Wegen Schülerprotesten: Wütender David Hasselhoff greift Christian Lindner an

David Hasselhoff und Christian LIndner bei Markus Lanz
Foto: © Toglenn [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons / Kevin Schneider (kschneider2991) [CC0], via Wikimedia Commons

Christian Lindner ist gegen die Schulstreiks fürs Klima. Das hat er am Donnerstag in der ZDF-Sendung von Markus Lanz zum wiederholten Mal erklärt. Und damit einen regelrechten Wutausbruch bei David Hasselhoff verursacht. 

Am Donnerstag ging es bei Markus Lanz um das Thema Klimaschutz. Die Gäste: FDP-Chef Christian Lindner, Luisa Neubauer, Deutschlands Stimme der Fridays-for-future-Bewegung, NDR-Moderatorin Bettina Tietjen – und der ehemalige TV-Star David Hasselhoff, der in den 80er Jahren durch die Serie „Knight Rider“ bekannt wurde.

Dass zu dem Thema hitzig diskutiert würde, war absehbar. Die Standpauke, die David Hasselhoff Christian Lindner hielt, kam dagegen überraschend.

„Klimaschutz ist eine Sache für Profis“

In der Sendung sprach Markus Lanz Christian Lindner auf den Tweet an, den der FDP-Chef im März postete. Darin äußerte er sich zu den Schülerprotesten für das Klima und unterstellte: Von „Kindern und Jugendlichen kann man aber nicht erwarten, dass sie bereits alle globalen Zusammenhänge, das technisch Sinnvolle und das ökonomisch Machbare sehen.“ Das sei eine Sache für Profis.

An dieser Aussage hält Lindner weiterhin fest, das machte er in der Sendung am Donnerstag deutlich. Die Meinung der 22-jährige Luisa Neubauer, Deutschlands Stimme von Fridays for future: Aus Lindners Tweet „geht eigentlich in erster Linie hervor: ‚Ihr jungen Menschen habt eigentlich keine Ahnung, und dass ihr es wagt, eine eigene Stimme zu haben, ist eigentlich ein bisschen over the top.’“

„Nein, das ist eigentlich gar nicht meine Intention“, entgegnete Lindner. Seiner Meinung nach bräuchte es nur keine neuen klimatologischen Erkenntnisse mehr. Die seien schon vorhanden. „Unser Problem ist, dass wir technologische Wege finden müssen, um die Klimaziele zu erreichen“

Hasselhoff hält Lindner eine Standpauke

An dieser Stelle mischte sich Hasselhoff ein. Er schlug sich auf die Seite von Luisa Neubauer und hielt Lindner eine regelrechte Standpauke: „Die Politiker stören die fachliche, technologische Aufarbeitung. Die [Schüler, Anm. d. Red] sagen doch nur ‚gibt’s nicht was, was man machen könnte?’ Darauf machen die aufmerksam,“ befand er.

Hasselhoff regte sich weiter über die Unfähigkeit von Politikern auf und warf ihnen vor, bei der Erreichung der Klimaziele zu bremsen. „Ich höre immer nur Worte. Die Politiker stören nur. Die stören überall“, meinte Hasselhoff. Das habe Lindner grade sogar selber gesagt.

„Auch Twitter stört“, monierte Hasselhoff weiter. „Sie können nicht auf Twitter gehen und schreiben, woran sie nicht selber glauben, nur um eine Reaktion zu provozieren“, erklärte er Lindner und verglich dessen Verhalten auf Twitter mit dem von US-Präsident Trump: „Trump mach das nicht anders. Warum? Weil er Reaktionen kriegt. Und das ist unser Präsident?! Auf Twitter?! Komm schon, werde mal erwachsen.“

Gegenüber Neubauer, von der Hasselhoff vor der Sendung noch nichts gehört hatte, sagte er: „Ich kannte Sie auch noch nicht, bin aber sehr beeindruckt davon, was Sie tun und ich unterstütze Sie zu 100 Prozent.“

Christian Lindner hält an seiner Behauptung fest

Trotz Hasselhoffs leidenschaftlichen Vortrags, hält Lindner weiterhin an seinen Aussagen fest: Am Samstag hat er deutsche Schüler erneut dazu aufgefordert, nur außerhalb der Unterrichtszeit für mehr Klimaschutz zu demonstrieren. „Regeln sind Regeln“, sagte Lindner auf dem Parteitag der nordrhein-westfälischen FDP in Duisburg. Auch Arbeitnehmer könnten nicht einfach während der Arbeitszeit demonstrieren oder streiken.

Er unterstütze die Klima-Proteste, die seit Wochen nicht nur in Deutschland, sondern weltweit regelmäßig stattfinden und von der schwedischen Klimaaktivistin Greta Thunberg initiiert wurden. Allerdings nur außerhalb der Schulzeit. „Wenn Ihr am Freitagnachmittag demonstriert, dann komme ich auch zu Euch und demonstriere mit“, sagte Lindner. Die Frage ist nur, ob sich dann auch genauso viele Menschen für die Schülerproteste interessieren würden.

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