Kindershampoo-Test: Bübchen, Fa & Co. mit schlechten Noten

Fotos: Öko-Test; Colourbox.de

Kindershampoo sollte besonders mild und frei von Schadstoffen sein. Öko-Test hat geprüft, was wirklich in bunten Duschshampoos für Kinder drin ist. Das Ergebnis ist weitestgehend gut. Doch Eltern sollten trotzdem genau hinschauen, was sie ihren Kindern ins Haar und auf die Haut schmieren.

Kinder-Duschshampoo ist nicht bloß eine Erfindung der Industrie, die mit „Duschgel für Superhelden“ oder einem Shampoo „Drachenzahn“ gezielt Eltern und Kinder ansprechen will. Kindershampoo ist tatsächlich milder und enthält weniger problematische Duftstoffe, zeigt der neue Test des Verbrauchermagazins Öko-Test.

Trotzdem sind nicht alle Kindershampoos unbedenklich. Im Test haben die Expert*innen von Öko-Test Produkte bekannter Marken wie Bübchen, Nivea und Fa sowie Eigenmarken von Supermärkten und Drogerien genauer untersucht. Die meisten Duschshampoos kann Öko-Test ohne Einschränkungen empfehlen – aber nicht alle.

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Duschshampoo für Kinder im Test: Naturkosmetik überzeugt

Ein Viertel der getesteten Shampoos für Kinder besteht aus zertifizierter Naturkosmetik. Kritische Stoffe hat Öko-Test bei ihnen nicht gefunden. Kein Wunder, schließlich sind sehr viele Problemstoffe in Naturkosmetik ohnehin verboten. Daher haben alle Naturkosmetik-Shampoos auch mit „sehr gut“ abgeschnitten. Getestet hat Öko-Test zum Beispiel das „Sante Family Kids Shampoo & Duschgel für kleine Entdecker“ und das „Weleda Kids 2in1 Shower & Shampoo Spritzige Limette“. Weleda verzichtet auch auf großartige Versprechen auf der Verpackung. Aussagen wie „keine Tränen“ seien „unseriös“, erklärt das Unternehmen. Denn schließlich könnten alle Fremdsubstanzen das Auge zum Tränen bringen – selbst Wasser.

Babyshampoo
Kindershampoos sind oft milder als Shampoos für Erwachsene. (Foto: CC0 / Pixabay)

Dennoch tun viele Hersteller etwas, damit die Kindershampoos nicht für Tränen sorgen. Sie verwenden beispielsweise nur milde Tenside, wie etwa Zucker-Tenside. Auch die Dosis an Tensiden ist oft geringer, haben einige Hersteller gegenüber Öko-Test angegeben. Auffällig ist aber, dass sich die Rezeptur sonst nicht sehr von Erwachsenen-Shampoos unterscheidet. Nur bei den Duftstoffen gibt es Unterschiede: Die Hersteller setzen spezielle Duftstoffe ein, die Kinder besonders mögen und die zugleich mild sind. Besonders ist auch, dass oft der Stoff Denatoniumbenzoat im Kindershampoo steckt. Er ist extrem bitter und soll verhindern, dass Kinder Shampoo verschlucken. Wer seinen Kindern den Stoff ersparen will: In Naturkosmetik ist er verboten.

Kinder-Duschshampoo ist im Test oft vorbildlich

Nicht nur mit den Naturkosmetik-Produkten, auch mit den konventionellen Kindershampoos ist Öko-Test recht zufrieden: Die Expert*innen haben keine Paraffine, keine Silikone, kein Formaldehyd und auch keine besonders problematischen Duftstoffe in den Duschshampoos für Kinder gefunden. Insgesamt 15 Produkte haben daher die Bestnote „sehr gut“ bekommen. Unter den Testsiegern ist zum Beispiel die „Balea Dusche & Shampoo Shining Star“ von dm, die ebenfalls frei von bedenklichen Inhaltsstoffen ist.

Bübchen-Kindershampoo nur Mittelmaß

Das „Bübchen Shampoo & Duschgel 2in1 Sportsfreund“ dagegen hat im Test nur mit „befriedigend“ abgeschnitten und liegt damit im hinteren Drittel der Produkte. Es enthält den Stoff Polyethylenglucol (PEG), den wir in unsere Liste der schlimmsten Inhaltsstoffe in Kosmetik aufgenommen haben. Das hat zwei Gründe: PEG-Verbindungen werden meist auf Basis von klimaschädlichem Erdöl gewonnen und außerdem kann PEG die Haut durchlässiger für Schadstoffe machen. Neben dem Bübchen-Shampoo stecken PEG auch noch in sechs weiteren Produkten, zum Beispiel im „Nickelodeon Paw Patrol 2in1 Shower Gel & Shampoo“.

Ein weiterer Kritikpunkt am Kinder-Duschshampoo von Bübchen: Es enthält wasserlösliche, synthetische Polymere, also Mikroplastik im weiteren Sinne. Öko-Test bezeichnet sie jedoch nicht als Mikroplastik, weil es sich nicht um feste Partikel handelt (mehr dazu hier: Was ist Mikroplastik? – Eine Definition). Allerdings sprechen Umweltschutzorganisationen wie Greenpeace und BUND auch bei wasserlöslichen Polymeren von Mikroplastik und wir von Utopia schließen uns dem an. Problematisch ist auch an dieser Form, dass die Kunststoffverbindungen biologisch nicht oder nur schwer abbaubar sind und sich in der Natur anreichern können.

Mikroplastik steckt auch in fünf weiteren Produkten aus dem Test. Bübchen hat inzwischen angekündigt, in Zukunft PEG und Mikroplastik nicht mehr in dem Duschshampoo einsetzen zu wollen. Bereits in früheren Tests waren PEG und Mikroplastik die größten Probleme in Kindershampoos.

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Produkt aus TV-Serie in der Kritik

Das „Nickelodeon Paw Patrol 2in1 Shower Gel & Shampoo“ ist ein Lizenzprodukt der TV-Kinderserie Paw Patrol und Schlusslicht bei Öko-Test. Das Kindershampoo enthält die halogenorganische Verbindung Dichlorbenzylalkohol, die unter anderem Wasserorganismen dauerhaft schädigen kann. Im Duschshampoo dient sie als Konservierungsstoff, dabei gibt es viel unstrittigere Konservierungsmittel. Das Duschshampoo hat am Ende nur die Note „ausreichend“ bekommen, denn auch eine PEG-Verbindung steckt in diesem Shampoo-Verlierer.

Alle Details findest du in der Ausgabe 08/2020 von Öko-Test sowie online auf www.ökotest.de.

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