„5D“ bei Aldi: Was steckt hinter der Schweinefleisch-Neuregelung?

Aldi Schweinefleisch
Foto: CC0/Pixabay/Karamo / Utopia

Bei Aldi sollen künftig alle Schweinefleischprodukte vollständig aus Deutschland kommen: Das gilt von der Geburt der Tiere bis zur Verarbeitung des Fleisches. Mehr zu Gründen und Auswirkungen der Neuerungen erfährst du hier.

Bislang gilt bei Aldi noch 4D. Das bedeutet, dass der Discounter mit Ferkeln aus dem Ausland arbeitet. Aufzucht, Mast, Schlachtung und Verarbeitung finden dann ausschließlich in Deutschland statt. Mit der Neuerung verzichtet Aldi künftig auf importierte Tiere und ist damit die erste deutsche Supermarktkette, die 5D zu 100 Prozent umsetzen möchte. 5D meint also, dass die Tiere in Deutschland geboren, aufgezogen, gemästet, geschlachtet und verarbeitet werden. Der Discounter hofft, dass weitere Ketten seinem Vorbild folgen werden. Das soll nicht nur Tierwohl fördern, sondern auch die deutsche Landwirtschaft.

Schweineprodukte: Zu 100% aus deutscher Herkunft

Bis Ende 2022 möchte Aldi das Schweinefleisch-Sortiment auf 5D umstellen. Indem der Discounter dabei nicht mehr auf importierte Ferkel setzt, spart er natürlich zunächst CO2-Emissionen ein. Schließlich müssen die Tiere so nicht mehr weite Transportwege zurücklegen. Zudem sollen deutsche Landwirt:innen von der neuen Regelung finanziell profitieren.

Auch das Tierwohl soll bei 5D mehr im Fokus stehen. Das soll bei deutschen Landwirt:innen eher gegeben sein und eventuell auch leichter zu überprüfen als bei ausländischen Höfen. Fakt ist jedoch: Auch in Deutschland ist eine bessere Haltung von Tieren nach wie vor die Ausnahme. Laut der Verbraucherzentrale machten Produkte aus den besseren Haltungsformen 3 und 4 auch im Jahr 2020 in deutschen Supermärkten nur 13 Prozent aus. Und auch diese Haltungsformen garantieren noch lange kein Tierwohl.

Es ist gut, dass die jungen Tiere nach der Geburt keine kräftezehrenden Stunden mehr auf der Autobahn verbringen müssen. Fehlt es jedoch weiterhin an ausreichend Platz, nährstoffreichem Futter und Außengehegen, erscheint es doch nur als ein kleiner Schritt in die richtige Richtung.

Futterbeschaffung auch bei 5D problematisch

Auch wenn die Tiere ihr ganzes Leben in Deutschland verbringen und durch ihre Haltung deswegen weniger Emissionen verursacht werden, bleibt ein großer Punkt unbeachtet. Zum Futter der Tiere gibt es keine Regelungen, das bedeutet, es muss nicht aus Deutschland stammen. Oft werden Tiere in der Fleischindustrie mit Soja gefüttert, das nicht in aus Deutschland oder Europa stammt. Dadurch entstehen weite Transportwege mit vielen Emissionen. Aber nicht nur das: Sojaanbau für Tierfutter trägt auch massiv zur Abholzung des Regenwaldes bei.

Fazit: Was bringt die neue Regelung?

Mit der neuen 5D-Regelung will Aldi künftig nur noch mit Ferkeln aus Deutschland arbeiten.
Mit der neuen 5D-Regelung will Aldi künftig nur noch mit Ferkeln aus Deutschland arbeiten. (Foto: CC0 / Pixabay / aitoff)

Aldi macht einen wichtigen Schritt. Trotzdem ist es weiterhin besser, kein konventionelles Fleisch aus dem Discounter zu kaufen. Denn 5D-Schweineprodukte sind zwar klimafreundlicher, aber kein Garant für mehr Tierwohl. Wer Fleisch essen möchten, sollte auf Bio-Qualität (am besten aus der Region) zurückzugreifen. Naturland, demeter und Bioland haben dabei strengere Richtlinien und Kontrollen als das EU-Bio-Siegel. Mehr dazu erfährst du hier: Bio-Siegel: Was haben die Tiere davon?

Generell empfehlen wir, Fleisch nur in Maßen zu konsumieren beziehungsweise nach Möglichkeit ganz darauf zu verzichten. Das verhindert nicht nur Tierleid, sondern spart auch Treibhausgase ein. Schließlich gehören besonders Rindfleisch, aber auch Schweinefleisch und Geflügel zu den klimaschädlichsten Lebensmitteln. Weitere Informationen erhältst du in diesem Artikel: Diese 6 Lebensmittel sind am schlimmsten fürs Klima

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