Nivea, Lush, Alverde: Stiftung Warentest hat 14 Gesichtscremes untersucht

CC0 / Unsplash.com / Humphrey Muleba

Stiftung Warentest hat Gesichtscremes getestet – dieses Mal gezielt Naturkosmetik und „naturnahe“ Kosmetik. Viele Cremes konnten überzeugen, einige hatten jedoch ein Problem mit Keimen.

Naturkosmetik kommt ohne problematische Inhaltsstoffe wie Mikroplastik, Parabene, Silikone oder erdölbasierte Inhaltsstoffe aus. Aber ist sie auch genauso wirksam wie konventionelle Kosmetik? Stiftung Warentest wollte es herausfinden – und hat Gesichtscremes von zertifizierten Naturkosmetik-Marken für die Ausgabe 09/2020 getestet.

Die Verbraucherschutzorganisation interessierte sich nicht nur für Naturkosmetik, sondern auch für Kosmetik, die sich als solche ausgibt. Viele konventionelle Marken wie Garnier oder Nivea verkaufen „grüne“ oder „naturnahe“ Kosmetik. Sie werben mit natürlichen Inhaltsstoffen, die Produkte tragen aber kein Naturkosmetiksiegel. Für den aktuellen Test hat Stiftung Warentest auch solche Cremes untersucht – und „naturnahe“ Kosmetik und Naturkosmetik verglichen. Insgesamt waren 14 Gesichtscremes dabei.

Gesichtscremes bei Stiftung Warentest: Die Ergebnisse

Nachtcreme Kosmetik Creme Gesichtscreme
Tester*innen untersuchten Anwendung und Hautgefühl der Cremes. (Foto: © Lichtmaler - Fotolia.com)

Das wichtigste Kriterium im Test war die Feuchtigkeitsanreicherung – also inwieweit die Creme den Wassergehalt in der Hornschicht der Haut erhöht. Tester*innen untersuchten, wie gut die Creme sich verteilen lässt, einzieht und wie sie sich auf der Haut anfühlt. Stiftung Warentest prüfte außerdem die enthaltenen Duftstoffe und ob die Creme gegen Keime geschützt ist. Die Duftstoffe flossen allerdings nicht in die Bewertung ein. Dafür spielten Werbeversprechen und Verpackung eine Rolle.

Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:

  • Keine Creme ist „sehr gut“.
  • Acht Cremes schneiden mit „gut“ ab, die meisten davon sind zertifizierte Naturkosmetik, etwa Produkte von Alviana, Alverde oder Weleda.
  • Testsieger ist allerdings eine konventionelle Creme: Die „Natural Balance Feuchtigkeitsspendende Tagespflege“ von Nivea.
  • Drei Cremes sind „befriedigend“, etwa eine vom „Body Shop“.
  • Die Testverlierer sind zwei Cremes mit „mangelhaft“: Die „Skin Drink Gesichtscreme“ von Lush und die „Organics Sensitive Care Jeuness Daycream“ von Provida.

Die beiden Testverlierer versagten im „Keimbelastungstest“: Das bedeutet, sie waren nicht ausreichend konserviert und konnten nicht effektiv mit eingebrachten Keimen fertig werden.

Stiftung Warentest kritisiert mangelnde Transparenz

Insgesamt hat Stiftung Warentest wenig zu bemängeln: Cremes mit Naturkosmetik-Siegeln bestehen tatsächlich überwiegend aus natürlichen Stoffen, bestätigt die Verbraucherschutzorganisation. Außerdem können sie in Pflege und Anwendung mit den konventionellen Cremes mithalten.

Allerdings kritisiert Stiftung Warentest, dass die Anbieter nicht transparent genug sind. Die Organisation hatte alle Marken um Dokumente gebeten, die zeigen, wo ein bestimmter Inhaltsstoff herkommt und ob er tatsächlich aus Bioanbau stammt. Vier Anbieter schickten gar keine Belege, die anderen nur lückenhafte.

Naturkosmetik ist die bessere Wahl

Aufschlussreicher ist hingegen der Vergleich zwischen zertifizierter Naturkosmetik und konventioneller „naturnaher“ Kosmetik. Letztere enthält eben nicht nur natürliche, sondern auch synthetische Inhaltsstoffe. Stiftung Warentest entdeckte beispielsweise „Carbomer“, eine Substanz, die schlecht biologisch abbaubar ist. Nicht immer sei erkennbar, ob Inhaltsstoffe einen natürlichen oder synthetischen Ursprung haben. Die Empfehlung der Organisation: „Lieber skeptisch bleiben, wenn Anbieter konventioneller Cremes das Grüne vom Himmel versprechen.“

Eine Übersicht der getesteten Gesichtscremes mit allen Details gibt es bei Stiftung Warentest.

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