Influencerin täuscht Bali-Urlaub bei Ikea vor – daraus können wir etwas lernen

Foto: Screenshot Instagram @natalia_taylor / CC0 Pixabay

Eine Influencerin präsentierte ihren Follower*innen auf Instagram kürzlich Bilder, die sie bei einem luxuriösen Bali-Urlaub zeigten. Nur, dass sie gar nicht auf Bali war – sondern bei Ikea. Wir finden: Der Aktion kann man etwas Gutes abgewinnen.  

Es kommt nicht selten vor, dass Influencer*innen auf Instagram ein Leben darstellen, das sie so gar nicht führen. Die Amerikanerin Natalia Taylor ist da keine Ausnahme. Mit ein paar Bildern und Storys, die sie kürzlich postete, trieb sie es allerdings auf die Spitze.

Die Bilder zeigen die Amerikanerin angeblich in einem schicken Luxus-Hotel auf der indonesischen Insel Bali. „The queen has arrived #bali“ schrieb sie zu einem Bild und taggte als Ort „Bali Indonesia.“ Zusätzlich postete sie Storys mit Videos vom Flughafen in Balis Hauptstadt Denpasar und beim Sightseeing auf der Insel. Tatsächlich war Taylor aber gar nicht auf Bali – sondern in einem Ikea-Möbelhaus in ihrer Nähe.

Aus dem Fake machte die Influencerin aber kein Geheimnis. Kurz nachdem sie die Bilder und Storys gepostet hatte, stellte sie ein Youtube-Video auf dem Kanal online. In dem Video demonstriert sie, wie sie ihre Follower*innen an der Nase herumgeführt hat – und warum.

Das Leben im Internet ist oft nicht, wie es scheint

„Life on the Internet isn’t always like it seems“, erklärt sie in ihrem Youtube-Video. Besonders heutzutage sei es so einfach, vorzugeben jemand zu sein, der man gar nicht ist.

Hier kannst du das Video auf Youtube ansehen

Und tatsächlich habe ihren Streich anfangs niemand als solchen identifiziert. In den Kommentaren ließen ihre Follower*innen die Amerikanerin wissen, dass sie ihr glaubten – obwohl auf den Bildern sogar Ikea-Etiketten zu sehen waren. So schrieb eine Followerin „Ich bin auch auf Bali!“, eine andere kommentierte: „So ein schöner Ort!“ Mehrere zehntausend Menschen gaben den Posts ein Like.

Taylor sagt, dass sie ein sehr enges Verhältnis zu ihren 319.000 Follower*innen hat und ihnen den Streich nur spielte, um danach ein Video darüber zu drehen. Sie habe zeigen wollen, wie einfach es ist, Leute auf Instagram hereinzulegen. Und all das nur, um ihre Fans bei der Stange zu halten: „Ich verspreche euch, ich würde euch niemals anlügen. Außer für ein Video – um euch zu unterhalten“.

Instagram wirkt sich negativ auf mentale Gesundheit aus

Taylors Kritik kratzt nur an der Oberfläche, das Problem reicht tiefer. Das Leben vieler Influencer*innen auf Instagram wirkt interessant und aufregend. Dabei entspricht das Bild, das wir dort erhalten, selten der Realität: Momente, die nicht so schön oder sogar unangenehm sind, werden ausgespart. Das blenden viele Follower*innen aus. Sie erhalten ein verzerrtes Bild der Realität – und stehen im Vergleich meist schlechter da als Influencer*innen. Depressive Verstimmungen und Unzufriedenheit mit dem eigenen Leben sind die Folge.

Innerer Frieden mit Digital Detox: Smartphones sorgen dafür, dass wir weniger bewusst Leben.(Foto: CC0 / Pixabay / Pexels)
Social Media hat einen Einfluss auf unsere mentale Gesundheit.

Studien bestätigen diesen Effekt: Sie legen einen Zusammenhang zwischen der mentalen Gesundheit und dem Konsum sozialer Medien nahe. Dagegen helfen ein paar einfache Tipps für einen achtsameren Umgang mit Instagram und Co.

  • Reduziere die Zeit, die du auf Instagram und Co. verbringst. Lege Zeiträume fest: Eine halbe Stunde am Mittag, eine am Abend. Oder verwende Apps, die eine Handy-Auszeit unterstützen. Bei vielen Smartphones sind solche Funktionen auch vorinstalliert.
  • Folge Profilen, die mehr Realität zeigen. Es gibt viele Menschen auf Instagram, die ein positives Körperbild vermitteln, du findest sie unter Hashtags wie #bodypositivity.
  • Stelle deine Push-Nachrichten ab.
  • Lege bewusst Smartphone-Pausen ein: Lass dein Handy beim Spaziergang zu Hause oder leg es beim Mittagessen weg. Verabschiede dich am Abend ab einer bestimmten Uhrzeit von Instagram und Co.
  • Versuche es mit Digital Detox oder einer Smartphone-Diät.

Utopia meint: Schade, dass Taylor nur einen Streich spielen wollte und es ihr nicht darum ging aufzuklären, wie ungesund die Darstellung einer falschen Realität auf Instagram sein kann. Vielleicht wäre das aber auch unglaubwürdig gewesen – wenn man bedenkt, dass sie sich selbst so perfekt auf Instagram inszeniert: Taylor hat 319.000 Follower*innen auf Instagram. Ihr Aussehen entspricht so ziemlich genau dem, was man in unserer Gesellschaft gängig als schön definiert. Auf ihren Fotos ist meistens sie selbst zu sehen, und sie thematisiert Dinge wie Fashion, Make-up und Frisuren.

Übrigens: Auf eine etwas verquere Art hat die Aktion auch in Sachen Nachhaltigkeit etwas Positives: Taylor ist nicht meilenweit geflogen, nur um ihre Follower*innen zu beeindrucken. Ein Trip zum Möbelhaus zum die Ecke ist auf jeden Fall ökologischer als die Fernreise nach Bali.

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