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Unfassbare Aktion: Der „Abschied“ vom Flughafen Berlin-Tegel ist ökologischer Wahnsinn

Foto: CC0 Public Domain / Pixabay

Demnächst wird in Berlin der neue Flughafen „Willy Brandt“ eröffnet – und der bestehende Flughafen Berlin-Tegel geschlossen. Bevor es soweit ist, gibt es dort besondere Abschiedsflüge. Die sind allerdings ziemlich absurd.

60 Jahre lang sind am Flughafen Berlin Tegel täglich Flugzeuge gestartet und gelandet. Damit ist bald Schluss: Anfang November stellt der Flughafen seinen Betrieb ein. Davor können sich Fans des Flughafens noch einmal von ihm verabschieden.

Mehrere Fluggesellschaften bieten dafür Rundflüge und „innerstädtische Sonderflüge“ über Berlin an. Sie alle finden am 7. November statt und sollen etwa 45 Minuten dauern. Eurowings stellt dafür einen Airbus A319 bereit, die Airline „Sundair“ einen Airbus A320. Die Flüge seien eine „einzigartige Möglichkeit“ für einen „würdigen Abschied“ vom Flughafen, schreibt das Flugportal „Airevents“.

45 Minuten über Berlin herumfliegen

Über das Portal lassen sich die Flüge mit der Eurowings-Maschine buchen. Tickets kosten zwischen 88 und 235 Euro. Wer einen Fensterplatz möchte, zahlt zusätzlich. Bei drei der geplanten Eurowings-Flüge wurde die Mindestanzahl an Teilnehmer*innen bereits erreicht – insgesamt hat der Airbus 319 Platz für bis zu 150 Personen.

45 Minuten mit einem Passagierflugzeug über Berlin herumzufliegen, ist aus ökologischer Sicht absurd. Das Flugzeug ist das mit Abstand umweltschädlichste Verkehrsmittel, jeder Flug setzt CO2 und andere schädliche Treibhausgase frei. Der Einfluss von Flugreisen aufs Klima liegt aktuellen Studien zufolge bei knapp 4,9 Prozent. „Mehr kann man gar nicht zeigen, dass einem die zukünftigen Generationen egal sind“, kommentiert ein User auf Twitter die Abschiedsflüge des Tegel-Flughafens.

Ein „Abschied“, der nicht nur ökologisch wenig Sinn ergibt

In Anbetracht der fortschreitenden Klimakrise sollten wir Flugreisen so weit wie möglich reduzieren – und bestimmt nicht aus einer fehlgeleiteten Nostalgie heraus unnötige Sonderflüge machen. Es ergibt außerdem wenig Sinn, sich mit einer Flugreise zu „verabschieden“. Flugreisen wird es in Berlin weiterhin geben, nämlich von zwei weiteren Flughäfen aus. Start und Landung der Flugzeuge laufen dort gleich ab wie am Flughafen Berlin Tegel. Wer tatsächlich den Flughafen an sich vermissen wird, sollte sich vor seiner Schließung lieber noch einmal das Gebäude ansehen. Die „Abschiedsflüge“ sind vor allem eines: Raffiniertes Marketing auf Kosten der Umwelt.

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(1) Kommentar

  1. Generell ist die Schließung des vorhandenen und seit vielen Jahren funktionierenden „Flughafens der kurzen Wege“ – TXL, der immerhin 25 Mio. Passagiere pro Jahr zügig abfertigt, zugunsten eines Neubaus für die prognostizierten doppelten Passagierzahlen bis 2050 eine ökologische Katastrophe und zeigt, dass Berlin es noch nicht verstanden hat!
    Auch zur Planungsphase des BER in den 90ern waren die Umweltprobleme in Zusammenhang mit dem rasant wachsendem Flugverkehr schon bekannt. Trotzdem wurde sich lieber für ein Wachstum in die falsche Richtung entschieden…
    Ein sehr schlechtes Beispiel für Nachhaltigkeit, gerade für unsere Hauptstadt, die doch eigentlich mit gutem Beispiel voran gehen sollte!