaten auf dem Markt. Wie kann ich da auf Langlebigkeit schließen? Beim Reparieren wissen wir potentiellen Kunden nur, dass die Module nachkaufbar sind.

    Bei konventionellen Smartphone kann ich zumindest den Akku nachkaufen und das Gerät mit Schutzvorrichtungen gg. Sturzschaden versehen.

    Um einen Schuh daraus zu machen: bringt doch einmal eine Statistik über kaputte Smartphones. Was konkret an denen unreparierbar ist bzw. die Gründe weswegen sie getauscht werden. Ob technisches Versagen oder menschliches Verschulden am Ausfall der Technik zugrunde lag.

    Muss gesagt sein und ist so gemeint: Danke für den Stand bei der Entwicklung des Fairphone!

    Ein m.M. sehr wichtiges Thema, weil ein von Planetenmenschen täglich genutztes Konsumgut, die Masse der Geräte zwingt zu Alternativen. Persönlich bin ich als Seltennutzer noch fremd mit diesen Mobilcomputern, meistgenutzt ist bei mir ein tragbares DECT Telefon vom bekannten Router Hersteller aus Berlin. Mit dem kann ich ganz dolle telefonieren. Und Radio hören. Und direkt eine Rufumleitung einschalten, und … so weiter.

    Warte vielleicht besser ab, bis man die Sim Dinger bioplastisch unter die Haut implantiert, der Blutstrom versorgt so nachhaltig den Akku und Spracherkennung ist organisch instinktiv mit vibrierenden Resonanzeffekten. Gebt Bescheid sobald das BIOPhone 12 auf dem Labor kommt. Die Produktwelt bis dahin sind eigentlich nur der Versuch, es besser zu machen, mit weniger schlimmen Schadstoffen und geringerem Verbrauch an Erden + Ressourcen. Wäre ein ökoeffektives C2C Telefon mit Gold am Markt, ich würde es aus Überzeugung kaufen. Beim Fairphone muss ich noch überzeugt werden, die Zeit arbeitet dafür, die eher geringen Nutzerzahlen dagegen.

  2. Ich bin sehr irritiert, zu lesen, dass nach 2 bis 3 Jahren die Ersatzteile nicht mehr verfügbar sind. Grob überschlagen ist das noch lange nicht die Laufzeit für ein typisches Smartphone, wie es sich in meinem und meiner Bekannten Nutzung und Erfahrungsbereiche darstellt. Der im Vergleich etwa doppelte Anschaffungspreis (im Vergleich zu von mir genutzten Geräten) hat nach einem Aus von 2 bis 3 Jahren seine Berechtigung, zumindest was die Nachhaltigkeit angeht, verloren. Oder liegt hier ein Denkfehler meinerseits vor?

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