Coffee-To-Go: Schluss mit Einwegbechern!

Die Deutsche Umwelthilfe fordert eine Abgabe auf Coffee-To-Go-Becher
Foto: © Sascha Krautz / DUH

Rund 320.000 Einweg-Becher gehen in Deutschland jede Stunde über die Theke – und hinterlassen gigantische Müllmengen. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat jetzt eine neue Kampagne gegen den Irrsinn gestartet und fordert eine Abgabe von 20 Cent pro Becher.

„Sei ein Becherheld!“ Damit fordert die DUH seit heute Verbraucher auf, sich ihren Coffee-To-Go in Mehrweg- statt Einwegbecher abfüllen zu lassen. Die neue Kampagne zielt darauf ab, die Menge an Einwegbechern zu reduzieren. Denn diese Papp- und Plastikbecher, die meist ein paar Minuten nach dem Kauf im Mülleimer landen, verschwenden riesige Mengen an Ressourcen und verursachen unnötige Müllmassen.

Coffee to go-Becher sind ein wahrer Fluch für die Umwelt“, sagt der DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. „In Deutschland werden pro Jahr 2,8 Milliarden von ihnen verbraucht. Für ihre Herstellung sind 64.000 Tonnen Holz, 1,5 Milliarden Liter Wasser, 11.000 Tonnen Kunststoff und eine Energiemenge notwendig, mit der sich eine Kleinstadt ein Jahr lang versorgen ließe. Diese Probleme dürfen wir nicht länger ignorieren.“

Derzeit sind die Einwegbecher umsonst – und die Hemmschwelle, einen Kaffee im Pappbecher mitzunehmen, liegt darum niedrig. Die DUH ist überzeugt, dass weniger davon verwendet würden, wenn die Kunden dafür zahlen müssten. Deshalb fordert der Umweltverband eine Abgabe von 20 Cent pro Becher. „Die irische Abgabe auf Plastiktüten hat bewiesen, dass Verbraucher reagieren, wenn sie für Einwegartikel etwas bezahlen müssen“, erklärt der DUH-Leiter für Kreislaufwirtschaft, Thomas Fischer, und legt nach: „Eine Abgabe auf Coffee to go-Becher ist längst überfällig.“

Ein von der DUH in Auftrag gegebenes Gutachten belegt, dass eine solche Verbrauchssteuer auf Landesebene rechtlich problemlos umsetzbar wäre. Der Verband will sich außerdem dafür einsetzen, dass große Café-Ketten Mehrwegbechersysteme anbieten. Die Möglichkeit, sich seinen Kaffee in einen mitgebrachten Becher füllen zu lassen, müsse bekannter gemacht werden.

Ganz neu ist das Thema nicht: Erst im Mai schlugen einige Berliner Politiker eine Steuer auf Kaffeebecher aus Pappe vor (Siehe: Berliner wollen Steuer auf Coffee-To-Go-Becher). Die DUH befürwortete den Vorstoß damals – und setzt sich nun selbst aktiv dafür ein.

Hier geht`s zur Kampagne: Sei ein Becherheld!

Utopia meint: Die neue Kampagne der DUH und die Forderung nach einer Abgabe auf Coffee to go-Becher macht auf ein wichtiges gesellschaftliches Problem aufmerksam. Dabei ist es längst möglich, Kaffee mitzunehmen, ohne dabei Müll zu produzieren. Jeder weitere Schritt zu einem System ohne Abfall ist begrüßenswert. Dafür können wir alle schon heute etwas tun: Wenn es denn unbedingt ein Kaffee zum Mitnehmen sein muss, dann verwendet dafür euren eigenen wieder befüllbaren Becher!

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(5) Kommentare

  1. Der tätgliche Wahnsinn!
    Ich trinke meinen Kaffee vor Ort oder gar nicht.
    In was für einer Zeit leben wir, daß sogar schon nach „Espresso to go“ gefragt wird?
    Meinetwegen könnte die Umweltabgabe viel höher sein, als die geforderten 20 ct.
    Ein Tipp für Kaffeeverkäufer:
    Pappbecher ohne Deckel anbieten, denn gerade der (eklige) Plastikdeckel ist das
    große Umweltproblem. Von dem Geschmack des heißen Plastiks (mit BP-A) ganz abgesehen.
    Noch ein Tipp:
    Sich die Zeit nehmen, für die Dauer einer Tasse Kaffee im Sitzen, die Seele baumeln zu lassen und „Löcher in den Himmel“ zu gucken. Das wirkt Wunder!

  2. Ich finde die Diskussion ja super, aber immer wenn ich versuche, meinen mitgebrachten Becher befallen zu lassen, dann heißt es immer: Darf ich nicht. Hygiene und so…
    Mach nur allein die Erfahrung

  3. Diesen Einwegbecher-Wahnsinn gibt es leider nicht nur bei Coffee-To-Go. Sondern was mich gerade im Sommer sehr stört sind die vielen Einweg-Eisbecher. Schlimmer als beim Kaffee sind sie aus dickem Plastik. Werden kurz gebraucht und verstopfen dann die städtischen Mülltonnen, bevor sie verbrannt werden. Pappbecher immerhin sind beim Verbrennen CO2 neutral. Und hier wäre es doch auch ein Erfolg, wenn statt Plastik die Pappbecher verwendet würden. Geht, wenn man die Besitzer anspricht: https://hundertsand.wordpress.com/2015/07/09/kleiner-erfolg-eisdiele-ersetzt-plastik-durch-pappbecher/

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