Studie: So viel Treibhausgas sparen Veganer ein

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Wer sich vegan ernährt, tut etwas fürs Klima – und zwar nicht wenig: Ein Ökologe der Oxford-Universität hat errechnet, wie viel Treibhausgase ein einzelner Veganer jährlich einspart. Die Menge entspricht mehreren Flügen.

Die Fleischindustrie gehört zu den umweltschädlichsten Branchen überhaupt – das ist schon lange bekannt. Viehzucht und Tierhaltung verursachen hohe Treibhausgas-Emissionen, außerdem geht extrem viel landwirtschaftliche Fläche für Tierfutter und Tierfarmen verloren. Kein Wunder also, dass eine Ernährung ohne Fleisch, Milch, Eier und andere tierische Produkte nachhaltiger ist.

Wie viel die vegane Lebensweise jedoch tatsächlich bringt, dürfte viele überraschen. Der Ökologe Joseph Poore von der britischen Oxford-Universität hat für das Spiegel-Magazin berechnet, für wie viel Treibhausgase ein Veganer in Deutschland pro Jahr verantwortlich ist.

Veganer sparen acht Flüge ein

Poore zufolge produziert jeder Mensch in Deutschland durchschnittlich elf Tonnen Treibhausgase jährlich. Wer vegan lebe, spare jedes Jahr zwei Tonnen ein, darunter 670 Kilogramm CO2. Zwei Tonnen Treibhausgase entsprechen dem Spiegel zufolge etwa acht Economy-Class-Flügen zwischen London und Berlin.

Bei seiner Berechnung ging Poore unter anderem davon aus, dass die Herstellung von veganen Lebensmitteln deutlich weniger landwirtschaftliche Fläche braucht. Auf der dank Veganern freien Fläche können Pflanzen und Bäume wachsen, die Kohlendioxid binden.

Es lohnt sich, auf tierische Produkte zu verzichten

Der britische Ökologe hat bereits vergangenes Jahr mit seinen Kollegen eine umfassende Studie zum Thema veröffentlicht. Für die Analyse hatte das Forscherteam Daten von 40.000 Agrarbetrieben in 119 Ländern ausgewertet. Der Studie zufolge hat der Verzicht auf Fleisch und Milch den größten Einfluss auf unseren ökologischen Fußabdruck.

Sogar die Tierprodukte, die am wenigsten Einfluss auf die Umwelt hätten, verursachten demnach immer noch mehr Umweltzerstörung, als die unnachhaltigsten Gemüse- und Getreidearten. (Hier mehr Details aus der Studie)

Die aktuelle Berechnung der Treibhausgas-Einsparungen von Veganern zeigt einmal mehr, warum es sich lohnt, weniger oder gar keine tierischen Produkte zu essen. Für diejenigen, die es gewohnt sind, viel Fleisch- oder Milchprodukte zu essen, kann die Umstellung jedoch schwer sein. Tipps, die dabei helfen, findest du hier: 10 Tipps, um ein bisschen veganer zu werden

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(9) Kommentare

  1. Wenn ich mich nicht irre waren Menschen doch schon immer Omnivoren. Es gehört eben zu unserem Erfolgsrezept fast alles was uns die Natur liefert verwerten zu können. Man geht schließlich auch davon aus, dass unser Gehirn nur durch die Verfügbarkeit von tierischen Proteinen sich soweit entwickeln konnte und die Entwicklungen, die wir als Jäger und Sammler durchgemacht haben uns zu dem werden ließen was wir heute sind.
    Aber ich gebe ihnen völlig recht, wir sollten heute bessere Wege finden den Körper mit allen wichtigen Nährstoffen zu versorgen und unser Gehirn sinnvoll zu beschäftigen. Vielleicht werden wir ja auch dann mal wieder dem Begriff des Homo sapiens gerecht.

  2. @ Randolf Menschen haben sich auch schon immer die Köpfe gegenseitig eingeschlagen. Nur weil etwas Tradition hat heißt das nicht automatisch das es richtig ist und das man es fortführen muss.

    Das mit den tierischen Proteinen ist ein Mythos der wissenschaftlich widerlegt ist. Genauso gut kann man pflanzliche Proteine nehmen die es in Hülle und Fülle gibt.

    Ich empfehle einfach mal gute Literatur über vegane Ernährung zu lesen. Da wird alles in aller Ausführlichkeit dargestellt und viele Fragen, die automatisch aufkommen, beantwortet.

  3. Das hab ich mich allerdings auch gefragt. Wenn das mal nicht ein überzeugter Carnivore und Vielflieger war. Aber obwohl ich auch gerne Fleisch esse, finde ich den Artikel sehr aufschlussreich. Anhand dieses Vergleichs sieht man sehr gut wie energieintensiv die Fleischproduktion ist, wie wichtig es ist gegen die allgegenwärtige Lebensmittelverschwendung vorzugehen und dass wir dringend Alternativen zur massenhaften Fleischproduktion brauchen (von dennen bei uns ja nur die „besten Stücke“ verwendet werden).
    Ich bin mal gespannt wann Insekten endlich den Weg in unsere Kühltheken finden.
    Sind die nun schon als Nahrungsmittel zugelassen?

  4. @natraj: Das stimmt allerdings und ich möchte auch gar nicht bestreiten dass es heute viele gute Alternativen zu tierischen Produkten gibt, die wir aus den uns bekannten Gründen auch wirklich stärker nutzen sollten. Keine Frage, Egoismus und das Streben nach immer mehr hat sich in unserer wettbewerbsorientierten Leistungs- und Spaßgesellschaft tief in den Köpfen eingebrannt. Und Kriege, Armut und das viele Unrecht auf der Welt sind das Resultat davon, dass viele von uns den Hals nicht voll genug kriegen, was auch noch überall propagiert wird um dieses Wirtschaftssystem noch weiter anzukurbeln, dass nur der Geldvermehrung dient aber gleichzeitig uns alle kaputt macht (->Marx)
    Vieles wurde auch in den Links von @Unbequeme Wahrheit sehr schön erklärt. Danke hierfür! Aber auch wenn dort viele menschliche Traditionen nicht so gut bei weg kommen, dürfen wir meiner Meinung nach und bei aller Begeisterung für revolutionären Ideen, nicht alle Traditionen vergessen, die wie ich meine teils auf evolutionären Notwendigkeiten beruhen, die oft gar nicht genug berücksichtigt werden. Es ist halt so eine Sache mit der Kausalität zwischen Ursache und Wirkung… nur weil viele Dinge heute komplett aus dem Ruder laufen, heißt es nicht dass alles per se schlecht ist, was die Menschen machen und schon immer gemacht haben. Ich denke tierische Produkte „sinnvoll“ zu verwenden ist besser als diese hochwertige Ressource komplett ungenutzt zu lassen. Meiner Meinung nach muss es da einen vernünftigen Kompromiss geben sonst bekommen wir nie alles unter einen Hut.
    Dass heutzutage immer mehr Menschen Probleme in einer ganz normalen „traditionellen“ dauerhaften Partnerschaft zwischen Mann und Frau haben, Probleme mit der eigenen Identität, einen wirklichen Lebensinn zu finden und manche scheinbar überhaupt nicht mehr wissen, was zu einem erfüllten Leben wirklich dazu gehört, weil wir alle irgendwo das Vertrauen in die menschliche Vernunft und an die Liebe verloren haben, sehe ich in diesem Zusammenhang allerdings auch mehr als besorgt.
    Wir werden immer Teil des natürlichen Kreislaufs sein. Wir werden immer irgend etwas essen und anziehen müssen, das vorher gelebt hat. Wenn ein Tier irgendwann verendet, wäre es doch Verschwendung das wertvolle Fleisch und Innereien, das Leder und Horn, die Knochen, die zig Tonnen Walfett, und und und…, nicht zu verwenden oder nicht? Es wir nur wirklich Zeit dass wir nicht immer nur nehmen, sondern lernen mehr in Symbiose mit unserer Umwelt zu leben.

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