Anti-Black-Friday aus Schweden: Heute ist White Monday

Foto: © Repamera

Die neuste Gegenveranstaltung zum Black Friday heißt White Monday. Statt auf den jährlich stattfindenden, kollektiven Shopping-Wahnsinn hinzuweisen, will sie die Aufmerksamkeit auf nachhaltigen Konsum lenken.

Am Black Friday lockt der Einzelhandel traditionell mit starken Rabatten und Sonderangeboten – und macht so einen Milliardenumsatz. Dabei ist diese verschwenderische Tradition alles andere als nachhaltig. Vieles was wir kaufen, wird aufwendig produziert, über lange Transportwege zu uns geschifft, für wenig Geld verkauft, um meist nach nur kurzer Zeit im Müll zu landen.

Der White Monday will, dass wir unser Kaufverhalten ändern

Der White Monday ist als Gegenbewegung dazu entstanden: Statt sich am Black Friday dem Konsumwahnsinn hinzugeben, ruft die Aktion zu nachhaltigem Konsum auf. Anders als beim „Kauf-Nix-Tag“ wollen die Initiatoren des White Monday Konsumenten nicht dazu bringen, gar nichts mehr zu kaufen – sondern dazu, anders zu kaufen. Sie erkennen an, „dass der Konsum ein Teil des modernen Lebens ist“, man aber wegmüsse von der „shop until you drop“-Mentalität (dt. „Einkaufen bis zum Umfallen“).

Was also tun? Bewusster einkaufen und am besten nur noch Produkte, die wiederverwendet und -verwertet werden können. Ganz im Sinne der Kreislaufwirtschaft, schlägt der Initiator der Kampagne, Henning Gillberg, vor. Unternehmen sollen ihre Produkte dahingehend anpassen, fordert er. Gillberg selbst hat 2017 ein Start-up gegründet, das Kleidung repariert, re- und ucycelt. Er erklärt, „Dinge wiederzuverwenden, zu reparieren und zu recyceln ist eine der wirkungsvollsten Möglichkeiten dazu beizutragen, den Planeten zu erhalten.“  Den White Monday veranstaltete er zum ersten Mal am Montag vor Black Friday 2017.

Organisationen, Unternehmen und Influencer aus neun Ländern

Bisher machen laut den Initiatoren mehr als 300 Unternehmen, Organisationen und Influencer aus neun Ländern beim White Monday mit. In Deutschland etwa das Yogamatten-Label Hejhej-Mats, der faire Onlineshop „Mit Ecken und Kanten“ und die Lebensmittelretter-App Too Good To Go.

Auf Social Media machen Influencer wie Louisa Dellert mit dem Hashtag #whitemonday auf die Aktion aufmerksam. Die Aktion soll auch künftig jedes Jahr am Montag vor Black Friday stattfinden. Alle Infos gibt es auf der Webseite der Kampagne: www.whitemonday.info

Traditionelle Konsumschlacht am Black Friday

Jedes Jahr findet am vorletzten Freitag im November eine Preisschlacht des Off- und Onlinehandels statt. Eigentlich kommt der Black Friday aus den USA, seit ein paar Jahren wird er aber auch in Deutschland zelebriert. Der Einzelhandel lockt an diesem Tag mit starken Rabattaktionen und Sonderangeboten – und macht dabei einen Milliarden-Umsatz. Allein 2018 gaben Konsumenten in Deutschland 2,4 Milliarden aus. Dabei gibt es gute Gründe, beim Black Friday lieber nicht mitzumachen. Unter anderem zum Beispiel, weil die vermeintlichen Schnäppchen oft gar keine sind.

Mehr dazu in unserem Artikel: 5 Gründe, warum du beim Black Friday nicht mitmachen solltest

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(1) Kommentar

  1. Wenn man bedenkt, dass der „Schwarze Freitag“ in den USA, der die Folge von Misswirtschaft war, ursächlich für den Zweiten Weltkrieg mitverantwortlich ist, ist es geradezu zynisch, dass die Amis daraus jetzt ein fröhliches Konsumrausch-Event machen. Warum aber müssen wir hierzulande die Dummheiten, die aus den USA zu uns rüberschwappen auch noch mitmachen? Idealerweise kauft man dann, wenn man was braucht, das, was man braucht.Und wenn man nichts braucht, kauft man auch nichts. So spart man am meisten.