Kinderbäder bei Öko-Test: Naturkosmetik ist besser

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Kinder lieben Schaumbäder, deswegen bieten viele Hersteller spezielle Kinderbäder an. Öko-Test hat 19 beliebte Bäder getestet und kann vor allem Naturkosmetikprodukte empfehlen. Ein Bad ist im Test aber durchgefallen.

Schaumberge in der Badewanne stehen bei kleinen Kindern hoch im Kurs. Verantwortlich für den vielen Schaum sind in der Regel Tenside, oft auf Basis von PEG / PEG-Derivaten (Polyethylenglykol). Diese können die Haut allerdings durchlässiger für Fremdstoffe machen. Viele Hersteller setzen zusätzlich auf synthetische Polymere (flüssiges Mikroplastik), damit der Schaum möglichst lange hält. Die Kunststoffe gelangen über das Abwasser später in die Umwelt und können Wasserorganismen schädigen.

Anders dagegen Naturkosmetik-Produkte: Sie enthalten als Schaumschläger pflanzliche Stoffe, wie etwa das Zuckertensid Coco-Glucoside. Auch synthetische Polymere sind bei Naturkosmetik-Produkten weitestgehend verboten.

Öko-Test: Die meisten Kinderbäder sind empfehlenswert

Mehr als die Hälfte der getesteten Kinderbäder hat die Bestnote „sehr gut“ bekommen. Unter den Produkten im aktuellen Test sind auch fünf Kinderbäder aus zertifizierter Naturkosmetik dabei. Sie alle haben „sehr gut“ abgeschnitten. Frei von bedenklichen Inhaltsstoffen sind zum Beispiel die beiden Kinderbäder Dresdner Essenz Dreckspatz Freu Dich (ca. 5 Euro, u.a. bei allyouneedfresh**) und das Logona Kids Schaumbad (ca. 12 Euro, u.a. bei Ecco Verde**, BioNaturel**). Sie enthalten zwar Parfüm, jedoch keine kritischen allergenen Duftstoffe.

Das ist nicht selbstverständlich: In einem anderen Naturkosmetik-Kinderbad hat Öko-Test die potenziellen Allergene Citronellol und Geraniol nachgewiesen.

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Schaumbäder für Kinder mit Polyethylenglykol belastet

Einige der herkömmlichen Schaumbäder haben ebenfalls die Note „sehr gut“ bekommen, denn auch bei ihnen hatte Öko-Test nichts auszusetzen. Dazu zählt zum Beispiel das Hipp Babysanft Kinderbad Sensitiv.

Doch jedes zweite herkömmliche Kinderbad enthält PEG / PEG-Derivate (Polyethylenglykol). Kritisch ist nicht nur, dass solche Verbindungen die Haut durchlässig für Fremdstoffe machen können. Auch für die Umwelt ist der Stoff problematisch. Denn er wird auf Erdöl-Basis hergestellt – die Erdölförderung hat negative Auswirkungen auf das Klima und die Ökosysteme. Außerdem können die PEG-Verbindungen aus dem Kinderbad über das Abwasser in die Flüsse und Meere gelangen. Die Verbindungen sind nur schwer abbaubar. Die Note „sehr gut“ hat deshalb kein Produkt mit Polyethylenglykol erhalten.

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Mikroplastik in mehreren Kinderbädern

Ausgabe 12/2019 Öko-Test
Öko-Test Ausgabe 12/2019 (Foto: © Öko-Test)

Baden in flüssigem Plastik? In drei Produkten kritisiert Öko-Test synthetische Polymere – also Mikroplastik.  Zwar bezeichnet Öko-Test diese nicht als Mikroplastik, weil es sich nicht um feste Partikel handelt (mehr dazu hier: Was ist Mikroplastik? – Eine Definition). Umweltschutzorganisationen wie Greenpeace und BUND dagegen sprechen in all diesen Fällen von Mikroplastik und wir von Utopia schließen uns dem an. Denn ob flüssig oder fest – bedenklich sind beide Varianten, da sie beim Baden ins Grundwasser gelangen und schon jetzt in Meeren und auf Feldern nachweisbar sind.

Eines der drei Kinderbäder mit Mikroplastik ist das Dusch Das Kids Duschgel Bad & Shampoo Disney Frozen. Aber das ist nicht das einzige, was Öko-Test am Frozen-Kinderbad kritisiert. Auch der Duftstoff Geraniol steckt hier laut Labor-Ergebnissen drin, ist aber nicht auf der Verpackung deklariert. Für Duftstoffallergiker kann das gesundheitsschädliche Folgen haben. Die größte Kritik bezieht sich aber auf den Duftstoff Lilial (Butylphenyl Methylpropional), der im Dusch-das-Bad steckt. Dieser Stoff  hat sich in Tierversuchen als fortpflanzungsschädigend herausgestellt. Daher stuft das Verbraucherschutzkomitee für Kosmetik der EU den Stoff als „nicht sicher“ ein. In einem Produkt für Kinder hat er deshalb nichts zu suchen.

Alle Details findest du in der Ausgabe 12/2019 von Öko-Test** sowie online auf Öko-Test.

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