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Babymilch bei Öko-Test: Endlich weniger Mineralöl in Anfangsmilch 

Fotos: Öko-Test / -CC0 / Pexels, Sarah Chai

Die letzten Testergebnisse von Anfangsmilch für Babys schockierten viele Eltern: Öko-Test wies in allen Produkten Mineralöl-Rückstände nach. Im aktuellen Test von Anfangsmilch 1 zeigt sich: Die Hersteller haben die Verunreinigungen inzwischen besser im Griff. Nichtdestotrotz haben nur zwei von 15 Produkten ein „sehr gut“ bekommen. Mineralöl erwies sich auch in diesem Test als problematisch.

Wer sein Baby nicht stillen möchte oder kann, kann es mit Muttermilchersatz füttern: Anfangsmilch ist für das gesamte erste Lebensjahr geeignet und versorgt Babys mit allen wichtigen Nährstoffen. Dabei ist es aber wichtig, dass die Qualität der Ersatznahrung stimmt. Was genau in der Säuglingsmilch steckt, hat Öko-Test jetzt erneut im Labor untersuchen lassen.

Insgesamt 15 verschiedene Muttermilchersatz-Produkte für Säuglinge, davon fünf Babymilchpulver in Bio-Qualität, wurden unter anderem auf Keime, Fettschadstoffe, Mineralöl-Rückstände und Desinfektionsmittel-Rückstände geprüft. Bei allen Produkten handelt es sich um sogenannte Anfangsmilch 1. Die aktuellen Testergebnisse zeigen, dass die Hersteller das Problem mit Verunreinigungen mittlerweile besser im Griff haben. Dennoch ist bei der Qualität noch Luft nach oben.

Was ist der Unterschied von Anfangsmilch 1 und Pre-Milch?

Wer sein Baby mit Anfangsmilch füttert, hat dabei die Wahl zwischen Anfangsmilch 1 und Anfangsmilch mit dem Zusatz „Pre“ (hier spricht man von Pre-Milch). Bei beiden Produkten sind alle für Säuglinge wichtigen Nährstoffe enthalten. Die beiden Milchersatzprodukte unterscheiden sich nur in einem Punkt, den Kohlenhydraten: Pre-Nahrung enthält wie Muttermilch als einziges verdauliches Kohlenhydrat Milchzucker; Anfangsmilch 1 zudem geringe Mengen an Stärke, was die Milch etwas dickflüssiger macht.

Babymilch im Test bei Öko-Test

Bereits 2021 hat Öko-Test Pre-Nahrungen getestet. In diesem Test war Mineralöl ein großes Problem. Jetzt hat Öko-Test Anfangsmilch 1 genau unter die Lupe genommen – mit einem erfreulichen Ergebnis: „Das von uns beauftragte Labor hat in der Anfangsmilch 1 insgesamt weniger Belastungen gefunden als 2021 in den Pre-Nahrungen“, so das Fazit der Tester:innen.

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Öko-Test: Wie gut ist Anfangsmilch 1?

Die gute Nachricht: In keinem Muttermilchersatzprodukt wurden die besonders problematischen Mineralölbestandteile MOAH gefunden. Es ist wichtig, dass Babymilch als Grundnahrungsmittel von Babys frei von diesen Stoffen ist, denn die aromatischen Mineralölkohlenwasserstoffe stehen im Verdacht, krebserregend und erbgutverändernd zu sein.

(Foto: CC0 / Pexels, Sarah Chai)

Der aktuelle Test ist damit der erste große Test von Anfangsmilch, in dem die Tester:innen in keinem der getesteten Produkte MOAH gefunden haben. Die Erklärung von Öko-Test: „Die Tatsache, dass manche Produkte in Folge- oder Nachtests dann MOAH-frei waren, lässt jedoch den Schluss zu, dass die Firmen die Quelle der Verunreinigung in ihren Produktionsprozessen ausfindig gemacht und beseitigt haben.“

Die EU hat 2022 Richtwerte für MOAH veröffentlicht, ab deren Überschreitung Lebensmittel vom Markt genommen werden sollten. „Das wurde auch Zeit!“, meinen die Tester:innen von Öko-Test.

MOSH in Anfangsmilch 1: Es könnte noch besser gehen

Dennoch: Einige Milchprodukte waren mit gesättigten Mineralölkohlenwasserstoffen (MOSH/MOSH-Analoge) verunreinigt. Bei sechs Produkten stufte ÖKO-TEST die Werte als „erhöht“, bei vier weiteren als „leicht erhöht“ ein. Und in fünf Produkten wurden „geringe Spuren“ gefunden.

MOSH-Verbindungen können sich in den Organen anreichern, zum Beispiel in der Leber. Welche gesundheitlichen Folgen das langfristig hat, kann noch nicht abgeschätzt werden.

Lies dazu auch: Mineralöle in Kosmetik und Lebensmitteln: Das musst du wissen

Welche Anfangsmilch 1 soll ich meinem Baby geben?

Die beiden Testsieger bei der Anfangsmilch mit jeweils „sehr gut“ als Gesamturteil sind:

  • Aptamil Profutura Duo Advance Anfangsmilch 1 (Nutricia)
  • Nestlé Beba Anfangsmilch 1 (Nestlé)

Ein „gut“ bekamen unter anderem die Babylove Anfangsmilch 1 (dm) sowie Bebivita Anfangsmilch 1 (Bebivita).

Schlusslicht im Test war ein Bio-Produkt: Lebenswert Bio Anfangsmilch 1, Bioland (Holle).

Eltern, die bislang ein schlecht getestetes Produkt gefüttert haben, versucht Öko-Test zu beruhigen: „Wenn ein Kind eine in unserem Test belastete Nahrung bekommen hat, ist das kein Grund zur Sorge. Keine der Belastungen ist aus unserer Sicht stark erhöht und keiner der kritisierten Stoffe akut giftig“.

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Babymilch-Test: Fettsäuren-Verhältnis nicht immer optimal

Die Vorgaben für Säuglingsmilch sind streng: Zum Beispiel ist seit 2020 festgelegt, dass eine bestimmte Menge der Omega-3-Fettsäure Docosahexaensäure (DHA) enthalten sein muss. Fachleute kritisieren aber, dass der Zusatz der Omega-6-Fettsäure Arachidonsäure (ARA) dagegen nicht vorgeschrieben ist. In einigen Produkten im Test war ARA überhaupt nicht nachweisbar.

In der Regel enthält Muttermilch mehr ARA als DHA. Wichtig sei deshalb das richtige Verhältnis der beiden Omega-Säuren: Säuglingsmilch sollte mindestens so viel ARA wie die vorgeschriebene Menge DHA enthalten.

Doch nicht alle Hersteller halten sich an diese Empfehlung, kritisieren die Verbraucherschützer:innen von Öko-Test. Notenabzug gab es dafür für insgesamt fünf Produkte, darunter Babylove Anfangsmilch 1 (dm) und Babydream Anfangsmilch 1 (Rossmann).

Die weiteren Testergebnisse sind erfreulich: In den getesteten Produkten fanden sich die Fettschadstoffe 3-MCPD- und Glycidyl-Fettsäureester und auch Perchlorat und Chlorat nur in äußerst geringen Mengen.

Alle Testergebnisse kannst du in der Ausgabe 01/2023 oder online auf www.ökotest.de nachlesen.

Wenn du dich für die Ergebnisse der letzten Tests von Stiftung Warentest und Öko-Test zu Babymilch und Getreidebrei interessierst, lies gerne:

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