Tierschutzorganisation deckt auf: Fleisch aus Tierqual bei deutschen Supermärkten

Foto: © Animal Equality

Erschütternde Bilder der Tierschutzorganisation Animal Equality werfen ein schlechtes Licht auf die Schweinezucht in Spanien. Aufnahmen aus einem Schweinestall zeigen schwerkranke und verletzte Tiere. Die Wurst wurde in Deutschland bei Edeka, Rewe und Amazon verkauft. Rewe hat die Produkte inzwischen aus dem Sortiment genommen.

„Schweinehölle in Spanien“ betitelte Animal Equality sein Video, das grausame Zustände in einem spanischen Schweinestall zeigt. In Zusammenarbeit mit der spanischen Fernsehsendung “Salvados” des Senders LaSexta hat die Organisation schockierende Videoaufnahmen in dem Schweinemastbetrieb in Alhama de Murcia gemacht.

Verstöße gegen Tierschutzgesetze

Die Aufnahmen zeigen katastrophale Haltungsbedingungen und teils gesetzwidrige Zustände in dem Schweinemastbetrieb. So haben viele der Schweine schwere Verletzungen, riesige Abszesse, schwere Fälle von Eingeweidebrüchen und von Fliegenmaden infizierte Geschwüre.

Zwischen den lebenden Schweinen fanden die Kameraleute sterbende und tote Tiere, teils in fortgeschrittenem Verwesungszustand. Auch Kannibalismus zwischen den Tieren wurde festgestellt. Die Tiere stehen zudem tief in ihren eigenen Exkrementen. Die tierärztliche Versorgung scheint mangelhaft zu sein oder gar nicht stattzufinden.

„Dieser Betrieb hält sich noch nicht einmal an die tierschutzrechtlichen Mindestanforderungen“ sagt Javier Moreno, Leiter von Animal Equality in Spanien, im Video.

Achtung: Die Bilder sind teilweise nur schwer zu ertragen.

„Höllenqualen für die Schweine“

“Selbst unsere erfahrensten Ermittler sind schockiert über die Zustände, wie wir sie in diesem Betrieb dokumentiert haben“, sagt Dr. Katharina Weiss, Pressesprecherin für Animal Equality in Deutschland. „Man kann angesichts der Aufnahmen nur von Höllenqualen für die Schweine sprechen. Die Dimension der Verwahrlosung und Grausamkeit in diesem Betrieb, der sich zudem in der EU befindet, ist ein absoluter Skandal.”

Der Betrieb in Alhama de Murcia, aus dem die Aufnahmen stammen, gehört zum Unternehmen Cefusa, welches an den großen spanischen Fleisch- und Wursthersteller El Pozo Alimentación liefert. In Deutschland wurden Produkte von El Pozo vor allem über die Supermarktketten Edeka und Rewe sowie online über Amazon verkauft. Rewe hat bereits reagiert und die Waren aus dem Sortiment genommen.

Rewe untersucht die Vorwürfe

„Die Aufnahmen sind schockierend und erschütternd“, erklärte Rewe gegenüber der Taz. Man habe den spanischen Produzenten um Stellungnahme gebeten und unabhängige Untersuchungen veranlasst. Laut taz kündigte Rewe an, die Geschäftsbeziehungen zu beenden, sollten die Vorwürfe sich bestätigen.

Edeka schrieb uns auf unsere Anfrage hin, das Unternehmen distanziere sich ausdrücklich „von solchen nicht tolerierbaren Haltungsbedingungen.“ Es sei es möglich, dass Produkte von El Pozo „auf regionaler Ebene in einzelnen Edeka-Märkten“ angeboten würden. Man habe El Pozo um Stellungnahme gebeten, werde die Vorgänge prüfen und gegebenenfalls „über entsprechende Konsequenzen entscheiden.“

Animal Equality erstattete Anzeige gegen den spanischen Mastbetrieb.

Utopia meint: Die Zustände, welche die Aufnahmen von Animal Eqality und Salvados dokumentieren, sind grausam und ganz offensichtlich tierquälerisch. So sollte Tierhaltung nirgends auf der Welt aussehen und Produkte aus solchen Betrieben sollten nicht in deutschen Supermärkten auftauchen. Gut, dass Rewe die Waren aus dem Sortiment genommen hat. Doch bei aller Empörung sollten wir jetzt nicht vergessen, dass so gut wie alle konventionellen (Billig-) Fleischprodukte aus industrieller Massentierhaltung stammen und dass Tiere dafür leiden. Nehmen wir den neuesten Skandal also zum Anlass, unseren Konsum tierischer Produkte einmal mehr zu überdenken.

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(3) Kommentare

  1. Wenn man denn unbedingt Fleisch essen möchte, sollte man das auch nicht im Supermarkt kaufen. (und erst recht nicht beim Discounter und noch „erst rechter nicht“ bei Fast-Food-Ketten wie McDoof, etc. …)
    Wer da erwartet, dass das Tier ein schönes Leben hatte, der glaubt wahrscheinlich auch noch an den Osterhasen. Bzw. daran, dass der jährliche Festtagsbraten selbiger (in Freiheit herumhüpfender, per Hand gefangener und zu Tode gestreichelter) war. 😉
    Ich empfehle zum Thema „Fleischherkunft“ wärmstens folgenden Artikel, der den ein oder anderen zum Nachdenken anregen möge: graslutscher.de/wenn-du-tatsachlich-nur-ganz-wenig-biofleisch-isst-dir-das-aber-keiner-glaubt/

  2. Dieser und zahlreiche sehr ähnliche Filme sollten in jedem Supermarkt und Discounter über jeder Fleischtheke in dem 1kg Fleisch unter 10 € kostet in Dauerschleife laufen. Vielleicht vergeht den Menschen dann endgültig der Appetit auf Billigfleisch. Es kann sich doch jeder ausrechnen, dass bei einem derart niedrigen Preis für 1kg Fleisch es schlicht unmöglich ist das es von einem niedlichen kleinen Ferkelchen stammt das vom Bauern liebevoll großgezogen wurde. In der Nahrungsmittel Industrie geht es nicht zu wie bei Michel aus Lönneberga.