Öko-Test Schokolade: Mineralöl und intransparente Kakaoproduktion

Foto: © Öko-Test

Öko-Test hat Schokolade von Milka, Lindt und anderen bekannten Herstellern auf Schadstoffe getestet. Doch nur wenige Schokoladen sind wirklich empfehlenswert: Mineralöl-Rückstände und intransparente Kakaoproduktion sind die größten Probleme.

Wo kommt der Kakao her, der in der Schokolade steckt? Das wissen in vielen Fällen nicht einmal die Hersteller selbst ganz genau. Und so können die meisten Schokoladen-Produzenten auch nicht ausschließen, dass ihr Kakao aus Kinderarbeit stammt oder unter ausbeuterischen Bedingungen angebaut wurde.

Öko-Test hat bei allen großen Schokoladen-Herstellern nachgefragt, ob sie die Lieferkette belegen können. Lückenlos konnten das aber nur sehr wenige. Im Labor hat Öko-Test außerdem festgestellt, dass von 25 Schokoladen nur eine einzige frei von Mineralöl-Rückständen ist. Alle anderen sind verunreinigt und das zum Teil sogar über dem offiziellen Orientierungswert für Mineralölbestandteile.

Schokolade bei Öko-Test: Nur zwei sind „gut“

Insgesamt 25 Tafeln Schokolade hat Öko-Test im Test Schokolade geprüft, von Milka über dmBio bis hin zu Ritter Sport. Doch nur zwei Tafeln haben auch „gut“ abgeschnitten:

  • Rapunzel Dunkle Vollmilch: Hersteller Rapunzel konnte die Lieferkette lückenlos bis zum Bauern belegen ist Fairtrade-zertifiziert und trägt das firmeneigenen (und trotz eingeschränkter Unabhängigkeit empfehlenswerte) Hand in Hand-Zeichen. Der Kakaoanteil bei ist besonders hoch (51 Prozent). Die Schokolade gibt es im Onlineshop des Herstellers oder (im 6er-Pack) bei Amazon**.
  • Ritter Sport Alpenmilch: Die konventionelle Schokolade von Ritter Sport hat ebenfalls „gut“ abgeschnitten. Besonders bei den Inhaltsstoffen konnte sie punkten. Allerdings ist sie nicht Bio-zertifiziert. Und auch was die Arbeitsbedingungen angeht, sind die Ergebnisse weniger erfreulich: Die Schokolade ist nicht Fairtrade zertifiziert, sondern lediglich mit dem weniger Strengen UTZ-Siegel. Wir empfehlen Schokolade mit Fairtrade-Siegel und Bio-Siegel. Mehr dazu weiter unten im Text.

Öko-Test Vollmilchschokolade – Alle Testergebnisse als PDF**

Öko-Test Mineralöl in Schokolade
In den meisten Schokoladen steckt Mineralöl. (Foto: © Colourbox.de)

Mineralöl in der Schokolade nachgewiesen

Wie fast alle Schokoladen, ist auch die getestete Rapunzel-Schokolade mit Mineralöl verunreinigt. Allerdings liegt der Gehalt unter dem Orientierungswert. Anders dagegen die Schokoladen-Tafel dmBio Vollmilch. Sie enthält so viel Mineralöl-Rückstände (MOSH), dass Öko-Test sie mit der Note „mangelhaft“ durchfallen lässt. Der Gehalt liegt über dem Orientierungswert, den Lebensmittelämter gemeinsam mit dem Lebensmittelverband Deutschland 2016 vereinbar haben. Mit neun Milligramm pro Kilo sei er eine „Einladung zum Ausruhen“, findet Öko-Test. Im Jahr 2016 schafften es 90 Prozent der Schokolade unter diesem Wert.

Ein kleiner Lichtblick: Wenigstens sind die krebsverdächtigen MOAH-Verbindungen in den jetzt getesteten Schokoladen kein Thema mehr. Noch vor zwei Jahren sah das anders aus (Schoko-Schock bei Öko-Test). Bei den gefunden Mineralöl-Rückständen handelt es sich um MOSH-Verbindungen, die sich im Körper anreichern können. Das Mineralöl gelangt vor allem durch die Verpackung, den Transport oder bei der Herstellung an die Schokolade.

Schokolade von Lindt und Milka enttäuscht

Zu den großen Playern auf dem deutschen Schokoladen-Markt gehören Milka und Lindt. Von beiden Marken hat Öko-Test die Alpenmilch-Tafeln geprüft und übt reichlich Kritik:

  • Milka Alpenmilch: Mit seiner „typischen Schokoladennote“ konnte Milka beim Geschmackstest zwar punkten, enthält aber viele Mineralöl-Rückstände und Aroma. Eine Rückverfolgung bis zum Bauern hat Milka auch nicht vorlegen können und auch keine konkreten Angaben zu sozialen Mindeststandards gemacht. Das Urteil: „mangelhaft“.
  • Lindt Alpenvollmilch: Im Geschmack konnte die Lindt-Schokolade voll überzeugen, ansonsten aber nicht. Stark erhöhte Mineralöl-Gehalte, zugesetztes Aroma und keine vollständigen Nachweise bei der Lieferkette machen die Schokolade „mangelhaft“.

Welche Schokolade ist empfehlenswert?

Ausgabe 12/2019 Öko-Test
Ausgabe 12/2019 (Foto: © Öko-Test)

Wenn Schokolade, dann Bio- und Fairtrade-Schokolade, so unsere Empfehlung. Allerdings sollten Kunden genau hinschauen, welches Siegel die fairen Arbeitsbedingungen garantiert. Empfehlenswert ist Fairtrade, weniger streng ist dagegen UTZ. Denn bei UTZ erhalten die Kakao-Bauern keine Mindestpreise und der Einsatz von Gentechnik ist auch nicht verboten. Allerdings gibt es bei beiden Siegeln Kakao mit Mengenausgleich: Die Rohstoffe aus fairem und nicht-fairem Handel werden gemischt, die Hersteller bezahlen aber für exakt die Menge den Fairtrade-Preis, die sie auch einkaufen (mehr zu Schokoladen-Siegeln). Was beiden Siegeln fehlt, sind Kriterien zur ökologischen Landwirtschaft. Deshalb ist die Kombination aus Fairtrade- und Bio-Siegel die beste Wahl.

In unserer Bestenliste Bio-Fair-Trade Schokoladen findet ihr eine Auswahl an Bio-Fair-Trade-Schokoladen, ergänzt mit Erfahrungen der Utopia-User.Öko-Test Vollmilchschokolade – Alle Testergebnisse als PDF**

Und was ist mit Gepa? Auch von der Fairtrade-Organisation Gepa hat Öko-Test Schokolade getestet. Gut ist, dass hier Mengenausgleich verboten ist und tatsächlich nur fair gehandelte Kakaobohnen verarbeitet werden. Die Gepa-Schokolade ist aber stark mit Mineralöl belastet, wenn auch noch unter dem Orientierungswert.

Alle Details findest du in der Ausgabe 12/2019 von Öko-Test** sowie online auf www.ökotest.de.

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(7) Kommentare

  1. könnt ihr den mist nicht endlich lassen und immer amazon empfehlen? avocado-store ist auch nicht ganz sauber … lasst es doch einfach. jeder normale mensch ist in der lage, im internet selbst zu recherchieren. ist doch nicht schwer, aber lasst endlich diese einseitigen empfehlungen solcher miesen versender. gerade rapunzelschokolade gibt es sogar meist vor ort im nächsten bioladen.

  2. Jede „Empfehlung“ ist eine bezahlte Werbung.
    Irgendwovon muss die Utopia Redaktion schließlich leben….
    Das die Werbung hier unglaubliche Ausmaße annimmt, nervt mich aber auch.

  3. >>Wes Brot ich ess, des Lied ich sing. <<
    Ich finde es sehr zu hinterfragen, wenn ein Portal wie Utopia, das ich sehr sehr schätze, sich von einem üblen Konzern wie Amazon sponsern lässt/ließe! Das geht inhaltlich und moralisch nicht zusammen. Ich stimme catsie07 voll zu.
    Außerdem: Wenn es die Schokolade im Online-Shop von Rapunzel gibt, warum ist dieser nicht verlinkt, aber Amazon schon?
    Bitteschön, ich trage nach: https://shop.rapunzel.de/produkte/schokolade/vollmilch/2463/vollmilch-schokolade-dunkel-46?number=1430245
    Weil es bei Amazon eh alles gibt, braucht es diesen Hinweis gar nicht. Einfach mal Amazon weglassen.

  4. @ sternlessupp „Warum ist der Eine verlinkt und der Andere nicht?“
    Antwort: Weil Einer bezahlt hat und der andere nicht.
    ….. so einfach ist das.
    PS: Die Dunkle Vollmilch von Rapunzel ist tatsächlich megagut. Hmmm.
    Es gibt die zum Glück ja auch in vielen Bio-Läden direkt zu kaufen.

  5. Tipp an die Redaktion, um eine Alternative zu den bemängelten Affiliate-Links zu geben:

    https://publishers.basicattentiontoken.org/

    Damit können Utopia-Leser mit einem Klick BAT spenden (Tipping-System)
    Außerdem bekommt Utopia auch Geld von den Werbetreibenden im BAT-Ecosystem.

    (die Leader setzen sich auch gleichzeitig für eine Demokratisierung des Systems „Werbung“ im Internet ein, also ganz im Sinne von Utopias Grundgedanken)

    1 BAT wartet schon auf euch 😉

  6. BavariaBlue, vielen Dank für die konstruktive Nachricht.
    Ich bin zwar auch der Meinung, dass Amazon auf Utopia nichts zu suchen hat, aber ich kann auch verstehen, das Utopia nur existieren kann wenn es ihre Mitarbeiter bezahlen kann.
    Wenn man etwas verändern will, geht es nur wenn man Alternativen aufzeigt.
    Viele Wege führen nach Rom, und dein Vorschlag ist einer davon.
    Danke 🙂

  7. Einerseits teile ich nicht die harte Kritik und die Befürchtung der anderen Kommentatoren, Utopia liesse sich schmieren…
    Andererseits esse ich als Veganer keine Milchschokolade.