Coffee to go: 5 Gründe, dir endlich einen Thermobecher anzuschaffen

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Beschichtete Pappbecher sind zurzeit allgegenwärtig. Das ist nachvollziehbar: Die Pandemiebeschränkungen und das Frühlingswetter treiben uns nach draußen, gleichzeitig darf die Gastronomie nur Take-away anbieten. Müllberge sind die Folge. Dabei werden vielerorts auch wiederverwendbare Thermobecher akzeptiert. Warum du dir spätestens jetzt einen anschaffen solltest.

Die Deutschen lieben ihren Kaffee – sogar mehr als Wasser und Bier. Das sagt zumindest der Deutsche Kaffeeverband und rechnet vor, dass jede:r Bundesbürger:in durchschnittlich 166 Liter pro Jahr konsumiert, was fast einem halben Liter pro Tag und Kopf entspricht. Zurzeit werden sehr viele Tassen außer Haus konsumiert, weil das Coronavirus den gewohnten Cafébetrieb lahmgelegt hat. Leider wird das beliebte Heißgetränk dabei fast immer im Pappbecher ausgeschenkt.

To-go-Becher tragen dazu bei, dass die Menge an Verpackungsmüll in Deutschland seit Jahren wächst und wächst. Die gute Nachricht: Der beschichtete Pappbecher to go ist eigentlich nur eine schlechte Angewohnheit, zu der es – auch in Corona-Zeiten – oft eine Alternative gibt. Wer nämlich auf einen wiederverwendbaren Thermobecher umsteigt, wird wegen der vielen Vorteile nie wieder zum Coffee-to-go-Becher aus Pappe und Plastik zurückkehren.

Corona und mitgebrachte Kaffeebecher

Ein eigener Thermobecher lohnt sich, auch wenn er aktuell vielleicht nicht überall willkommen ist. Denn: Aufgrund der Corona-Pandemie werden mitgebrachte Kaffeebecher in einigen Läden aus Hygienegründen gerade nicht mehr befüllt. Das ist verständlich, und auch als Kund:in zu akzeptieren. Nachfragen lohnt sich trotzdem. Möglicherweise hat das Café inzwischen ein eigenes Hygienekonzept für das Befüllen mitgebrachter Becher. Außerdem ist abzusehen, dass sich die Bestimmungen in den nächsten Wochen und Monaten wieder lockern – dann dürfte es auch überall wieder möglich sein, seinen eigenen Thermobecher zu verwenden.

Hier sind 5 gute Gründe, endlich auf Thermobecher umzusteigen:

1. Thermobecher sind besser für Coffee to go

Der Kaffee bleibt länger warm – mindestens 1,5 Stunden in gebräuchlichen Thermobechern mit Isolierfunktion. Doppelt beschichtete Modelle aus Edelstahl halten die Flüssigkeit fast 24 Stunden auf Ausgangstemperatur, sind jedoch auch etwas teurer.

Kaffee verliert seinen Frischegeschmack durch Temperaturschwankungen und Sauerstoffzufuhr. In einem Thermobecher bleibt das Aroma also besser erhalten. Der Kaffee schmeckt nach Kaffee – und nicht nach Pappe oder Plastik.

2. Thermobecher sind besser für den Weg

Ein weiterer Vorteil der Thermobecher: Der Kaffee kann nicht so leicht überschwappen oder auslaufen. Wer mit einem Pappbecher in der Hand schon einmal zur U-Bahn laufen musste, weiß, dass die Plastikdeckel auf den Bechern alles andere als dicht sind. Thermobecher sind verschließbar und liegen besser in der Hand. Und: Niemand hat mehr verbrannte Finger.

3. Thermobecher sind besser für die Umwelt

320.000 Coffee-to-go-Einwegbecher landen pro Stunde im Müll, am Ende sind es laut Deutscher Umwelthilfe jährlich fast drei Milliarden weggeworfene Becher – alleine in Deutschland. Die Herstellung dieser Becher verbraucht 1,5 Milliarden Liter Wasser, 43.000 Bäume werden pro Jahr für Pappbecher gefällt. 11.000 Tonnen Kunststoff fallen für die Beschichtung und die Plastikdeckel an. 83.000 Tonnen CO2-Emissionen entstehen bei der Produktion.

Was vielen Leuten nicht bewusst ist: Pappbecher sind innen meist kunststoffbeschichtet, der Becher darf also nicht in den Papiermüll, er muss in den Restmüll. Recycelte Becher gibt es kaum, weil die Richtlinien zur Lebensmittelsicherheit Becher aus Altpapier verbieten – allzu oft ist es mit Mineralöl verunreinigt.

Ein Pappbecher hat eine Lebensdauer von ca. 15 Minuten, Thermobecher halten dagegen Jahre. Wenn man sie sorgfältig ausspült und nicht ständig in die Geschirrspülmaschine steckt, vielleicht sogar Jahrzehnte.

Coffee to go Becher produzieren eine Menge Müll
Schluss mit Coffee-to-go-Müll! (Foto: "coffee" april unter CC BY 2.0)

4. Thermobecher sind besser für dich

Bedenklich an Pappbechern sind auch die potenziellen Belastungen durch Gifte wie Weichmacher. In der Pappbecher-Beschichtung stecken häufig perfluorierte Polymere, die nur langsam wieder im Körper abgebaut werden. Die Plastikdeckel sind meist aus Polystyrol, in dem Material können wiederum hormonell wirksame Stoffe stecken.

5. Thermobecher sind besser für den Geldbeutel

Zuerst einmal muss man natürlich investieren: Gute Thermobecher gibt es ab ca. 20 Euro. Dabei sind halbwegs hochwertige Modelle so langlebig, dass sich das lohnt. Mit etwas Glück hat man das Geld sogar bald wieder drin, denn mit einem Thermobecher bekommt man bei manchen Cafés Rabatt auf seine Bestellung. Wenn kein Pappbecher gebraucht wird, gibt es auch keinen zu berechnen.

Welchen Thermobecher nehmen?

Es gibt Mehrweg-Thermobecher aus verschiedenen Materialien:

  • Edelstahl ist lebensmittelecht, rostfrei und daher unbedenklich, aber in der Herstellung energieintensiv, daher sollte man solche Becher möglichst lange benutzen.
  • Gehärtetes Glas
  • Polypropylen (PP) und Polyethylene (PE) sind lebensmittelecht, geruchlos und hautverträglich und enthalten grundsätzlich kein schädliches BPA, doch PP/PE basieren auf Erdöl und sind nicht natürlich abbaubar.
  • Porzellan ist lebensmittelecht, unbedenklich und langlebig, aber energieintensiv in der Herstellung. Aber: Es ist zerbrechlich und wird recht heiß.
  • Recycling- oder Natur-Materialien wie Kaffeesatz, Bambus oder Reishülsen, die mit speziellen (Kunst-)Harzen verklebt werden.
  • Silikon ist frei von Weichmachern, hitzebeständig, flexibel, langlebig und in der Regel gesundheitlich unbedenklich.

Welches Produkt darf’s denn sein? In unserer Bestenliste BPA-freie Kaffeebecher to go findest du zahlreiche empfehlenswerte Thermobecher mit Bewertungen und Empfehlungen aus der Utopia-Community:

Übrigens musst du auch beim Take-away-Essen nicht Unmengen an Verpackungsmüll produzieren. Inzwischen gibt es mehrere Anbieter für Mehrwegboxen. Du findest sie in unserem Artikel: Essen-to-go ohne Verpackungsmüll: Mehrwegboxen statt Einwegverpackung

Mitarbeit: L. Wirag

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