Energy-Drinks: Wirkung auf den Körper und gesunde Alternativen

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Foto: CC0/pixabay/Joenomias

Energy Drinks sind beliebt, denn sie sollen wach machen – doch das kann Nebenwirkungen verursachen. Wir stellen dir auch natürliche Power Drinks als Alternative vor.

Energy Drinks: Bedenkliche oder überflüssige Zutaten

Dass die trendigen Energy Drinks nicht viel mit Gesundheit zu tun haben können, wird spätestens nach dem ersten Schluck klar: Der Drink ist einfach zuckersüß.

Die Verbraucherzentrale berichtet, dass zwei Dosen eines Energy Drinks etwa 70 Gramm Zucker enthalten, das entspricht 24 Stück Würfelzucker. Häufig kommen industrieller Zucker oder Süßstoff in die Drinks. Billige Zuckervarianten wie Glucose stehen in Verdacht krank zu machten – Diabetes und Fettleibigkeit sind nur einige Beispiele.

Das Koffein bereitet Medizinern und Verbraucherschützern ebenfalls Sorgen. Die Verbraucherzentrale fordert Verbote oder wenigsten bessere Warnhinweise auf den Getränkedosen. Trinkst du beispielsweise zwei Dosen eines Energy Drinks am Abend, kann das Koffein zu Schlafstörungen führen.

Die übrigen Zutaten wie Taurin, Inosit oder Glucuronolacton haben bestenfalls keine Wirkung auf den Körper. Stiftung Warentest berichtet, dass Studien noch keine Beweise dafür gefunden haben, dass sie die Leistung steigern können. Bei Nebenwirkungen sind sie sich nicht mehr so sicher. Das Bundesinstitut für Risikobewertung kann Wechselwirkungen von Taurin mit Koffein oder Alkohol/Ethanol nicht ausschließen.

Zucker mit Koffein: Basis für Energy Drinks

Energy Drinks enthalten viele bedenkliche Zutaten.
Energy Drinks enthalten viele bedenkliche Zutaten. (Foto: CC0/pixabay/Herbich)

In einem Energy Drink bewirken erwiesenermaßen nur der Zucker und das Koffein den versprochenen Kick. Die selbe Wirkung erhälst du also auch mit einem Espresso und etwas Zucker.

Der Zucker gibt dir den Energieschub: Die Kohlenhydrate im Zucker gehen schnell ins Blut. Dort liefern sie den Zellen Energie – dein Körper ist kurzfristig leistungsfähiger. Den gleichen Effekt erzielst du beispielsweise, wenn du ein Stück Traubenzucker isst.

Das Koffein macht dich wach: Koffein regt den Kreislauf an und somit werden auch die Gehirnfunktionen stimuliert. Koffein ist eine pflanzliche Substanz, die auf die Psyche wirkt. Es kommt daher auf die richtige Dosierung an.

Die European Food Safety Authority, kurz EFSA, nennt in ihrer Risikobewertung Höchstwerte für Koffein:

  • Für Erwachsene liegt die empfohlene Tagesdosis, verteilt über den Tag bei rund 400 Milligramm. Das entspricht etwa vier Tassen Filterkaffee.
  • Wenn du schwanger bist oder stillst, solltest du nicht mehr als halbe Dosis eines Erwachsenen zu dir nehmen, also 200 Milligramm über den Tag verteilt.
  • Für Jugendliche gelten geringere Werte. So sind etwa drei Milligramm Koffein pro Kilogramm des Körpergewichts unbedenklich.

Laut Verbraucherzentrale enthält eine Dose eines Energy Drinks durchschnittlich 80 Milligramm Koffein. Trinkst du jedoch zwei oder mehrere Energy Drinks hinter einander, macht sich das Koffein schon ab 100 Milligramm unangenehm bemerkbar. Der Organismus baut Koffein nur langsam ab, zwischen vier bis acht Stunden kann dein Körper dafür brauchen.

An diesen Nebenwirkungen erkennst du zu viel Koffein:

  • Du spürst pochend den Herzschlag. Dein Herz rast oder es schlägt unregelmäßig.
  • Du bekommst Schweißausbrüche, bist nervös oder reizbar.
  • Du schläfst schlecht ein und musst häufiger auf die Toilette.

Die EFSA berichtet, dass langfristig Koffein Herz-Kreislauf-Probleme hervor rufen kann. Bei Ungeboren kann Koffein bleibende Schäden verursachen. Eine Überdosierung hemmt das Wachstum des Kindes.

Warum Energy Drinks und Alkohol wirklich keine gute Idee ist

Energy Drinks und Alkohol ist ein gefährlicher Partydrink.
Energy Drinks und Alkohol ist ein gefährlicher Partydrink. (Foto: CC0/pixabay/bbolender)

Energy Drinks mit hochprozentigem Alkohol sind ein fataler Cocktail und alles andere als hip. Das Koffein kann die Wirkung des Alkohols überdecken. Du fühlst dich noch fit, aber der Alkoholwert im Blut sagt längst etwas anderes.

  • Die Verbraucherzentrale berichtet von US-amerikanischen Auswertungen über Autounfälle. Demnach hatten Studenten, die Energy Drinks mit Alkohol getrunken hatten zweimal so häufig Unfälle.
  • Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) berichtet von Forschungen zu dem Zutaten Mix in Energy Drinks. Es besteht der Verdacht, dass sich die Wirkstoffe gegenseitig verstärken. Besonders im Blickfeld der Forscher steht das Zusammenspiel mit Alkohol sowie körperlicher Anstrengung. Anlass zu den Untersuchungen gaben mehrere plötzliche Todesfälle durch Herz- oder Nierenversagen nach langen Partynächten. Die alkoholischen Energy Drinks könnten als Ursache in Frage kommen.

Die Verbraucherzentrale kritisiert in diesem Zusammenhang, dass derzeit keine schärferen Warnhinweise Pflicht sind. Für sie gehört eine Warnung auf die Dose, die vor Energy Drinks zusammen mit Alkohol oder Sport warnen.

Laut Getränkeverordnung müssen Hersteller bei ihren Energy Drinks nur warnen, wenn sie mehr Koffein im Drink haben. Die Verordnung schreibt einen Warnhinweis vor, sobald der Koffeingehalt über 150 Milligramm Koffein auf einem Liter des Getränks liegt.

Auf Grund der Empfehlung des BfR steht der Hinweis auf der Dose, dass Energy Drinks nicht für Jugendliche, Schwangere oder stillende Mütter geeignet sind.

Energy Drinks – es gibt Alternativen

Grüner Tee ist eine Alternative zu Energy Drinks.
Grüner Tee ist eine Alternative zu Energy Drinks. (Foto: CC0/pixabay/ID 8425937)

Einige Energy Drinks werben mit Kräutern, Vitaminen oder ähnlichen gesunden Zutaten für die tägliche Power. Das kannst du auch pur haben ohne überflüssige Zutaten und Unmengen von Zucker, zum Beispiel:

  • Tee enthält ebenfalls Koffein. Brühst du deinen Tee stark auf, sorgen die Gerbstoffe im Tee dafür, dass die Wirkung des Koffeins länger anhält als bei einen Kaffee. Traditionell ist schwarzer und auch grüner Tee als Muntermacher geschätzt. Tipp! Probier doch mal einen starken schwarzen Tee nach türkischem Rezept.
  • Pfefferminztee: Die ätherischen Öle regen die Durchblutung an. Die Pfefferminze macht dich ohne Nebenwirkungen wach.
  • Ingwertee: Die scharfe Knolle kurbelt den Stoffwechsel und macht dich so munter. Ähnlich wie bei Pfefferminze stimulieren die scharfen Pflanzenstoffe die Gehirnfunktion. Im Gegensatz zu den kalorienreichen Energy Drinks hilft dir Ingwer Kalorien zu verbrennen.
  • Ein Tasse Filterkaffee oder Espresso, mit der traditionellen Espressokanne gebrüht, helfen natürlich auch gegen Müdigkeit.

Übrigens, schonst du mit diesen Alternativen auch die Umwelt. Aluminum für die Getränkedosen verbraucht Rohstoffe und viel Energie bei der Herstellung. Die Drinks hinterlassen so einen ziemlich großen CO2-Fußabdruck.

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