Öko-Test: Arsen und Mineralöl im Getreidebrei

Foto „Achievement unlocked" von Tatjana Kaufmann unter CC BY 2.0

Getreidebrei zum Anrühren ist schnell gemacht und besser fürs Baby als Brei mit Stracciatella- oder Keks-Geschmack. Doch auch in Getreidebreien können Schadstoffe stecken, wie eine aktuelle Öko-Test Untersuchung zeigt.

Ungefähr ab dem 4. oder 6. Monat beginnen die meisten Eltern mit der Einführung von Breikost. Für alle, die nicht die Muße oder die Zeit haben selbst zu kochen, gibt es fertige Instant-Getreidebreie, die mit Wasser oder Milch einfach angerührt und mit Obst verfeinert werden können. Sie bestehen aus verschiedenen Getreidesorten: meist Hafer, Dinkel, Weizen, Hirse oder Reis. Öko-Test hat 19 solcher Getreidebreie für Kinder ab dem 4. und 6. Monat getestet, alles Bio-Produkte, abgesehen von einem konventionellen Produkt.

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Bekanntes Problem: Arsen im Reis(brei)

Öko-Test März 2017
Öko-Test März 2017 (Cover © Öko-Test)

Reis ist häufig mit Arsen belastet, so auch die Getreidebreie im Test mit Reis. Acht der getesteten Getreidebreie enthalten Reis, vier davon ausschließlich. Wie zu erwarten sind sie teilweise stark mit Arsen belastet: Drei Breie überschreiten sogar den Grenzwert für anorganisches Arsen in Baby- und Kinder-Lebensmitteln. Dieser Wert gilt allerdings für die Ausgangsware, nicht für die verarbeiteten Produkte – wie Reisbreie – die häufig höher belastet sind: Durch die Erhitzung verliert der Reis Flüssigkeit und der Gehalt an Arsen konzentriert sich.

Arsen ist ein Halbmetal und ein natürlicher Bestandteil der Erdkruste. Problematisch wird es erst, wenn es durch Minen oder Bergbau in die Böden und ins Grundwasser gelangt. Auch Dünger, Pestizide oder die Nutzung fossiler Brennstoffe haben einen Einfluss auf die Verbreitung von Arsen. Die Reispflanzen nehmen es mit dem Wasser auf und reichern den Schadstoff in den Reiskörnern an.

„Da anorganische Arsenverbindungen als krebsauslösend für den Menschen klassifiziert sind, sollten Lebensmittel davon nur so wenig wie vernünftigerweise erreichbar enthalten.“,

so das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR).

Mehr über Arsen im Beitrag „Öko-Test: Arsen in Reiswaffeln auch bei Bio- und Kinderprodukten

Mineralölgehalte in drei Produkten stark erhöht

Ein weiteres bekanntes Problem in Lebensmitteln sind Mineralölbestandteile: Gesättigte Kohlenwasserstoffe (MOSH/POSH) können über Verpackungen aus recyceltem Altpapier oder durch den Einsatz von Schmierölen bei Prozessen in das Lebensmittel gelangen. Während MOSH sich im Körper anreichern können und im Tierversuch zu Organschäden geführt haben, gibt es für POSH bisher keine gesundheitliche Bewertung vom BfR.

Die getesteten Breie sind alle durch einen Innenbeutel geschützt, meist besteht dieser aus Aluminium. Aus der Siegelschicht der Beutel können POSH auf das Lebensmittel übergehen. Öko-Test hat in dem Pomps Kindergrieß vom Hersteller Kölln sehr stark erhöhte Gehalte der Mineralölbestandteile gefunden, in zwei anderen Produkten sind die Gehalte stark erhöht.

Zutaten: Zucker und Vitamin B1

Im Pomps Kindergrieß hat Öko-Test eine weitere unerwünschte Zutat gefunden: Zucker. Getreidebrei enthält von Natur aus Zucker und wird häufig mit Obst verfeinert, deshalb ist zugesetzter Zucker für Kleinkinder völlig überflüssig – schlimmer noch: Er gewöhnt das Baby an den süßen Geschmack und erhöht somit das Risiko für Karies und Übergewicht.

Im Gegensatz zu zugesetztem Zucker ist die Beigabe von Vitamin B1 (Thiamin) im Brei laut Öko-Test erwünscht: Gemäß der europäischen Richtlinie über Getreidebeikost für Säuglinge und Kleinkinder gibt es definierte Mindestgehalte an Vitamin B1. Obwohl Getreide – insbesondere Vollkorngetreide – eine gute Quelle für Thiamin ist, reichen die Werte meist nicht aus, um die Anforderung zu erfüllen und die Hersteller müssen deshalb das Vitamin zusetzten.

Baby-Getreidebrei: Testsieger und -verlierer

Testsieger: Der Bio Hirse Getreidebrei mit Reis von Alnatura
Testsieger: Der Bio Hirse Getreidebrei mit Reis von Alnatura (Foto: © Alnatura)

Drei der getesteten Getreidebreie bewertet Öko-Test mit der Note „sehr gut“:

  • Alnatura Hirse Getreidebrei mit Reis, Bio (2,06 Euro pro 250 Gramm)
  • Dm Bio Hafer Getreidebrei (1,75 Euro pro 250 Gramm)
  • Dm Bio Hirse Getreidebrei (1,75 Euro pro 250 Gramm)

Die Testverlierer mit der Note „ungenügend“ sind zum einen der einzige konventionelle Getreidebrei im Test, der Pomps Kindergrieß (1,04 Euro pro 250 Gramm) vom Hersteller Kölln: Er enthält zugesetzten Zucker und hat einen stark erhöhten Gehalt an Mineralölbestandteilen. Und zum anderen der Lebenswert Bio Reis Vollkornbrei (2,21 Euro pro 250 Gramm) vom Hersteller Holle, der einen erhöhten Gehalt an Mineralöl und einen stark erhöhten Arsen-Gehalt aufweist.

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Wenn die Möglichkeit besteht, ist selber kochen immer noch die beste Wahl. Wenn man Instant Getreidebreie wählt, dann sollte man zu Bio-Qualität und Produkten ohne zugesetzten Zucker greifen. Für eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung ist Vielfalt immer gut, deshalb ab und zu die Getreidesorte wechseln – und am besten jeweils die Vollkorn-Variante bevorzugen. Reis ist leider häufig mit Arsen belastet, deshalb lieber auf Hirse setzen, wenn es glutenfrei sein soll.

Der Test erscheint mit der aktuellen Öko-Test 3/2017 am Donnerstag, dem 23.02.2017.

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(2) Kommentare

  1. Ich bin verzweifelt auf der Suche nach einem Milch Ersatz Drink,bei dem die Verpackung nicht mit Aluminium innen ausgeschlagen ist.
    Wer super,wenn Sie mir helfen könnten.
    MFG
    D.Klotz