CDU-Generalsekretär spottet über Greta Thunberg – und blamiert sich

Greta Thunberg Paul Ziemiak
Bild: Screenshot Instagram Greta Thunberg und Twitter Paul Ziemiak

Klimaaktivistin Greta Thunberg hat das deutsche Kohleabkommen kritisiert – dem Politiker Paul Ziemiak gefällt das gar nicht. Der CDU-Generalsekretär verfasste einen spöttischen Tweet über Greta. Sie wurde jedoch von hunderten Usern verteidigt, darunter auch bekannte Persönlichkeiten. 

Deutschland hat den Kohleausstieg beschlossen – allerdings erst für Ende 2038. Die nächsten 20 Jahre soll also weiterhin Strom aus Kohle erzeugt werden. Für Greta Thunberg geht die Entscheidung der deutschen Kohlekommission nicht weit genug: „Deutschland will bis 2038 Kohle verbrennen. Das ist absolut absurd. Und die Leute denken, das wäre etwas Gutes“, sagte die 16-jährige der Deutschen Presse-Agentur.

Wenn Greta solche Aussagen macht, lassen Kritik oder sogar Beschimpfungen in den sozialen Medien nicht lange auf sich warten. Dieses Mal kam der Angriff sogar von einem hochrangigen Politiker: dem CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak. Er schrieb auf Twitter: „Greta Thunberg findet deutschen Kohlekompromiss „absurd“ – Oh, man… kein Wort von Arbeitsplätzen, Versorgungssicherheit, Bezahlbarkeit. Nur pure Ideologie. Arme Greta!“

Zahlreiche User verteidigen Greta Thunberg

Ziemiak erregte mit seinem Tweet viel Aufmerksamkeit – tausende User haben ihn kommentiert, retweetet und geliked. Dass ein erwachsener Politiker eine 16-jährige Schülerin attackiert, kommt im Netz nicht gut an. So kommentiert beispielsweise ein User: „Danke für Lehrstunde in Sachen Schülermobbing! Deutsche Hater und Trolle haben ihren Meister gefunden!“

Der Chefredakteur des Handelsblatts schreibt: „Deutschland verfehlt die eigenen Klima-Ziele. Und der CDU- Generalsekretär kritisiert eine 16-Jährige, die das kritisiert.“ Ein weiterer User meint: „Der Tweet ist eines Generalsekretärs einfach nicht würdig.“ Unter dem Tweet diskutieren neben „normalen“ Usern auch jede Menge Politiker verschiedener Parteien.

Immer die gleichen Vorwürfe gegen Greta

Die meisten User verteidigen Greta. Allerdings findet man im Kommentarbereich auch wieder die alten Vorwürfe gegen die Schwedin: Sie werde von ihren Eltern instrumentalisiert, mache sich wichtig oder übertreibe. Auch ihre Asperger-Diagnose wird erwähnt – ohne dass sie in diesem Kontext eine Rolle spielen würde.

Aber Greta ist diese Art von Anfeindungen bereits gewöhnt. In einem offenen Brief hat sie sich bereits ausführlich gegen Gerüchte und Anschuldigungen gewehrt. Trotz des hohen Drucks zeigt sie mit ihren gerade mal 16 Jahren seit Wochen mehr Größe als viele Politiker und andere einflussreiche Personen.

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(20) Kommentare

  1. Die Tatsache, dass alle die, die in dieser jungen Frau ein willfähriges Instrument dubioser ( huuhhh, böse Umweltaktivisten) Umweltschutzorganisationen sehen, selbst keine Angst vor der Zukunft haben, ist das, was bei weitem mehr irritiert. Kluge Vorausschau gibt es weder bei denen noch bei Herrn Wiehießernochmaliak.
    Es sollen vor Jahrzehnten auch Jugendliche gegen Brokdorf, Cattenom etc. demonstriert haben. Wen geht es denn am meisten an? Doch die, die mit dem ganzen Mist leben müssen.
    Und dass Marietta meint, der Jugend fehle es an Verantwortung, eine verantwortliche Jugendliche jedoch(mit welcher Berechtigung übrigens?) pathologisiert, ist irgendwie schizophren, auch mit vierzig-ig- jähriger Erfahrung.

  2. sowasaberauch, nun hast du mich bei aller Ernsthaftigkeit, so richtig zum Schmunzeln gebracht, „aberauch“, weil du es mit anderen Worten,“sowasaberauch“, irgendwie auch auf den Punkt gebracht hast.

  3. Ich ziehe meinen Hut vor diesem Mädchen und freue mich das es immer mehr Kinder/Jugendliche gibt die sie dabei unterstützen.
    Ich schäme mich für diese seit Jahrzehnten, völlig am Leben der Menschen vorbei arbeitenden, Politiker.
    Immer nur die zu unterstützen die das gefüllteste Portmonai haben ist irgendwie schwachsinnig. Seit Jahrzehnten wissen diese Damen und Herren was man tun könnte und tun es nicht. Immer alles auf den Konsumenten abzuschieben sehe ich da etwas kleingedacht, die „Konsumenten“ tun schon viel und würden das sicher auch noch intensivieren wenn ihnen nicht soviele Steine in den Weg gelegt werden würde.

    Ich arbeite als Erzieherin und bin täglich der Aufgabe ausgesetzt einen natur- und Umweltgedanken in die köpfe der Kinder und deren Eltern zu setzen. Ich würde mir wünsche das diese Kinder genauso für ihr Recht eintreten werden wie GRETA.

  4. Absurd? 40 Milliarden Strukturhilfen für noch nicht ausgearbeitete Maßnahmen, das ist absurd! Oliver Welke hat es in der heute-Show vom 08.02. ab Minute 11 auf den Punkt gebracht: Gebt jedem der 20.000 Betroffenen 1 Millionen Euro, dann kostet der Kohleausstieg nur die Hälfte!

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