Buch-Tipp: „CO2 – Lebenselixier und Klimakiller“

Foto: CC0/ Pixabay.de, Utopia/ Katharina Schmidt

Mit CO2 verbinden wir den Klimawandel, schmelzende Gletscher und Überflutungen. Dabei ist das Gas sehr vielseitig und für Leben auf der Erde unerlässlich. Die Aufsatzsammlung „CO2 – Lebenselixier und Klimakiller“ zeigt die vielen Gesichter von Kohlenstoffdioxid.

CO2 sorgt dafür, dass Polkappen schmelzen und Meeresspiegel steigen. Je mehr wir ausstoßen, desto schneller kommt das Ende der Menschheit. So oder so ähnlich lautet die Kernaussage der meisten aktuellen Medienberichte über Kohlenstoffdioxid.

Einerseits stimmt das auch: Zu viel Kohlenstoffdioxid schadet unserer Atmosphäre. Um das Klima zu retten, müssen wir also weniger davon ausstoßen, als wir es derzeit tun. Andererseits ist CO2 viel mehr als nur ein Treibhausgas.

CO2 – Lebenselixier und Klimakiller: Ein ungewöhnliches Porträt

Damit auch Nicht-Chemiker sich ein korrektes Bild von Kohlenstoffdioxid machen können, hat der Oekom-Verlag dem Molekül einen Band seiner Serie „Stoffgeschichten“ gewidmet. „CO2 – Lebenselixier und Klimakiller“ ist eine Sammlung aus 13 Aufsätzen und umfasst rund 300 Seiten. Jeder Text beleuchtet das Molekül von einer anderen Seite und zeigt, dass es keineswegs nur den Klimawandel beschleunigt.

Worüber derzeit niemand redet: Ohne CO2 gäbe es auf der Erde kein Leben. Für die Photosynthese ist das Gas nämlich unerlässlich. Auch hilft es, die Temperaturen auf der Erde zu regulieren.

Auch ist nicht alles Kohlendioxid menschgemacht: Tiere und Vulkane stoßen es genauso aus wie Menschen und Maschinen. Das Buch deckt auch einige wenig bekannte CO2-Quellen auf: Das Gas entsteht zum Beispiel beim Bierbrauen, beim Keimen von Getreide, bei jedem Anruf und beim Brezenbacken. Aus dem Alltag lässt es sich nicht mehr wegdenken. Um das Klima zu retten, müssen wir aber nicht aufhören, Brezen zu backen. Ein gewisses Maß an CO2 können Menschen getrost ausstoßen. Nur zu viel davon schadet dem Planeten.

Auch mit dem Klimawandel beschäftigt sich das Buch: Die Autoren zeigen, wie der Treibhauseffekt Gletscher schmelzen lässt und fassen Prognosen der Klimaforschung zusammen. Außerdem zeigen sie Tücken und Schwächen von CO2-Bilanzen und analysieren den Mediendiskurs der letzten Jahre.

CO2 erleben – mit Experimenten und (Mars-)Wanderungen

Dazu beinhaltet das Buch eine Reihe von Anleitungen für Experimente. Um diese nachzumachen, braucht man weder Chemiekasten noch Bunsenbrenner – ein einfacher Wassersprudler genügt. Der Chemiker und Herausgeber Jens Soentgen erklärt zum Beispiel, wie man mit CO2 Feuer löschen, Rohre entkalken und Trockeneis herstellen kann – das macht großen und kleinen Forschern Spaß.

Das Buch endet mit einer Reihe von CO2-Spaziergängen. Hier stellen Autoren Gegenden vor, die besonders stark von Kohlenstoffdioxid geprägt sind. Der Leser wird dazu aufgefordert, sie selbst zu erkunden, denn: „Es ist nicht weniger lohnend, auf den Spuren von CO2 zu wandern wie auf den Spuren eines Theodor Fontane.“

Die meisten Orte liegen in Deutschland und sind leicht zu erreichen – wie die Vulkaneifel, eine Kalksteinhöhle im Schwarzwald oder die Gegend um den Frankfurter Flughafen. Der virtuelle Spaziergang über die Oberfläche des Mars lässt sich nicht so leicht nachahmen. Trotzdem lernt der Leser viel, wenn er sich von dem Buch über den fremden Planeten führen lässt – vor allem über dessen CO2-reiche Atmosphäre.

Kohlendioxid ist mehr als ein ruchloser Klimakiller

„CO2 – Lebenselixier und Klimakiller“ ist kein komplizierter wissenschaftlicher Schmöker. Das Sprache ist einfach und verständlich, die Kapitel verlangen kein großes Vorwissen, das Buch will vor allem eins: verstanden werden. Das gelingt überwiegend gut – nur stellenweise überfordert die komplexe Materie.

Es geht den Autoren nicht darum, CO2 als harmlosen Stoff dazustellen oder die Auswirkungen des Klimawandels zu verharmlosen. Stattdessen behandeln die Aufsätze positive sowie negative Auswirkungen des Gases auf unseren Planeten. Kurz gesagt: Das Buch vermittelt dem Leser ein Verständnis von CO2, das über die Sicht der Medienberichte hinaus geht. Durch Fotos, Experimente und Wanderungen wird Kohlendioxid vom abstrakten Klimagas zu etwas, das man begreifen und sogar anfassen kann.

Über die Herausgeber: Jens Soentgen ist Chemiker und Philosoph. Er ist wissenschaftlicher Leiter des Wissenschaftszentrums Umwelt der Universität Augsburg. Armin Reller ist Chemiker und Professor für Ressourcenstrategie an der Universität Augsburg. Der Schweizer arbeitet gleichzeitig als Vorstandssprecher im Wissenschaftszentrum Umwelt.

Das Buch: „CO2 – Lebenselixier und Klimakiller“ ist im Oekom-Verlag erschienen, circa 300 Seiten.

ISBN: 9783865811189

Kaufen**: für 24,90 Euro beim lokalen Buchhändler deines Vertrauens oder online bei Buch7

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