„Das ist keine Übung“ – Greta Thunberg veröffentlicht Kurzfilm über die Klimakrise

Foto: Screenshot YouTube / Guardian News

Zusammen mit dem Journalisten George Monbiot hat die Klimaaktivistin Greta Thunberg ein eindringliches Video produziert. Die Botschaft: Es gibt drei Schlüssel, mit denen wir das Klima noch retten können.

Alarmsignal, schwarzer Bildschirm. „Das ist keine Übung“, sagt Greta Thunberg, während ihre Gestalt sich langsam aus dem Dunkel löst und sie uns direkt in die Augen blickt. „Mein Name ist Greta Thunberg. Wir stehen am Beginn eines Massensterbens. Unser Klima bricht zusammen. Kinder wie wir geben ihre Bildung auf, um zu demonstrieren.“ Naturaufnahmen, Bilder des Klimastreiks. „Aber wir können das noch reparieren. Du kannst es noch reparieren.“

Nach Klimastreiks, Auftritten im Fernsehen und Reden vor großem Publikum – wie zuletzt vor dem US-Senat – hat Greta Thunberg ein neues Medium gewählt, um für den Klimaschutz zu kämpfen: In Zusammenarbeit mit dem britischen Guardian-Journalisten und Umweltschützer George Monbiot hat die Aktivistin jetzt einen Kurzfilm veröffentlicht. Laut dem „Guardian“ soll er den Staatschefs und Beauftragten für Klima und Biodiversität der Vereinten Nationen in New York gezeigt werden.

Zentrales Thema: wie wir die Klimakrise noch lösen können

Der 3.41 Minuten lange Videoclip ist bei YouTube auf dem Kanal von Guardian News zu sehen – und auf der Website der Kampagne „Natural Climate Solutions“, die Monbiot in diesem Jahr gegründet hat. Das zentrale Thema des Films: wie wir die Klimakrise noch lösen können und was jeder Einzelne dafür tun sollte.

Hier kannst du den Kurzfilm auf YouTube ansehen:

Filmproduzent Tom Mustill betonte gegenüber dem „Guardian“, der Film selbst sei so klimaschonend wie möglich entstanden: „Wir haben Züge nach Schweden genommen, um Greta zu interviewen, (…) haben Ökostrom für den Schnitt genutzt und Archiv-Bildmaterial recycelt, anstatt neu zu drehen.“

Die Natur als wichtiges Mittel, um das geschädigte Klima zu reparieren

Der Ton des Videos ist bedeutungsvoll und bestimmt, aber hoffnungsvoll: Immer wieder spricht Greta den Zuschauer direkt an, im Wechsel mit George Monbiot, den sie als „ihren Freund“ bezeichnet. Sie kündigt an, ihn erklären zu lassen, warum es nicht ausreicht, wenn wir auf fossile Brennstoffe verzichten – und welche Lösung direkt vor uns liegt.

„Es gibt eine magische Maschine, die Kohlendioxid aus der Luft saugt, sehr wenig kostet und sich selbst baut“, führt Monbiot aus. „Sie heißt… Baum.“ Mangroven, Moore, Regenwälder, Sümpfe, Meeresböden, Kelpwälder, Marsche und Korallenriffe seien daher eine „natürliche Klimalösung“ – und die Natur ein wichtiges Mittel, um das geschädigte Klima zu reparieren. Laut dem Journalisten könnten diese Lösungen einen „massiven Unterschied“ machen – allerdings nur, wenn wir gleichzeitig auch von fossilen Energien ablassen. „Ziemlich cool, oder?“, kommentiert Greta und lächelt.

Gerade jetzt zerstören wir die Natur schneller denn je

Shyla Raghav von der Non-Profit-Organisation „Conservation International“, die den Film mitfinanzierte, sagte dem „Guardian“: „Fakt ist, dass es uns ohne die Natur schlichtweg nicht gelingen wird, den Zusammenbruch des Klimas zu verhindern.“ Im Video betont Greta: Das Verrückte sei, dass wir dieses Mittel derzeit ignorieren. „Wir geben 1000 mal mehr für die globale Subvention von fossilen Energien aus als für naturbasierte Lösungen.“

Monbiot warnt zudem, dass wir gerade jetzt, wo wir die Natur am meisten brauchen, sie schneller als je zuvor zerstören. Ein großer Teil des arktischen Eises sei bereits verschwunden. „Bis zu 200 Arten sterben jeden Tag aus“, sagt Greta, untermalt von Schwarz-Weiß-Tieraufnahmen.

Ein einfacher Dreiklang: schützen, wiederherstellen und finanzieren

Was sollten wir also tun, was solltest du tun?, fragen Greta und Monbiot. Und bringen die Lösung im Anschluss auf einen einfachen Dreiklang: „Wir müssen schützen, wiederherstellen und finanzieren“, erklärt Greta. Konkret bedeute das: Wir müssen die Natur vor der Zerstörung schützen, der bereits zerstörten Natur helfen, sich wieder zu regenerieren und aufhören, Dinge zu finanzieren, die die Natur zerstören – und stattdessen solche, die ihr helfen.

Vor allen Dingen gehe es Monbiot zufolge jetzt darum, die vielen natürlichen Klimalösungen, die bereits genutzt werden, auf das nächste Level zu heben und sie in großem Maßstab einzusetzen. „Du kannst ein Teil davon sein“, appelliert Greta deshalb am Ende des Films. „Wähle Menschen, die die Natur verteidigen“, ergänzt Monbiot. Beide fordern dazu auf, das Video zu teilen und darüber zu sprechen. „Alles zählt. Was du tust, zählt.“

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(2) Kommentare

  1. Vorab: Ich war bisher immer begeisterte Utopia-Newsletter-Abonnentin!
    Seit Jahren ernähre ich mich von 100% Bio, vermeide Verpackungen und Plastikmüll, recycle, upcycle, produziere meine gesamte Kosmetika selbst, besitze seit Jahren kein Fahrzeug… Ich bin absolut davon überzeugt, dass es wichtig ist mit uns und unserem Planeten sowie dessen Ressourcen achtsam umzugehen und diesen Konsumwahnsinn nicht zu unterstützen!
    Jedoch bin ich absolut gegen Volksverhetzung und Irreführung. Ich kann leider nicht mehr mitansehen, wie Tatsachen von den Medien verdreht werden und ein junges Mädchen dazu benutzt wird, vor allem unseren jungen Menschen ein Armageddon-Szenario zu suggerieren. Es ist schlichtweg unverantwortlich, das lebensnotwendige CO2 für die angeblich rapide ansteigende Erderwärmung verantwortlich zu machen! Die „Bombe“ der Weltzerstörung tickt leider ganz woanders….Wenn wir kein CO2 mehr haben stirbt die ganze Fauna und Flora!
    Als GL(Gemeinschaftskunde)-Lehrerin habe ich schon vor über 10 Jahren in meinem Unterricht unterschiedliche wissenschaftliche Positionen zum Thema „Klimaerwärmung“ und dem „Treibhauseffekt“ dargestellt. Rein physikalisch gesehen ist es unmöglich, dass Co2 eine Erwärmung des Klimas herbeiführt, es verhält sich eher umgekehrt!
    Heutzutage wird von der politisch motivierten Organisation IPCC das „Klima gemacht“. Ernstzunehmende Wissenschaftler, deren Ergebnisse auf tatsächlichen Messungen, Wissen um die Photosynthese und die Notwendigkeit von Co2 in der Athmosphäre sowie das Wissen um die Klimageschichte der Erde darlegen können, werden mundtot gemacht oder verlieren ihre Professur.
    Hier geht es eindeutig um absichtliche Irreführung, Macht- und Geldinteressen. Demnächst müssen wir wahrscheinlich auch noch fürs Ausatmen und unsere Darmentleerungen Co2-Steuer bezahlen……Was nicht in der Öffentlichkeit diskutiert wird ist, dass ganz andere Umweltgifte sowie Schwermetalle und Strahlenbelastung unsere Umwelt und uns Menschen zerstören…
    Deswegen meine Bitte , euch kundig zu machen, was Klimaexperten tatsächlich zu sagen haben( z.B. Prof. Dr. Werner Kirstein/Leipzig).
    Denn es ist unverantwortlich, vor allem den jungen Menschen eine düstere Zukunft bzw. ein Weltuntergangsszenario zu prognostizieren, das rein gar nichts mit dem CO2 zu tun hat…
    Ich wünsche mir, dass dies hier richtig gestellt wird sonst werde ich leider nicht mehr euren sonst wirklich guten Newsletter abonnieren können…

  2. Kommt es nicht mehr um DAS ÄNDERN unseres Verhaltens an, als um den Grund, warum wir Menschen (vor allem die, die in Wohlstand und Luxus leben) unser Verhalten Ändern müssen?

    Ich stimme ein, daß wir ein umfangreichen Cocktail erzeugt haben, der letztlich die Erde vom menschlichen Leben befreien könnte oder würde. Oder gar sollte?

    Es bleibt doch als wichtige Erkenntnis im Raum, daß nur weitere Veränderung durch Lernprozesse aus Fehlern nötig ist. Die ganze Diskussion um C02 oder Umweltgifte wäre nicht vorhanden, würde das Leben der Menschen noch wie vor tausenden von Jahren stattfinden. Aber es fanden Änderungen Zuspruch, weil einige den Mut hatten, es nicht mehr wie gestern zu tun.

    Also liebe Masse, folgt wie über Jahrtausende erfolgreich praktiziert den Vorreitern.