2022 wird alles besser? 7 gute Umwelt-Nachrichten zum Jahreswechsel

Gute Umwelt-Nachrichten für das Jahr 2022.
Foto: CC0 Public Domain / Pixabay - Lolame / dpa - Henning Kaiser

Abgeschaltete Kohle- und Atomkraftwerke, Verbot von Kükenschreddern und neue Pfandregeln – der Jahreswechsel bringt diverse Neuerungen mit sich. Über einige der Änderungen kann sich auch die Umwelt freuen.

Das Jahr ist gerade einmal drei Tage alt und trotzdem hat sich schon einiges getan in Sachen Umweltschutz. Zugegeben: Die Weichen dafür wurden bereits vorher gestellt. Helfen wir mit, dass wir 2022 noch mehr für die Umwelt erreichen. Bis dahin liefern wir dir sieben gute Umwelt-Nachrichten vom Jahreswechsel.

Geringere Feinstaubbelastung durch Böllerverbot

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) zieht eine insgesamt positive Bilanz nach dem zweiten Jahreswechsel in Folge mit einem Böller-Verkaufsverbot. Eine erste Auswertung behördlicher Messdaten zeigt: Die Belastung der Luft in deutschen Städten mit gesundheitsgefährdendem Feinstaub ist um teilweise weit über 90 Prozent zurückgegangen – verglichen mit dem letzten Silvester ohne Verbot 2019/20.

Besonders deutlich war die Verbesserung der Luftqualität den Angaben nach in Bremen. Hier sank an der Messstation Bremen Dobben die stündliche Spitzenbelastung für Feinstaub (PM 10) um 96 Prozent im Vergleich zum 1. Januar 2020. Auch in München an der Messstation Landshuter Allee sei der Wert um mehr als 90 Prozent gesunken.

Drei Atomkraftwerke sind abgeschaltet

In den letzten Stunden von 2021 wurden drei der letzten sechs aktiven Atomkraftwerke in Deutschland außer Betrieb genommen: Brokdorf (Schleswig-Holstein), Grohnde (Niedersachsen) und Gundremmingen (Bayern). Der gesetzlich vorgeschriebene Rückbau der Atomkraftwerke wird noch viele Jahre in Anspruch nehmen – in Brokdorf etwa bis 2040.

Die verbleibenden drei Meiler sollen in genau einem Jahr vom Netz gehen – dann wäre der Ausstieg in Deutschland offiziell beendet: Isar 2 in der Nähe von Landshut (Bayern) sowie die Reaktoren im Emsland in Niedersachsen und Neckarwestheim 2 in Baden-Württemberg.

Manche Menschen bezeichnen Atomkraft als klimafreundliche Energie – zumindest als Brückenlösung. Aber: Sie birgt auch enorme Risiken. Und mit jedem Tag, den ein AKW am Netz ist, steigt die Menge an radioaktivem Abfall, der hunderttausende Jahre strahlt. Wie wir diesen sicher und dauerhaft entsorgen können, ist nach wie vor unklar. Deshalb brauchen wir einen schnellstmöglichen Übergang zu 100 % erneuerbarer Energie.⁠

Abgeschaltete Kohlekraftwerke

Auch wenn der komplette Kohleausstieg noch auf sich warten lässt: Am Silvesterabend hat RWE drei Braunkohleanlagen im Rheinischen Revier abgeschaltet. Stillgelegt wurden die 300-Megawatt-Blöcke: Neurath B, Niederaußem C und Weisweiler E. Du musst jedoch nicht warten, bis alle Kohlekraftwerke abgeschaltet sind, bis du nachhaltigen Strom beziehst. Du kannst schon jetzt zu einem Ökostromanbeiter umsteigen: Ökostromanbieter: Die besten im Vergleich

Der Block E des Braunkohlekraftwerk in Weisweiler ist einer von dreien, die am Silvesterabend abgeschaltet wurden.
Der Block E des Braunkohlekraftwerk in Weisweiler ist einer von dreien, die am Silvesterabend abgeschaltet wurden. (Foto: dpa - Henning Kaiser)

Verbot von Plastiktüten

Seit dem 1. Januar 2022 sind in Deutschland „Einkaufs-Plastiktüten“ verboten. Darunter fallen Einweg-Plastiktüten mit einer Wandstärke von 15 bis 50 Mikrometern. Dünnere Einweg-Plastiktüten zum Einpacken von Obst und Gemüse sind jedoch weiterhin erlaubt. Wenn du Müll vermeiden und auch auf diese verzichten willst, raten wir zu Gemüsebeuteln aus Baumwolle. Papiertüten sind nicht automatisch besser als solche aus Plastik.

In Frankreich gilt ein Plastiktütenverbot bereits seit sechs Jahren. Ab diesem Jahr geht unser Nachbarland noch einen Schritt weiter. Ab sofort dürfen viele Obst- und Gemüsesorten nicht länger in Plastik verpackt werden, auch Gratis-Plastikspielzeug und Plastikhüllen für Teebeutel und Zeitschriften sind verboten. Hoffen wir, dass die Anbieter künftig auf loses Obst und Gemüse setzen und nicht auf alternative Verpackungen ausweichen.

Kein Kükenschreddern mehr

Das millionenfache Kükenschreddern in der Legehennenhaltung wird im neuen Jahr ein Ende haben. Bisher wurden in deutschen Brütereien jährlich fast 45 Millionen männliche Küken getötet, da sie weder für die Eierproduktion noch als Masthühner „nutzbar“ sind. Seit Anfang Januar ist mit dem Töten von männlichen Küken Schluss – zumindest in Deutschland. Bei importierten Eiern kann Kükentöten weiterhin die Regel sein.

Das Kükenschreddern ist seit Anfang des Jahres verboten.
Das Kükenschreddern ist seit Anfang des Jahres verboten. (Foto: CC0 Public Domain / Pixabay - Lolame)

Es geht auch ganz ohne Eier. Tipps und Anregungen findest du zum Beispiel in unserem Artikel: Ei-Ersatz zum Kochen und Backen: 6 Ideen für das vegane Ei.

Elektrogeräte

Je nach Ladengröße und Sortiment müssen Discounter und Supermärkte künftig alte Elektrogeräte wie elektrische Zahnbürsten oder Handys annehmen. Geschäfte müssen zum Beispiel kleine Geräte wie den ausgedienten Taschenrechner oder einen alten Rasierer auch annehmen, wenn sie anderswo gekauft wurden. Größere Geräte wie alte Fernseher können jedoch nur abgegeben werden, wenn ein neues Gerät gekauft wird. Auch Online-Händler müssen den Elektroschrott kostenlos und unkompliziert zurücknehmen und recyceln. Hoffen wir, dass sich dadurch die Menge an unsachgemäß entsorgtem Elektroschrott reduziert.

Geschäfte müssen kleine Elektrogeräte zurücknehmen.
Geschäfte müssen kleine Elektrogeräte zurücknehmen. (Foto: CC0 Public Domain / Pixabay - andreahuyoff)

Neue Pfandregeln

Seit dem 1. Januar wird die Pfandpflicht für Getränke in Plastikflaschen ausgeweitet. Mit den neuen Pfandregeln will das Bundesumweltministerium den Plastikverbrauch verringern und dafür sorgen, dass weniger Plastikmüll in der Natur landet. Die Regeln betreffen viele Produkte, die bislang (teilweise) von der Pfandpflicht ausgenommen waren, wie Frucht- und Gemüsesaft, Smoothies, alkoholische Mischgetränke und Energydrinks.

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