Gegen Coffee-to-go-Müll: Freiburg startet Mehrwegbecher-Pfandsystem

Screenshot: baden.fm

Kaffee zum Mitnehmen geht in Freiburg jetzt auch ohne Müll: In vielen Cafés und Bäckereien in der Innenstadt kann man sich seinen Kaffee in den „Freiburg Cup“ füllen lassen. Den wiederverwendbaren Mehrwegbecher gibt es für nur einen Euro Pfand. Das Ziel: unnötigen Einweg-Müll reduzieren.

Zum Start der Aktion von Abfallwirtschaft und Stadtreinigung Freiburg (ASF) und der Stadtverwaltung machen 16 Cafés und Bäckereien im Freiburger Innenstadtbereich mit. Das besondere: Die Mehrwegbecher werden dort nicht verkauft, sondern gegen einen Euro Pfand verliehen – und können in jedem teilnehmenden Lokal wieder abgegeben werden. Dort werden sie gespült und dann wieder verwendet. Damit ist Freiburg bundesweit die erste Stadt mit einem Mehrwegbecher-Pfandsystem.

In Deutschland werden pro Stunde bis zu 320.000 Einwegbecher verbraucht – drei Milliarden im Jahr. Der Badischen Zeitung zufolge fallen alleine in Freiburg jedes Jahr etwa zwölf Millionen leere Coffee-to-go-Becher an. Die Stadt finanziert nun das Mehrwegbecher-Experiment, das zunächst auf ein Jahr angelegt ist – „weil wir einfach möchten, dass die Bürgerschaft weniger Abfall produziert und weniger Kaffeebecher in den Straßenraum hineinwirft“, sagte Umweltbürgermeisterin Gerda Stuchlik bei der Vorstellung des „Freiburg Cups“. ASF-Chef Michael Broglin sagte laut Badischer Zeitung: „Wenn es in einer Stadt wie Freiburg nicht funktioniert, dann kann man’s lassen.“ Wenn das Sytem gut angenommen wird und funktioniert, würde er das Pfandsystem gerne auf andere Stadtteile erweitern.

Bei den „Freiburg Cups“ handelt es sich um beigefarbene Becher mit Freiburger Skyline in grün. Die recycelbaren Mehrweg-Becher bestehen aus stabilem, spülmaschinenfestem Kunststoff. Sie sollen bis zu 400 Spülgänge überstehen. Allerdings: Mit den Mehrwegbechern werden weiterhin Einwegdeckel aus Plastik verwendet – aus hygienischen Gründen.

Mehrwegbecher sind in

Freiburg ist Vorreiter, was das Pfandsystem angeht. Doch die Erkenntnis, dass gegen das Problem mit dem Coffee-to-go-Müll etwas getan werden muss, hat sich inzwischen vielerorts durchgesetzt.

Mehrere Städte und Institutionen versuchen bereits, mit Mehrwegbechern dagegen vorzugehen: Mit einem Pfandsystem beispielsweise versuchen es derzeit „ReCup“ aus Rosenheim und die Hamburger Initiative „Refill it!“. In Tübingen bietet eine Reihe von Lokalen Rabatt, wenn man seine mitgebrachten Becher befüllen lässt. Die Berliner S-Bahn bietet seit diesem Sommer einen Mehrwegbecher an und die Initiative „Just Swap It“ versucht in Berlin ein Pfandsystem zu etablieren.

Bei der Aufkleber-Initiative „Coffee to go again“ signalisieren Sticker bundesweit an Cafés und Bäckereien den Kunden, dass mitgebrachte Becher willkommen sind. Und auch Unternehmen ziehen mit: Bei der Kaffee-Kette Starbucks etwa gibt es 30 Cent und beim Coffee-Shop Balzac 25 Cent Nachlass beim Kaffeekauf mit Mehrwegbecher.

Video zur Einführung des „Freiburg Cup“:

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(1) Kommentar

  1. .. ooohhhh… wie furchtbar! .. Kaffee aus Plastik … und dann trage ich den Becher mit mir herum bis ich einen weiteren ‚Pfand-Partner‘ finde… wie sinnfrei! Pappbecher der vorgesehenen Verwertung zuführen und als Energieträger nutzen statt Öl in Verbrennungsanlagen zu liefern war ein viel besserer Plan. Schade – an der ‚umweltgefährdenden Abfallentsorgung‘ einiger weniger Dummköpfe ist ein ganzes Gesetz gescheitert… und würde jeder Täter mal eben mit € 50,00 abkassiert, wenn auf frischer Tat ertappt, würden’s diese Schurken schon noch lernen. Wozu also überhaupt Gesetze erlassen, wenn sie niemand kontrolliert??? hahahaa … Peinlich peinlich….