Mega-Projekt in Australien: Luisa Neubauer wirft Siemens-Chef Wortbruch vor

Foto: © Siemens AG/ © Jörg Farys – WWF

Weil Siemens an einem umstrittenen Kohle-Projekt in Australien beteiligt ist, haben Fridays-for-Future-Aktivist*innen in den Sozialen Medien zum Protest gegen den Konzern aufgerufen. Offenbar mit erstem Erfolg: Siemens-Chef Joe Kaeser will heute Luisa Neubauer in Berlin treffen.

Ausgerechnet die australische Regierung plant derzeit eines der größten Kohleabbauprojekte der Welt: Auf Initiative des indischen Konzerns Adani soll im Galilee-Becken im australischen Bundesstaat Queensland bis zum Jahr 2080 klimaschädliche Kohle gefördert werden. Das erscheint besonders angesichts der verheerenden Buschfeuer in Australien absurd.

Wortbruch bei Klimaversprechen

Am Bau der umstrittenen Kohlemine ist auch ein deutscher Konzern beteiligt: Siemens hat den Auftrag für die Signalanlagen entlang der Bahnlinie für das Projekt erhalten – und wird dafür von den Klimaaktivist*innen von Fridays for Future angegriffen. Luisa Neubauer, eine der Hauptorganisator*innen von Fridays for Future in Deutschland, wirft dem Konzern Wortbruch vor: „Was da in Autralien passiert ist absurd“, sagt die 23-Jährige im Gespräch mit der Augsburger Allgemeinen. „Dass Siemens als Konzern, der öffentlich immer wieder bekundet, Klimaneutralität bis 2030 anzustreben und seiner Verantwortung in Zeiten der Klimakrise gerecht werden zu wollen, jetzt durch einen Auftrag ein Projekt stützt, das bis 2080 Kohle fördern wird, widerspricht dem in so vielen Dimensionen“, kritisierte Neubauer.

In den letzten Tagen riefen die Aktivist*innen von Fridays for Future in den Sozialen Medien deshalb zu Protesten auf, die bereits zu einem ersten Erfolg geführt haben: Heute will sich Siemens-Chef Joe Kaeser mit Neubauer und Nick Heuber, ebenfalls Aktivist bei Fridays for Future treffen. Das Treffen soll in Berlin stattfinden wie Neubauer auf Twitter verkündete.

Die Proteste gehen währenddessen weiter: Unter anderem sollen am heutigen Freitag Demonstrationen vor Siemens-Büros in ganz Deutschland geplant. Vor der Konzern-Zentrale in München soll eine 24-stündige Mahnwache stattfinden, während der der die Aktivist*innen schweigen wollen.

Adani-Projekt zerstört Umwelt und Klima

Umweltschützer kritisieren das Milliardenprojekt seit Jahren heftig. Die Förderanlage würde gigantische Mengen Wasser benötigen, CO2-Emissionen würden sich deutlich erhöhen und das bedrohte Great Barrier Reef würde weiter geschädigt.

Die 200 Meilen lange Bahnstrecke, für die Siemens die Signalanlagen bereitstellen soll, birgt Umweltschützer*innen zufolge eine zusätzliche Gefahr: Sie würde die geplanten Kohlemine im abgelegenen Galilee-Becken mit dem Hafen Abbot Point am Barrier Reef verbinden und könnte die Region damit für den Ausbau weiterer Minen öffnen.

Das Magazin Rolling Stone nannte die Kohlemine das „verrückteste Energieprojekt der Welt“. Unter dem Hashtag #stopadani äußerten sich zahlreiche User in den sozialen Medien kritisch und forderten den Siemens-Chef direkt auf, sich von dem Projekt zurückzuziehen.

Siemens-Chef auf Twitter

Schon im Dezember hatte sich Siemens-Vorstand Kaeser zu den kritischen Stimmen auf Twitter geäußert. Er hatte allen sich für die Kritik bedankt und erklärt, „die Sache sorgfältig ansehen und sich bald zurückmelden“ zu wollen. Gleichzeitig hatte er vor zu großen Erwartungen gewarnt: Die Entscheidung von Siemens könne sich ändern oder eben nicht. (Um den Tweet sehen zu können, musst du evtl. die Ansicht aktivieren.)

Utopia.de meint: Derzeit werden laut Greenpeace noch 40 Prozent des weltweiten Stroms mithilfe von Kohle erzeugt. Dabei hat Kohle die mit Abstand schlechteste Energiebilanz aller Energieträger. Bei der Kohleverstromung und -verbrennung werden große Mengen klimaschädliches CO2 ausgestoßen. Die Förderung zerstört zudem die Umwelt und benötigt riesige Mengen Wasser. Um die Klimaziele des Pariser Klimaabkommens zu erreichen, müssen wir auf fossile Brennstoffe verzichten und auf erneuerbare Energien umsteigen. Angesichts der Folgen der Klimakrise, die aktuell vor allem in Australien zu spüren sind, erscheint es besonders absurd, dass genau dort neue Kohleabbaugebiete erschlossen werden sollen.

Darum müssen wir auch an Unternehmen appellieren, Verantwortung zu übernehmen. Um dich am Protest gegen Siemens und damit Adani zu beteiligen, kannst du:

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