Lindt, Ritter Sport, dmBio: Stiftung Warentest hat 24 dunkle Schokoladen getestet

Foto: CC0 Public Domain / Pixabay

Im Schokoladen-Test hat Stiftung Warentest 24 dunkle Schokoladen getestet. Unter ihnen sind viele bekannte Marken sowie Eigenmarken von Drogerien, Supermärkten und Discountern. Doch zahlreiche Bitterschokoladen sind wegen kritischer Schadstoffe und mittelmäßigen Geschmacks aufgefallen.

Dunkle Schokolade hat viele Namen: Auf der Verpackung der getesteten Schokoladen stehen Bezeichnungen wie „schwarz“, „feinherb“ oder „zartbitter“. Unterm Strich bedeutet dies immer, dass der Kakaoanteil deutlich höher ist als bei vielen anderen Schokoladen.

Die Produkte im Test hatten alle einen Kakaoanteil von 60 bis 75 Prozent. Doch schmecken sie auch gut? Das wollte Stiftung Warentest genauer wissen und hat die 24 dunklen Schokoladen geschulten Testpersonen zum Verkosten vorgesetzt. Außerdem hat Stiftung Warentest im Labor untersucht, ob die Schokolade Schadstoffe oder Keime enthält. Ein wichtiges Kriterium fehlt aber in der Bewertung.

Stiftung Warentest: Dunkle Schokolade im Test

Keine einzige dunkle Schokolade ist „sehr gut“ – jede hat zumindest kleine Mängel. Dennoch haben insgesamt 13 Bitterschokoladen mit „gut“ abgeschnitten:

  1. Testsieger im Schoko-Test ist die Hachez-Schokoladentafel Edle Bitter mit der Note 1,7. Sie sei sehr knackig, schmecke stark nach Kakao, leicht bitter und süß leicht nach Vanille und Zitrus. Geschmacklich einwandfrei, im Schadstoff-Test gab es nur kleine Abstriche.
  2. Auf Platz 2 hat es die Lindt Excellence Edelbitter mild geschafft (Note 1,8). Geschmacklich sei sie etwas milder als der Testsieger und nicht ganz so aromatisch.
  3. Den dritten Platz teilen sich mehrere Schokoladen, darunter neben der günstigen Aldi Moser Roth Edel Bitter auch eine Bio-Schokolade: Die Naturata Brasilien Feinbitter (Demeter) ist mit der Note 2,0 bewertet worden. Besonders sei bei ihr, dass sie etwas herb und leicht frucht­säuerlich nach Zitrus schmecke. Im Schadstoff-Test hat sie besser abgeschnitten als die Schokoladen von Lindt, Hachez und Aldi.

Die dm Bio Schokolade Feine Bitter ist nur „Befriedigend“ (Note 2,8). Im Geschmackstest sei die Schokolade „leicht fettig-belegend im Mund“ und im Abgang stumpf, so Stiftung Warentest.

Schokolade mit Mineralöl und Kadmium belastet

Ein bisschen veganer: Bitterschokolade
Dunkle Schokolade hat einen höheren Kakaoanteil. (Foto: CC0 Public Domain / Unsplash – David Greenwood-Haigh)

In jeder vierten dunklen Schokolade hat Stiftung Warentest erhöhte Schadstoffmengen entdeckt. Dreimal handelt es sich um aromatische Mineral­ölkohlen­wasser­stoffe (MOAH). Sie gelten als potenziell krebserregend und stecken unter anderem in einer Bitterschokolade von Zetti. Auch gesättigte Mineral­ölkohlen­wasser­stoffe (MOSH) hat Stiftung Warentest in einer Schokolade gefunden – über dem Orientierungswert.

In der Original Beans Schokolade steckt außerdem so viel Kadmium drin, wie in keiner anderen Bitterschokolade. Das Schwermetall Kadmium steht in der Kritik, weil es die Nieren schädigen kann. Laut Stiftung Warentest werden aber die Höchstgehalte an Kadmium noch eingehalten.

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Schokolade aus Kinderarbeit?

Wie fair sind die Schokoladen hergestellt? Das ist gerade bei Kakao (und damit bei Schokolade) ein wichtiges Thema. Denn mit dem Kakaoanbau gehen oft die Ausbeutung von Mensch und Umwelt einher. Viele Menschen, oft auch Kinder, arbeiten für einen Hungerlohn und für die Kakao-Plantagen werden sogar Urwälder gerodet.

„Rund 70 Prozent des Kakaos bezieht Deutsch­land aus der Elfen­beinküste und Ghana – dort nahm riskante Kinder­arbeit unter 5- bis 17-Jährigen seit 2008 um 13 Prozent zu“, erklärt Stiftung Warentest. Mit Siegeln wie Fairtrade Cocoa sowie Gepa und Utz versuchen die Hersteller den Kunden zu versichern, dass ihr Produkt fair produziert wurde. Im Test hatte aber nur jede dritte Schokolade ein Nachhaltigkeitssiegel.

Stiftung Warentest hat sich von allen Herstellern Nachweise schicken lassen, die auf der Verpackung mit Nachhaltigkeit werben. Von dm Bio über Gepa bis hin zu Naturata und Ritter Sport. Die Belege seien plausibel. „Ob Kinder­arbeit tatsäch­lich ausgeschlossen oder Schmetterlinge geschützt werden, können wir anhand von Papier aber nur begrenzt über­prüfen“, so Stiftung Warentest.

Nachhaltigkeit bei Schokolade? Nicht relevant für das Test-Ergebnis

Viele Bitterschokoladen zählen zu den veganen Süßigkeiten.
Mit dem Kakaoanbau gehen oft die Ausbeutung von Mensch und Umwelt einher (Foto: CC0 / Pixabay / AlexanderStein)

Ob ein Schoko-Hersteller fair gehandelten Kakao verwendet oder ob möglicherweise Kinderarbeit in der Bitterschokolade steckt, ist bei Stiftung Warentest aber nicht in die Bewertung eingegangen. Aus unserer Sicht hätten alle Hersteller Nachweise erbringen müssen und nicht nur diejenigen, die damit auf der Verpackung werben oder ohnehin als „fair“ bekannt sind (wie etwa die Gepa-Schokolade).

Eindeutig faire Schokoladen verdienen eine bessere Bewertung als Schokolade aus nicht-fairer Produktion. Die beiden Testsieger von Lindt und Hachez haben keine Siegel, die Kakao aus fairem Handel zertifizieren. Ein Sieger sieht anders aus.

Mehr Details und Ergebnisse aus der Untersuchung findest du bei Stiftung Warentest.

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(2) Kommentare

  1. Es ist einfach nicht mehr zeitgemäß, die ökologische und soziale Dimension der Lieferkette nicht zu bewerten. Ich hoffe, dass auch die Stiftung Warentest hier so bald wie möglich ihr Testregime anpasst. Es ist überfällig!