Dieses Pärchen isst nur noch Obst – und putzt sich nicht mehr die Zähne

© Instagram (Rare Fruit Hunters)

Frutarier essen hauptsächlich Obst und ernähren sich damit sehr gesund. Die Lebensweise soll aber noch einen weiteren Vorteil haben: Man braucht sich nicht mehr die Zähne zu putzen – das meint zumindest ein Frutarier-Pärchen, das seit zwei Jahren ohne Zahnbürste auskommt.

Veganer, die noch einen Schritt weitergehen, heißen Frutarier: Sie konsumieren nur solche pflanzlichen Produkte, die Bäume oder Büsche von selber abwerfen, ohne dass die jeweilige Pflanze beschädigt wird. Das funktioniert vor allem bei Obst, Nüssen und Samen gut. Für viele Gemüsesorten hingegen werden Blätter abgezupft oder Wurzeln ausgegraben, weshalb strenge Frutarier sie nicht essen.

Eine starke Verfechterin des Lebensstils ist Tina Stoklosa – die gebürtige Polin lebt in Indonesien und teilt auf Instagram und YouTube regelmäßig Tipps für Frutarier. Seit sie nur noch Obst isst, fühle sie sich so gut wie noch nie zuvor in ihrem Leben, sagt Stoklosa. Sie und ihr Verlobter würden außerdem seit zwei Jahren nicht mehr Zähne putzen – es sei nicht mehr nötig.

Natürliche Zahnreinigung durch Früchte

Die Früchte würden viel Wasser enthalten, sodass kaum Rückstände oder Ablagerungen auf den Zähnen zurückbleiben. Besonders fasriges Obst reinige die Zähne außerdem auf natürliche Weise. Die beiden haben gar nicht mehr das Bedürfnis, Zähne zu putzen, erzählt Stoklosas Verlobter.

Hier ein Video von den Stoklosa und ihrem Verlobten auf Facebook:

Wie gut der Zustand ihrer Zähne inzwischen ist, kann wahrscheinlich nur ein Zahnarzt beurteilen. Zumindest auf den Instagram-Bildern sehen die Zähne der beiden aber gut aus – und bestimmt nicht so, als ob sie sie zwei Jahre lang nicht mehr geputzt haben.

Obst statt Zähneputzen?

Aber ist es wirklich eine gute Idee, nur noch Obst zu essen und auf die Zahnbürste zu verzichten? Was für den Frutarismus spricht, sind die vielen Vitamine, Antioxidantien sowie Mineralien, die Frutarier mit dem Obst zu sich nehmen. Dafür fehlen ihnen oft Proteine, Eisen oder Jod.

Bestimmte Obst- oder Gemüsesorten können außerdem tatsächlich zahnreinigend wirken. Wenn man beispielsweise Äpfel oder grüne Bohnen isst, sorgt der Kauvorgang dafür, dass die Zähne sauberer werden. Das funktioniert allerdings nur bis zu einem gewissen Grad: Die Zahnzwischenräume und hinteren Backenzähne profitieren nicht.

Zucker und Karies

Kritisch außerdem für Frutarier: Da sie sich hauptsächlich von Obst ernähren, nehmen sie vergleichsweise viel Fruchtzucker auf – und Zucker kann zur Entstehung von Karies beitragen.

Der Umwelt und der Gesundheit zuliebe den Anteil an pflanzlicher Kost in der eigenen Ernährung zu erhöhen ist also empfehlenswert. Ganz aufs Zähneputzen zu verzichten hingegen eher nicht.

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(7) Kommentare

  1. Grundsätzlich halte ich es für möglich, dass der Mensch sich frutarisch ernährt. Anatomisch gesehen ist der Mensch ein reiner Pflanzenfresser. Auch trinkt kein weiteres Tier auf diesen Planeten Muttermilch bzw. isst Muttermilchprodukte einer anderen Art.

    Je restriktiver sich der Mensch ernährt, je mehr muss er jedoch auch aufpassen.
    – Vitamin B12 früher im Fluß und an ungewaschenen Pflanzen wird den Tieren supplementiert -> müssen Veganer und Frutarier supplementieren
    – Jod früher im Boden wird dem Salz zugesetzt -> Alternative z. B. Nori-Alge
    – Selen früher im Boden wird den Tieren gefüttert -> Alternative Paranüsse
    – Ommega-3 ist im Fisch -> Veganer essen z. B. geschrotete Leinsamen, Chiasamen oder Walnüsse (zudem keine Arachidonsäure (Omega-6) aus Tierprodukten)
    – Calzium über die Milch -> Pflanzen oder Wasser bzw. Pflanzenmilch mit Calzium
    – Menschen haben früher am Äquator gewohnt -> Supplementierung Vitamin D

    Je weiter man sich von der westlichen Ernährung entfernt, je mehr muss man sich Gedanken darüber machen, ob man alle Nährstoffe erhält. Die Annahme, dass das Tier diese Nährstoffe produziert ist schlicht falsch. Die Nährstoffe werden ähnlich wie Schadstoffe (z. B. Quecksilber im Fisch) über die Nahrung vom Tier aufgenommen und dort konzentriert. Einige Nährstoffe werden hierbei den Tieren in Form von Supplementen gefüttert, da sie in der Nahrung (Soja und Stadtwasser) nicht vorhanden sind.

  2. Im Gegensatz zum Veganismus halte ich Frutarismus nicht für allgemein umsetzbar und schon gar nicht für notwendig. Ich glaube zwar, dass es tatsächlich möglich ist sich so zu ernähren, jedoch halte ich den Aufwand für übertrieben und bezweifle, dass genug abfällt um alle Menschen satt zu machen.
    Was ich allerdings wirklich unschön finde, ist wenn man seine Zähne nicht regelmäßig putzt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Obst und Gemüse das gleiche leisten können wie Zahnpasta, -seide und -bürste. Zudem wüsste ich nicht, welche Vorteil man sich davon erhofft.

  3. Sprechen wir uns wieder in ca. 15-20 Jahren. Gegen Zahnstein ist kaum ein `Kraut´ gewachsen. Auch ist es wichtig, dass das Zahnfleisch massiert wird. Abgesehen davon, vermitteln frisch geputzte Zähne ein gutes Gefühl.

  4. Nach einer ausführlichen Zahnprophylaxe putze ich mir schon lange nicht mehr die Zähne. Dafür ernähre ich mich anders, indem ich Industriezucker ganz meide und sehr ausgedehnt kaue, denn die Verdauung beginnt ja bekanntlich schon im Mund.
    So erhalte ich mir eine natürliche Bakterienflora und schone meinen Zahnschmelz, anstatt ihn `runter zu putzen´, wie es meine Freunde offenbar tun, weil sie beim kalten Bier Zahnschmerzen bekommen. Was ich allerdings kräftig bearbeite ist das Zahnfleisch und ich achte auch darauf, dass die Zahnzwischenräume sauber sind.
    Nach aktuellem Stand hab ich (67) keine Probleme mit meinen Zähnen und kann kräftig zubeißen.
    Jürgen aus Loy (PJP als Blogger)

  5. Meine Uroma hatte das Problem Zähneputzen nicht:
    Wie auch, wenn sie keine Zähne mehr hatte …
    Außerdem konnte sie nich so in den „Allerwertesten“ beißen.

    (Humor ist, wenn man trotzdem lacht)

  6. Schließlich konnte ihr keiner mehr `auf den Zahn fühlen´, wie es so schön heißt. Meine Schwiegermutter ging es ähnlich, sie hat sich nach 4-monatiger Pflege bei uns zu Haus mit 94 in die Jagdgründe verabschiedet.