Ausgewogene Ernährung: 10 Regeln für den Alltag

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Eine ausgewogene Ernährung ist entscheidend für eine gesunde Lebensweise. Ernährst du dich gesund, kommst du in der Regel ganz ohne Nahrungsergänzungsmittel oder strikte Diäten aus.

Immer wieder ist von einer ausgewogenen Ernährung die Rede, wenn es um einen nachhaltigen und gesunden Lebensstil geht. Aber was bedeutet das eigentlich? Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DEG) stellt mit ihrem 10-Punkte-Plan einen praktischen Leitfaden zur ausgewogenen Ernährung bereit. An diesen zehn Regeln kannst du dich orientieren, um dich ausgewogen zu ernähren.

1. Mit Achtsamkeit zu ausgewogener Ernährung

Nimm dir Zeit für deine Mahlzeiten und genieße jeden Bissen ganz bewusst.
Nimm dir Zeit für deine Mahlzeiten und genieße jeden Bissen ganz bewusst. (Foto: CC0 / Pixabay / jill111)

Bevor es darum geht, was du isst, solltest du prüfen, wie du isst.

  • Wenn du dir Zeit für deine Mahlzeiten nimmst und langsam und bewusst isst, kannst du das Essen mehr genießen.
  • Außerdem verhinderst du, dass du dich überisst. Denn: Erst zehn bis 15 Minuten nach Beginn der Mahlzeit setzt das Sättigungsgefühl ein.
  • Achte darauf, ausreichend zu kauen. Am besten kaust du jeden Bissen 30 bis 40 Mal.
  • Damit das gelingt, solltest du während der Mahlzeit störende äußere Einflüsse vermeiden: Der Fernseher oder das Handy haben jetzt Funkstille.

Zum achtsamen Umgang mit Nahrung gehört es auch, keine Lebensmittel zu verschwenden. Wir geben dir 10 einfache Tipps, mit denen du dies leicht umsetzen kannst.

2. Ausgewogene Ernährung ist abwechslungsreich

Eine ausgewogene Ernährung besteht aus vielen verschiedenen Lebensmitteln und variiert jeden Tag.
Eine ausgewogene Ernährung besteht aus vielen verschiedenen Lebensmitteln und variiert jeden Tag. (Foto: CC0 / Pixabay / maja7777)

Eine gesunde Ernährung bedient sich an der gesamten Lebensmittelpalette, denn in keinem einzelnen Lebensmittel stecken alle nötigen Nährstoffe. Bunt und abwechslungsreich sollte es sein.

  • Gemüse, Obst, Getreide, Hülsenfrüchte, Öle, Samen und Kerne – achte auf eine ausgewogene Mischung aus allen Lebensmittelgruppen .
  • Und auch innerhalb der Gruppen solltest du möglichst vielfältig variieren – etwa indem du die breite Palette der verschiedenen Gemüsearten zu dir nimmst.
  • Indem du dich am Saisonkalender orientierst, ist diese Vielfalt schon fast garantiert, denn über die Monate hinweg wechselt das regionale Angebot ständig. Die saisonal-regionale Ernährung ist nicht nur für dich und deine Gesundheit gut, sondern auch besonders nachhaltig.

3. Fünf am Tag: reichlich Obst und Gemüse

Bei einer ausgewogenen Ernährung sollten Obst und Gemüse mengenmäßig den größten Anteil haben.
Bei einer ausgewogenen Ernährung sollten Obst und Gemüse mengenmäßig den größten Anteil haben. (Foto: CC0 / Pixabay / RitaE)

Die „Fünf am Tag“-Regel ist eine weitere Orientierungshilfe. Sie besagt: drei Portionen Gemüse (400 Gramm) und zwei Portionen Obst (250 Gramm) pro Tag solltest du zu dir nehmen. Mengenmäßig sollten frisches Obst und Gemüse also den größten Anteil in einer ausgewogenen Ernährung ausmachen.

Obst und Gemüse versorgen dich mit reichlich Nähr- und Mineralstoffen, Ballaststoffen, Vitaminen und sekundären Pflanzenstoffen. Außerdem bringen sie geschmackliche und optische Vielfalt auf den Teller.

Dabei solltest du versuchen, in jede Mahlzeit etwas Obst oder Gemüse einzubauen – etwa indem du frischen Apfel oder Banane ins Müsli schneidest, zum Abendbrot einen Salat isst oder die Pasta mit frischen Tomaten und Möhren genießt.

Nüsse, Ölsaaten und Trockenfrüchte zählen auch zur Portion Obst. Aufgrund des höheren Kaloriengehalts ist hier die Portionsgröße mit etwa 25 Gramm bemessen. Übrigens: Auch ein Smoothie oder frisch gepresster Saft kann gelegentlich eine Obstportion ersetzen – allerdings nicht zu oft, denn diese enthalten meist viel versteckten Zucker in Form von Fruchtzucker.

4. Zucker und Salz minimieren

Deinen Zucker- und Salz-Konsum solltest du für eine gesunde ausgewogene Ernährung im Auge behalten.
Deinen Zucker- und Salz-Konsum solltest du für eine gesunde ausgewogene Ernährung im Auge behalten. (Foto: CC0 / Pixabay / Bru-nO)

Zucker ist eine Kalorienbombe und erhöht das Risiko für Karies. Auch mit einem erhöhten Diabetes-Risiko soll vermehrter Zucker-Konsum in indirektem Zusammenhang stehen.

  • Das Problem ist aber selten der bewusst hinzugefügte Zucker zum Tee oder den Speisen, sondern der versteckte Zucker in verarbeiteten Nahrungsmitteln und Getränken.
  • Zu den Zuckerfallen gehören zum Beispiel Fruchtjoghurt, Fruchtnektar oder Müsli. Und selbst in Ketchup, Dressings und Fertigmahlzeiten wie Pizza ist oft überraschend viel Zucker zugesetzt.
  • Deshalb lohnt es sich, die Zutatenliste sowie die Nährstofftabelle zu prüfen. Besser noch: Verzichte ganz auf industriell verarbeitete Lebensmittel und du hast die volle Kontrolle darüber, wie viel Zucker in deine Speisen kommt.

Auch eine zu hohe Salzzufuhr ist gefährlich für den Körper: Zu viel Salz kann den Blutdruck erhöhen und somit auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

  • Richtwert: Mehr als sechs Gramm Salz pro Tag sollten es nicht sein.
  • Auch hier gilt wieder: Häufig nehmen wir durch verarbeitete Nahrungsmittel viel mehr Salz auf, als uns bewusst ist.
  • Vor allem Fast-Food, Fleischprodukte und Käse sind oft besonders salzhaltig. Aber auch in Brot und den meisten Fertigprodukten findet sich eine Menge Salz.
  • Auch in der eigenen Küche wandert oft mehr Salz ins Essen als nötig. Tipp: Schmecke deine Speisen zuerst mit Kräutern und anderen Gewürzen ab, bevor du Salz hinzufügst.
  • Reduziere den Salzgehalt in deinen Speisen Schritt für Schritt. Am Anfang schmecken Speisen mit weniger Salz vielleicht etwas langweilig. Aber mit der Zeit stellen sich deine Geschmacksnerven darauf ein und werden wieder sensibler. Dann profitierst du am Ende sogar mit einem reicheren Geschmackserlebnis.

5. Gesunde Fette durch pflanzliche Öle

Natives Olivenöl zählt zu den gesündesten pflanzlichen Ölen.
Natives Olivenöl zählt zu den gesündesten pflanzlichen Ölen. (Foto: CC0 / Pixabay / stevepb)

Eine Zeit lang galten Fette generell als gesundheitsgefährdend. Mittlerweile wissen wir: Fett ist nicht gleich Fett und hat je nach Art und Herkunft ganz unterschiedliche Bedeutung in ernährungsphysiologischer Hinsicht.

  • Um die lebensnotwendigen ungesättigten Fettsäuren sowie Vitamin E zu beziehen, sollten wir auf wertvolle gesunde Fettquellen zurückgreifen. Dazu gehören neben pflanzlichen Ölen auch Nüsse und Ölsaaten.
  • Rapsöl wird von der DGE als besonders empfehlenswertes Öl hervorgehoben. Es hat den geringsten Anteil an gesättigten Fettsäuren, ist dafür aber besonders reich an Omega-3-Fettsäuren und Vitamin E.
  • Außerdem haben auch Walnuss-, Lein-, Soja- und Olivenöl ein gutes Fettsäuren-Profil. Besonders natives Olivenöl enthält zudem viele sekundäre Pflanzenstoffe.
  • Auf der anderen Seite sollten gesättigte Fettsäuren nur in geringen Maßen konsumiert werden, da sich diese insbesondere auf die Blutwerte negativ auswirken sollen. Kokosöl, Palmöl und tierische Schmalze sind besonders reich an diesen gesättigten Fettsäuren. Auf Palmöl solltest du auch der Umwelt zuliebe verzichten.
  • Besonders problematisch sind die Trans-Fettsäuren in gehärteten Fetten. Diese gelten als Mitverursacher von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und wirken sich negativ auf den Cholesterinspiegel aus. Das Risiko eines Schlaganfalls oder Herzinfarkts steigt in Folge dessen.
  • Diese Trans-Fettsäuren stecken vor allem in industriell verarbeiteten Lebensmitteln, vor allem in frittierten Speisen wie Pommes, Donuts oder Chips. Auch Popcorn, Margarine, Wurst, Crossaints, Kekse, Milchprodukte und viele Fertigprodukte enthalten oft diese schädlichen Fette.

6. Vollkornprodukte gehören zur ausgewogenen Ernährung

Vollkorn-Pasta, -Brot und -Mehl sind gesündere Alternativen zu Nahrungsmitteln aus Auszugsmehlen.
Vollkorn-Pasta, -Brot und -Mehl sind gesündere Alternativen zu Nahrungsmitteln aus Auszugsmehlen. (Foto: CC0 / Pixabay / acekreations)

Wann immer du zu Getreideprodukten greifst, ist Vollkorn die bessere Wahl für eine ausgewogene Ernährung: Ob Pasta, Brot, Reis oder Mehl – Lebensmittel aus Vollkorn enthalten mehr Ballaststoffe, die das Risiko für Diabetes mellitus Typ 2, Dickdarmkrebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Fettstoffwechselstörungen senken. Außerdem machen ballaststoffreiche Lebensmittel länger satt und beugen somit Fressattacken vor.

Vollkornprodukte enthalten auch mehr Nährstoffe als die Alternativen aus Auszugsmehlen. Sie liefern wertvolle langkettige Kohlenhydrate sowie Vitamine und Mineralstoffe und somit ein wichtiger Bestandteil einer vollwertigen Ernährung.

7. Tierische Produkte: Fleisch, Fisch, Milch und Co.

Tierische Produkte wie Fleisch und Milch können mitunter wertvolle Nährstoffe liefern, sind jedoch aus vielerlei Hinsicht problematisch.
Tierische Produkte wie Fleisch und Milch können mitunter wertvolle Nährstoffe liefern, sind jedoch aus vielerlei Hinsicht problematisch. (Foto: CC0 / Pixabay / guvo59)

Die DGE empfiehlt Milch- und Milchprodukte, um die Zufuhr von Eiweiß, Vitamin B2 und Calcium sicherzustellen. Außerdem sei Fisch ein- bis zweimal die Woche empfehlenswert. Besonders fette Fische sind gute Omega-3-Fettsäuren-Lieferanten, während Fleisch Eisen, Selen und Zink liefert.

Auf der anderen Seite warnt die DGE vor den ungesunden Inhaltsstoffen von Fleisch und Wurst: Mehr als 300 Gramm bis 600 Gramm pro Wochen sollten nicht überschritten werden. Besonders gefährlich sei dabei rotes Fleisch (Rind, Schwein, Schaf, Ziege), das das Risiko für Darmkrebs steigert.

Generell rät die DGE daher dazu, weniger tierische Produkte zu essen. Das ist dabei nicht nur besser für die Gesundheit, sondern auch für Umwelt und Klima. Denn: Milch und Fleisch haben den größten Einfluss auf den Planeten.

Außerdem leiden die Tiere in der industriellen Tierhaltung enorm. Daher solltest du tierische Produkte nur in Bio-Qualität kaufen, am besten mit einem strengeren Bio-Siegel von Naturland, demeter oder Bioland. Hier ist nicht nur eine umweltfreundliche, sondern auch eine artgerechte Tierhaltung gesichert.

Mit einer vegetarischen oder veganen Ernährung den Nährstoffbedarf zu decken, ist ebenfalls möglich. Es gibt genug pflanzliche Eiweißquellen wie Nüsse, Samen und Hülsenfrüchte. Für Vitamine und Mineralstoffe wie Calcium und Eisen sind pflanzliche Produkte ohnehin oft die bessere Option. Einzig das viel diskutierte Vitamin B12 kommt bei einer veganen Ernährung oft zu kurz. Deshalb wird empfohlen, dieses entsprechend zu substituieren.

8. Genügend Wasser trinken

Trinkwasser aus der Quelle oder dem Leitungshahn ist der ideale Durstlöscher.
Trinkwasser aus der Quelle oder dem Leitungshahn ist der ideale Durstlöscher. (Foto: CC0 / Pixabay / 3345408)

Ausreichend Flüssigkeitszufuhr ist für alle Körperfunktionen essentiell. Laut DGE sollten es mindestens 1,5 Liter pro Tag sein, an heißen Tag oder bei viel körperlicher Betätigung gerne auch bis zu 2,5 Liter.

Wichtig ist aber nicht nur wie viel, sondern was: Ideale Durstlöscher sind Wasser und ungesüßte Kräuter- und Früchtetees. Dabei ist Leitungswasser meist die beste Wahl: Es ist am günstigsten und kommt auch ganz ohne Verpackung und Transportwege aus – und hat in den meisten Gegenden Deutschlands die beste Qualität.

Limonaden, Cola, Fruchtsaftgetränke, Nektare, Eistees oder Milchmischgetränke wie Eiskaffee sind nicht empfehlenswert. Sie enthalten meist viel Zucker. Auch Alkohol sollte aufgrund der zahlreichen gesundheitlichen Risiken und der Suchtgefahr wenn nur selten und in geringen Mengen konsumiert werden.

9. Lebensmittel und Speisen schonend zubereiten

Blanchieren ist eine besonders schonende Zubereitungsart, bei der viele Nährstoffe erhalten bleiben.
Blanchieren ist eine besonders schonende Zubereitungsart, bei der viele Nährstoffe erhalten bleiben. (Foto: CC0 / Pixabay / rautsonakshik0)

Der letztliche Nährstoffgehalt von Speisen hängt stark von der Zubereitungsart ab: Je länger Lebensmittel Hitze und Wasser ausgesetzt sind, desto mehr Nährstoffe gehen verloren. Deshalb gilt: Gare Lebensmittel so lang wie nötig, aber so kurz wie möglich.

Besonders schonende Zubereitungsarten sind Dampfgaren und Blanchieren. Aber auch Rohkost ist oft eine gute Option: Es gibt einige Gemüsesorten, die roh gesünder sind als gekocht.

In jedem Fall solltest du vermeiden, Lebensmittel zu stark zu erhitzen und anbrennen zu lassen. Dabei entwickeln sich krebserregende Stoffe, weshalb du verbrannte Stellen auf keinen Fall mitessen solltest.

10. Ausgewogener Lebensstil mit genügend Sport

Zu einem gesunden Lebensstil gehört auch ausreichend Bewegung und Sport.
Zu einem gesunden Lebensstil gehört auch ausreichend Bewegung und Sport. (Foto: CC0 / Pixabay / StockSnap)

Neben einer vollwertigen gesunden Ernährung gehört auch ausreichend Bewegung zu einem ausgewogenen Lebensstil dazu.

Wer regelmäßig Sport treibt, senkt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Bluthochdruck, Schlaganfall, Darm- und Brustkrebs sowie Depression. Kreislauf und Stoffwechsel werden angeregt, und das Wohlbefinden gesteigert. Außerdem hilft körperliche Betätigung dabei, das Gewicht gesund zu regulieren.

Weder Über- noch Untergewicht sind gesund. Deshalb kann es sich lohnen, das Körpergewicht im Auge zu behalten. Wer all die genannten Tipps berücksichtigt und sich ausgewogen ernährt, obendrein genügend Sport treibt und einen gesunden Lebensstil führt, wird sich aber automatisch im idealen Körpergewicht einpegeln.

Dabei kannst du körperliche Betätigung auch leicht in den Alltag einbauen – etwa indem du die Treppen anstatt den Lift nimmst oder mit dem Fahrrad zur Arbeit oder Schule fährst. Das ist auch wieder nachhaltig besser für die Umwelt.

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(2) Kommentare

  1. „Einzig das viel diskutierte Vitamin B12 kommt bei einer veganen Ernährung oft zu kurz. Deshalb wird empfohlen, dieses entsprechend zu substituieren.“

    Das ist ein fataler Fehler, denn selbst Peta gibt zu, dass bei einer veganen Ernährung, früher oder später, IMMER ein Vitamin B 12 Mangel auftritt.

    https://www.peta.de/b12

  2. sorry, ich dachte den text bei peta mal gut gelesen zu haben: an welcher stelle steht das?
    tiere, die wir essen, werden heute selbst mit supplementen versorgt, was letztlich auch nur ein umweg ist.

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