Rapsöl bei Öko-Test: Jedes zweite Öl ist verunreinigt

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Rapsöl ist das beliebteste Pflanzenöl in Deutschland. Doch in jedem zweiten Öl fand Öko-Test Mineralöl-Rückstände, die gesundheitsschädlich sein können. Der neueste Test zeigt, dass selbst manche Bio-Öle nicht empfehlenswert sind.

Rapsöl eignet sich für die kalte und heiße Küche – ein echter Allrounder also. Natives Rapsöl ist vor allem für Salate bekannt, da es kaltgepresst wird und deshalb noch viel Geschmack, Vitamine und ungesättigte Fettsäuren enthält. Raffiniertes Öl eignet sich dagegen zum Braten in der Pfanne.

Rapsöl-Testsieger bei Öko-Test

Wer Wert auf Rapsöl aus biologisch angebautem Raps legt, für den kommt nur ein Öl infrage:

  • Das Bio-Rapsöl von Heirler (Eden Rapsöl)** ist ein natives Öl mit der Note „gut“. Allerdings weist es Mineralöl-Rückstände auf, wie auch leider alle anderen Bio-Produkte im Test. Bereits 2009 hatte Stiftung Warentest das raffinierte Eden Rapsöl getestet und als Testsieger ausgelobt.

Einige konventionelle Öle bekamen im Rapsöl-Bericht von Öko-Test ebenfalls grünes Licht:

  • Unter den konventionellen Ölen aus der Glasflasche erhält das Brändle Vita Rapskernöl kaltgepresst-nativ** die Bestnote „sehr gut“ von Öko-Test. Es ist das beste native Öl im Test und frei von Verunreinigungen. Auch der Geschmack hat Öko-Test überzeugt.
  • Die raffinierte Alternative kommt von Rapso** und erhielt ebenfalls ein „sehr gut“. Der Raps für das Öl stammt aus Österreich und das Öl ist ebenfalls frei von Verunreinigungen.

Wenn du alle Testergebnisse nachlesen willst, kannst du das hier tun:

Auch das Öl der Eigenmarken von Aldi Süd, Rewe und Lidl schneidet „Sehr Gut“ ab, wird aber in einer Plastikflasche verkauft. Wir empfehlen Rapsöl in Glasflaschen, das später als Altglas eingeschmolzen und mehrfach zu neuem Glas geformt werden kann.

Öko-Test warnt vor Mineralöl-Rückständen in Rapsöl

Der Rapsöl-Test überrascht: Wer seine Zwiebeln in der Pfanne mit Rapsöl anbrät, gibt oft auch etwas Mineralöl dazu. Denn in jedem zweiten Produkt stellte Öko-Test im Labor Rückstände von gesättigten Mineralölen (MOSH) fest. Diese gelangen häufig bei der Produktion mit in die Lebensmittel und können die Organe schädigen. Die Europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde (EFSA) und das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnen daher vor Mineralöl-Rückständen in Lebensmitteln.

Bratöl
Öko-Test warnt vor Mineralöl-Rückständen in vielen Rapsölen. (Foto: Colourbox.de)

Im Labor fand Öko-Test in allen Bio-Rapsölen Rückstände von MOSH, besonders auffällig war der Befund im Öl von Alnatura: Das native Rapsöl enthielt nicht nur die bedenklichen MOSH, sondern auch die Rückstände von aromatischem Mineralöl (MOAH). Dies steht im Verdacht krebserregend zu sein und das Erbgut zu schädigen. Auch die vom Umweltbundesamt als krebserregenden Kohlenwasserstoffe Benzo(a)pyren konnte das Labor nachweisen – über dem gesetzlichen Grenzwert. Die Charge wurde deshalb aus dem Verkauf genommen.

Pestizide und weitere Schadstoffe

Immerhin: Im Test waren alle Bio-Rapsöle frei von Pestiziden. Bei den konventionellen Produkten wurde der Raps aber mit Unkrautvernichter und Dünger behandelt, die Spuren finden sich noch im Öl: Das Insektizid Cypermethrin wies Öko-Test in Aldi Nords „Reines Rapsöl“ (Holstensegen) nach. Welche Folge das Insektizid für den menschlichen Organismus hat, ist bislang noch nicht erforscht.

Raps - Rapsöl
Nur Bio-Raps wird ohne synthetische Pestizide und Dünger angebaut. (Foto: CC0 Public Domain / Pixabay - nautilus64)
Öko-Test 11/2017
Öko-Test 11/2017 (© Öko-Test)

Auch Bio-Rapsöl bleibt nicht von Schadtstoffen verschont: Neben MOSH-Rückständen fand Öko-Test ausgerechnet im Demeter Rapsöl Naturata auch den Weichmacher Dibutylphthalat. Den stuft das Umweltbundesamt als „fortpflanzungsgefährdend“ ein.

Fazit**: Mit dem Bio-Rapsöl von Heirler (Eden Rapsöl) bekommst du ein gutes, natives Öl in Bio-Qualität. Frei von bedenklichen Inhaltsstoffen und aus der Glasflasche sind die konventionellen Alternativen Brändle Vita Rapskernöl kaltgepresst-nativ sowie das Rapsöl von Rapso.

Den vollständigen Test findest du in Öko-Test Ausgabe 11/2017 oder online unter www.oekotest.de sowie als E-Paper in PDF-Form**

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