Alternativen zum Auto

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Rüsten Sie ab, bewegen Sie sich umweltfreundlicher fort! Tauschen Sie Ihr zu schweres Auto gegen ein leichteres. Besser noch: Lösen Sie sich, falls Sie es nicht schon getan haben, von der Zwangsvorstellung, ein Auto haben zu müssen. Tun Sie Ihrer Gesundheit und Ihrem Geldbeutel, Ihren Mitmenschen sowie Natur und Klima etwas Gutes. Utopia zeigt die Alternativen.

Alternative zum Auto: teilen und Taxi fahren

Der ADAC bat vor eingen Jahren deutsche Autofahrer zu schätzen, wie viel sie ihr Auto kostet: Sie nannten durchschnittlich nur etwa die Hälfte der tatsächlichen Kosten. Kaum eine(r) hält sich ehrlich vor Augen, was da mit Steuern und Versicherung, Pflege, Reparaturen und Wertverlust, Reifen, Benzin, Parkgebühren etc. zusammenkommt. Noch negativer wird die Bilanz, bedenkt man, dass Autos im Schnitt nur 31 Minuten am Tag gefahren werden – den Rest der Zeit stehen sie herum. Wenn Sie genauer hinsehen und nicht zu den Menschen gehören, die täglich aufs Auto angewiesen sind, können Sie viel Geld sparen. Teilen Sie sich ein Auto – und bilden Sie Fahrgemeinschaften! Stundenweise und auf kurzen Strecken ist das »Carsharing« am günstigsten. Für Wochenendtouren und längere Fahrten bietet sich ein Mietwagen an.

Oder lassen Sie Profis für sich fahren, wenn kein anderes Verkehrsmittel in Betracht kommt. Gelegentliche Fahrten mit dem Taxi (und zum Transport schwerer Sachen mit dem Lastentaxi) sind jedenfalls viel günstiger als ein eigener Wagen.

TIPP: Eine umfassende Liste von Car-Sharing-Angeboten finden Sie in unserer Bestenliste Die besten Carsharing-Anbieter. Hier können Sie Anbieter in Ihrer Nähe recherchieren. Dazu erhalten Sie Kriterien, die ein moderner, professioneller Car-Sharing-Anbieter erfüllen sollte

Alternativen zum Auto: Bus und Bahn

Und wenn Sie schon am Rechnen sind: Nennen Sie eine Dauerkarte für den öffentlichen Verkehr Ihr Eigen? Falls nicht, prüfen Sie doch, ob sich die BahnCard oder eine Monats- oder Jahreskarte im Nahverkehr nicht lohnen könnte. Einmal erworben, werden Sie sich viel freier mit Bus und Bahn bewegen; und entdecken, um wie viel entspannter Sie von A nach B kommen, wenn Sie nicht selbst steuern müssen, sondern aus dem Fenster gucken oder Zeitung lesen können. Manche Verkehrsverbünde erlauben auf Zeitkarten abends und am Wochenende weitere Personen mitzunehmen – seien Sie also großzügig: Laden Sie Ihre Freunde ein! Und überzeugen Sie gemeinsam mit Ihren KollegInnen den Arbeitgeber vom Vorteil eines Firmentickets.

Allerdings benutzen gut 60 % der Deutschen seltener als einmal im Monat öffentliche Verkehrsmittel. Und das, obwohl jeder dritte davon zugibt, auch ohne Auto gut ans Ziel zu kommen. Hier liegt noch viel Potenzial für umweltbewusste Mobilität

TIPPS:

  • Die BahnCard 25 (62 Euro/Jahr) ist zeitweise mit Sparpreisen der Deutschen Bahn (DB) kombinierbar. Kinder und Partner können eine eigene BahnCard 25 bereits ab 10 Euro erhalten.
  • Grenzen sind nichts für Sie? Mit dem „Europa-Spezial“ bietet die DB Verbindungen ausgewählte Auslandsverbindungen schon ab 39 Euro an.
  • Sie wissen gerne vorher, was Sie die Mobilität übers Jahr kostet? Mit der BahnCard 100 bewegen Sie sich für 4.090 Euro/Jahr frei in in allen deutschen Zügen und im öffentlichen Nahverkehr von über 100 deutschen Städten.
  • Sie probieren gern öfter mal was Neues? Mit dem DB-Konkurrenten Hamburg-Köln-Express fahren Sie von der Elbe an den Rhein schon für um 20 Euro!
  • Informieren Sie sich doch mal über die Monats- und Jahrestickets des Verkehrsverbundes an Ihrem Wohnort – die sind oft günstiger als man denkt!
  • Fernbusse verbinden mittlerweile bequem fast alle größeren Städte in Deutschland und das zu sehr günstigen Preisen. Beispiel: Von München nach Berlin kommt man mit etwas Glück für unter 30 Euro. Auf www.busliniensuche.de und www.fernbusse.de kann man alle Anbieter vergleichen.
    (Stand 07.2015)

Alternative zum Auto: Öfter aufs Rad steigen

Jeder zweite Weg, der mit dem Auto zurückgelegt wird, ist kürzer als sechs Kilometer. Doch gerade auf Kurzstrecken ist der Spritverbrauch stark erhöht (auf den ersten zwei Kilometern um ca. 50 %). Was spricht in Ihrem Fall dagegen, das Fahrrad zu nehmen? Schwere Einkäufe? Schlechtes Wetter? Gefährlicher Autoverkehr? Mäßige Kondition? Oder träge Kinder?

Was auch immer – vielen Unbilden sind Sie nicht hilflos ausgeliefert. Zugegeben, es gibt Tage, da steigt man weniger gern aufs Rad. Doch mit der richtigen Ausrüstung (wetterfeste Kleidung, Fahrradtaschen oder Anhänger), einem schnittigen Rad, etwas Training – falls nötig – und ein paar guten Tipps werden Sie Ihre autofixierte Umgebung bald alt aussehen lassen.

TIPP: Auf der Website www.einkaufen-mit-dem-rad.de finden Sie Infos zur Ausru?stung, Tipps fu?r Ha?ndler, die ihren Kunden das Einkaufen mit dem Rad erleichtern wollen, und Aktionsideen, um die Situation des Radverkehrs in Ihrer Stadt zu verbessern. Probieren Sie aus, wie leicht das Leben ohne Auto ist!

Alternativen zum Auto: Bewusst zu Fuß

Zuletzt: Entschleunigen Sie Ihr Leben, nehmen Sie sich Zeit. Gehen Sie zu Fuß. Sie werden sehen: So viel entgeht dem, der auf vier oder zwei Rädern vorüberrauscht. Nehmen Sie Ihre Heimat in Augenschein. Begegnen Sie Ihren Nachbarn, werden Sie Ihrer Umgebung mit allen Sinnen bewusst. Kaufen Sie bei lokalen Händlern, statt weite Wege in große Einkaufszentren auf sich zu nehmen. Damit stärken Sie die Strukturen vor Ort. Zwingt Sie aber Ihr Wohnort dazu, für viele Bedürfnisse lange zu fahren? Dann prüfen Sie doch, ob nicht ein Ortswechsel Abhilfe schafft. Das ist sicher leichter gesagt als getan. Doch auf Dauer könnten Sie – und Ihre Umwelt – sehr davon profitieren.

Auto ist nicht gleich Auto

Fraglos gibt es Menschen, die zumindest kurzfristig nicht auf ein Auto verzichten können. Gerade auf dem Land sind die Wege weit, und der öffentliche Verkehr ist dünn. Doch gibt es vernünftige und weniger vernünftige Autos – betrachtet man Motorleistung und Spritverbrauch. Schluckt Ihr Wagen mehr als 6 Liter/100 km? Hat er eine Höchstgeschwindigkeit, die Sie nie auch nur annähernd nutzen? Ernten Sie mit Ihrem Geländewagen immer häufiger böse Blicke von Menschen, die umweltfreundlicher unterwegs sind? Dann steuern Sie um! Wer gibt schon gerne den Klimasünder? Gehen Sie mit der Zeit und kaufen Sie beim nächsten Mal ein leichtes, sparsames Modell – oder gleich ein Auto mit Elektroantrieb.

Autor: Martin Schlegel, BUND Berlin

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