Rechte Gesinnung: Rewe und Edeka-Märkte nehmen Dosengetränk aus dem Sortiment

Bilder: © Rewe und CC0 Public Domain / Pixabay

Den Dosen-Apfelwein „Bembel with Care“ gibt es in einigen Geschäften aktuell nicht zu kaufen. Der Gründer des Unternehmens hatte zum Jahrestag des Weltkriegsendes einen kontroversen Instagram-Post geteilt – Rewe und Edeka Südwest haben daraus Konsequenzen gezogen.

„Der 08.05. ist kein Tag der Befreiung“ – das postete Benedikt Kuhn, Gründer von „Bembel with Care“ am 8. Mai auf Instagram. Ebenfalls in dem Post zu sehen war eine Zeichnung von einer herabfallenden Bombe.

Der Zeitpunkt und Inhalt des Instagram-Posts sind bedeutend: Am 8. Mai 1945 kapitulierte die deutsche Wehrmacht vor den Alliierten, seitdem gilt dieses Datum in europäischen Ländern als „Tag der Befreiung“. Rechte Kreise hingegen sehen ihn als Tag der Niederlage. AfD-Fraktionschef Alexander Gauland beispielsweise sprach von einem „Tag des Verlustes von großen Teilen Deutschlands und des Verlustes von Gestaltungsmöglichkeit“.

Noch mehr Anzeichen für eine rechte Gesinnung

Der Instagram-Post von Kuhn ist nicht der einzige Hinweis auf eine rechte Gesinnung des Bemble-with-Care-Gründers. In den sozialen Netzwerken verbreitete sich ein Foto von ihm, auf dem er ein Schmuckstück um den Hals trägt, das an ein Eisernes Kreuz erinnert – ein häufiges Symbol der extrem Rechten. In einer Chat-Nachricht erklärte er außerdem, dass Deutschland noch immer besetzt sei, was ein beliebtes Narrativ von Reichsbürgern ist.

Rewe und Edeka stoppen den Verkauf

Kuhn hat seinen Instagram-Account inzwischen gelöscht. Der Post vom 8. Mai hatte jedoch Folgen: Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet, hat Rewe alle Produkte von Bembel with Care aus den betreffenden Rewe-Märkten genommen. Edeka Südwest verhängte einen Bestell- und Lieferstopp.

Außerdem ist Kuhn nicht länger Geschäftsführer des Unternehmens. Er habe sein Amt „mit sofortiger Wirkung“ niedergelegt, teilte Bemble with Care auf Facebook mit. Das Team des Unternehmens distanziere sich von Kuhns Äußerungen und entschuldigte sich für die „ausgelösten Irritationen und Verletzungen“. Ab sofort übernehme die „Kelterei Krämer“ aus dem Odenwald alle Marken- und Vertriebsrechte, Kuhn werde nicht mehr an den Einnahmen der Produkte beteiligt sein.

Utopia meint: Wir finden es richtig, wenn Supermärkte eine klare Haltung zeigen und ihr Sortiment dementsprechend gestalten. Es wäre wünschenswert, dass sie das auch für andere Bereiche tun – und Ausbeutung, schlechte Produktionsbedingungen und Umweltzerstörung konsequent aus ihren Regalen verbannen.

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(1) Kommentar

  1. Stigmas – Dogmen
    oder „Wie ein Satz, eine Firmenübernahme rechtfertigen kann“

    Kuhn kommt von Cohn. Cohn und Kuhn in diesem Falle sind eindeutig Namen jiddischem Ursprungs.
    Das „Eiserne Kreuz“ ist explizit kein Zeichen der „Rechten“ schlechthin. In ähnlicher Abwandlung wurde es noch lange Zeit als Bundesverdienstkreuz verliehen. Also Vorsicht bei der Deklaration, wenn niemand als „subversives Element der Bundesrepublik Deutschland“ eingestuft werden möchte. 😉

    Hoppala, ein Ursprung auf Abwegen?

    Liest man weiter, kommt zutage, dass eine Firma Namens „Kelterei Krämer“ aus dem Odenwald nun die „holde Frucht“ den „Bemble with Care“ frank frei und freundlich für sich vereinnahmt hat. Übernommen, nachdem Herr Kuhn das Handtuch warf. Immerhin hatten Rewe und Edeka seine Produkte aus den Regalen genommen.

    Liest man genauer und recherchiert etwas weiter, fällt auf, dass diese Entscheidung nicht ad hoc gefällt wurde. Zudem offensichtlich mit seinem Post rein gar nichts zu tun haben kann. ;).

    So hat also ein Herr Kuhn, dessen Name alleine schon jiddischen Ursprungs ist, mit seiner Wehmut, seiner eigenen „Enteignung“ nach „altdeutschem Prinzip“ zugearbeitet, indem er völlig übersah, dass seine Wehmut bzgl. des 8.5. auch als antisemitistisch eingestuft werden kann.
    So etwas kann man „jiddisches“ Eigentor nennen! Prost!