Bluetooth-Kopfhörer: Welche Stiftung Warentest empfiehlt – und vor welchen sie warnt

Foto: CC0 Public Domain / Pexels - Sound on (bearbeitet)

Bluetooth-Kopfhörer sollen gut klingen und nicht viel kosten – aber auch nicht die eigene Gesundheit gefährden. Wir zeigen dir, welche Headphones Stiftung Warentest überzeugt haben und welche du meiden solltest.

Stiftung Warentest testet seit 2018 Bluetooth-Kopfhörer, sowohl In-ear-Modelle als auch Bügel-Headphones. Gerade Modelle mit Bügel haben einige Vorteile: Sie haben einen größeren Akku, der oft länger hält. Ist er doch einmal leer, lassen sich viele Bügel-Kopfhörer per Kabel bespielen. Außerdem finden viele Menschen, dass sie sich angenehmer tragen lassen.

Doch die Auswahl ist groß – welche Kopfhörer sollte man kaufen? Als Entscheidungshilfe hat Stiftung Warentest die Ergebnisse bisheriger Tests an Bluetooth-Bügelkopfhörern ausgewertet und stellt die Testsieger in verschiedenen Kategorien vor:

  • Die 10 besten mit aktiver Geräuschunterdrückung („Active Noise Cancelling“, ANC)
  • Die 14 besten ohne ANC
  • Die 14 besten, die nicht mehr als 100 Euro kosten

Bügelkopfhörer bei Stiftung Warentest: Das sind die Testsieger

  • Unter den Noise-Cancelling-Kopfhörern überzeugte ein Modell von Sennheiser – es schnitt auch kategorieübergreifend am besten ab. Der Kopfhörer „Momentum Wireless“ in der dritten Generation bestach unter anderem durch sehr guten Ton. Das hat seinen Preis: Der Kopfhörer kostet rund 350 Euro, du findest** ihn u.a. bei Amazon, Saturn oder Mediamarkt.
  • Wer keine Geräuschunterdrückung wünscht, ist laut den Tester*innen mit dem Modell „Beoplay H4“ von Bang & Olufsen am besten beraten. Auch das kostet stolze 262 Euro, in der Kategorie befinden sich aber auch viele günstigere Modelle. Auch hier wirst du u.a. bei Amazon fündig**.
  • Wenn der Bügel-Bluetooth-Kopfhörer maximal 100 Euro kosten soll, sind Verbraucher*innen mit dem Modell „HD 350BT“ von Sennheiser gut beraten. Er kostet circa 90 Euro und ist eines von fünf günstigen Modellen, deren Ton überzeugte. Zu finden** u.a. bei Amazon, Mediamarkt oder Saturn.

In der Kategorie „Schadstoffe“ schnitten alle drei Testsieger mit „sehr gut“ ab. Beim Modell von Bang & Olufsen bemängelten die Tester*innen das „Datensendeverhalten“. Denn viele Kopfhörer werden über Apps bedient, die unnötigerweise Daten wie Benutzungsstatistiken versenden. Auf diese App kann man aber auch verzichten.

Alle Ergebnisse findest du hier oder in der aktuellen Ausgabe von Stiftung Warentest.

Aldi-Schnäppchen im Test: Krebserregende Stoffe

Die Modelle in der aktuellen Stiftung Warentest können die Tester*innen also empfehlen. Für andere Bluetooth-Kopfhörer gilt das nicht: Im Juli hatte Stiftung Warentest zum Beispiel vor Kopfhörern von JBL gewarnt, die es für nur etwa 60 Euro bei Aldi Nord und Süd zu kaufen gab.

Im Hörtest schnitt der Kopfhörer zwar gut ab, aber im Ohrpolster fanden die Tester*innen sehr große Mengen des poly­zyklischen aromatischen Kohlen­wasser­stoffs (PAK) Benzo[g,h,i]perylen. Stiftung Warentest warnt, dass dem Stoff in Tier­versuchen eine erbgutver­ändernde Wirkung nachgewiesen wurde. Einige PAKs gelten sogar als krebserzeugend. Im Test fiel der Bluetooth-Kopfhörer mit “mangelhaft“ durch.

Auch das Umweltbundesamt warnte 2016 vor PAKs. Die Stoffe stellen nicht nur für unsere Gesundheit sondern auch für die Umwelt eine Gefahr da, weil sie schlecht natürlich abbaubar sind und sich in der Natur und in Organismen anreichern können.

Schadstoffe: Auch diese Kopfhörer sind „mangelhaft“

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Das Bundesamt für Strahlenschutz empfiehlt Kopfhörer mit Kabel. (Foto: Pixabay.de/ CC0/ foundry)

Nicht nur günstige Bluetooth-Kopfhörer können bedenklich sein – auch zwei teurere Modelle von Philipps fielen in früheren Schadstofftests von Stiftung Warentest durch. Die Bluetooth-Kopfhörer mit Bügel, Modell TAPH802 BK/00 (circa 120 Euro) und TAPH805BK/00 (circa 136 Euro), enthielten sehr hohe Mengen Naph­thalin im Ohr- und Kopfpolster.

Naph­thalin ist ebenfalls ein PAK, das laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in hohen Mengen unter anderem zu Hautreaktionen führen kann. Es gilt als akut toxisch und vermutlich krebserzeugend.

Doch PAKs in Bluetooth-Kopfhörern sind keine Seltenheit. Viele weitere diese Modelle schnitten 2020 im Schadstofftest mit „ausreichend“ ab, weil sie erhöhte Mengen des Schadstoffs enthielten:

  • Pioneer SE-S6BN (circa 116 Euro)
  • JBL Club 700BT (circa 147 Euro)
  • JBL Tune 750BTNC (circa 125 Euro)
  • JBL Live 650BTNC (circa 134 Euro)

Übrigens: Auch wenn Bluetooth praktisch ist: Das Bundesamt für Strahlenschutz empfiehlt Kabelverbindungen, wenn man auf Drahtlostechnik verzichten kann. Die meisten Headsets sollen Höchstwerte aber nicht übersteigen. Mehr dazu findest du im Infoblatt des Amts.

Tipp: Wie du Elektrogeräte wie alte Kopfhörer nachhaltig entsorgst, erfährst du hier: Elektroschrott entsorgen: Was du jetzt wissen musst – 10 Tipps

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