Glas, Edelstahl oder Kunststoff? Öko-Test hat 20 Babyflaschen getestet

Fotos: Ökotest

Babyflaschen gibt es inzwischen nicht nur aus Kunststoff, sondern auch aus Glas und Edelstahl. Doch sind die Flaschen auch frei von Schadstoffen? Öko-Test hat nur wenig zu kritisieren, aber einen guten Rat für Eltern.

Waren Babyflaschen früher stets aus Plastik, haben Eltern heute eine echte Auswahl. Viele Modelle aus Glas und Edelstahl können eine gute Alternative zur Kunststoff-Babyflasche sein. Einerseits können Eltern dadurch Plastik vermeiden, andererseits müffeln Flaschen aus Glas und Edelstahl nicht so schnell wie Plastik-Babyflaschen.

Aber wie steht es um kritische Schadstoffe? Öko-Test hat 20 Babyflaschen im Labor auf mögliche Problemstoffe untersuchen lassen – zum Beispiel auf Bisphenol A, Blei und Weichmacher.

Babyflaschen im Test: Die Testsieger bei Öko-Test

Das Ergebnis des Babyflaschen-Tests ist erfreulich: Kein Produkt ist besonders negativ aufgefallen, alle sind „sehr gut“ bis „gut“. Bisphenol A oder Weichmacher hat Öko-Test in keiner der untersuchten Babyflaschen gefunden. Auch die Sauger aus Silikon seien einwandfrei.

Diese vier Flaschen gehören zu den Testsiegern bei Öko-Test:

  • Glas-Babyflasche: Babydream Die Klassische Weithalsflasche M, 300 ml (Rossmann)
  • Glas-Babyflasche: Babylove Weithalsglasflasche von Geburt an M, 240 ml (dm)
  • Edelstahl-Babyflasche: Kid Kanteen Babyflasche 0-6 Monate, 148 ml, kaufen** bei Klean Kanteen, Avocadostore oder Amazon
  • Kunststoff-Babyflasche: Philips Avent Natural Flasche, 1m+, 260 ml, kaufen** u.a. bei Baby Walz, Babymarkt oder Amazon
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Öko-Test rät Eltern jedoch dazu, möglichst eine Babyflasche aus Glas zu wählen. Diese seien hygienischer. „Glas ist weniger anfällig für Kratzer, deshalb können sich keine Keime in Rissen ansammeln“, erklärt Öko-Test. Außerdem nimmt Glas keine Gerüche an und ist umweltfreundlicher.

Babyflaschen aus Plastik: (K)ein Problem?

Baby trinkt aus Babyflasche
Babyflaschen sind praktisch – aber sind alle frei von Schadstoffen? Öko-Test hat 20 Flaschen untersucht. (Foto: CC0 Public Domain / Pexels - Tatiana Twinslol)

Früher steckte in Babyflaschen aus Plastik oft Bisphenol A. Inzwischen ist der Stoff aber in Produkten für Babys und Kleinkindern verboten. Sind also Babyflaschen aus Plastik jetzt kein Problem mehr? Ganz so einfach lässt sich die Frage leider nicht beantworten. Denn für die Herstellung von Plastik ist weiterhin umwelt- und klimaschädliches Erdöl notwendig. Hinzu kommt die Diskussion um Mikroplastik, das sich laut einem Forscherteam aus Dublin aus den Babyflaschen herauslösen kann.

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Konkret ging es in der Dubliner Studie um Babyflaschen aus Polypropylen, die bei großer Hitze Mikroplastikpartikel abgeben. Typische Szenarien sind etwa das Sterilisieren, Erhitzen in der Mikrowelle oder die Verwendung mit heißem Wasser oder Tee. Dadurch könnten Babys mehr als eine Million Plastikteilchen pro Tag zu sich nehmen.

Öko-Test hat die Babyflaschen allerdings nicht auf Mikroplastik untersucht. Denn dafür gibt es noch keine standardisierten Methoden. Es ist also unklar, wie viel Mikroplastik sich aus den Plastik-Babyflaschen löst. Eltern können aber vorsorglich auf Flaschen aus Kunststoff verzichten und zu einem Modell aus Glas oder Edelstahl greifen.

Mikroplastik ist ein immer häufigeres Problem: Mikroplastik steckt in Kosmetik, löst sich aus Kunststoffprodukten und bleibt in Form von Reifenabrieb auf der Straße liegen. Mit der Zeit reichert sich das Mikroplastik in die Umwelt an und kann dort nur sehr schwer abgebaut werden. Es überdauert Jahrzehnte. Über Umwege landet das Mikroplastik oftmals wieder in unserer Nahrung; zum Beispiel weil es im Klärschlamm steckt und als Dünger auf dem Feld verteilt wird oder, weil Fische die kleinen Partikel für Nahrung halten. Bislang ist aber noch vollständig geklärt, welche Folgen das Mikroplastik für den Menschen hat.

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Öko-Test Babyflaschen: Blei an der Flasche entdeckt

Vorsicht bei einigen Baby-Glasflaschen: Das Dekor an drei Flaschen enthält das Nervengift Blei. Beim Trinken gelangt das Blei jedoch nicht in den Körper, sondern es könnte allenfalls zu Rückständen an den Händen kommen. Doch es sei nicht wahrscheinlich, dass sich überhaupt Bleipartikel lösen, meint Öko-Test. Dennoch hat das Nervengift Blei aus unserer Sicht an Kinderprodukten nichts verloren.

Alle Details findest du in der Ausgabe 04/2021 von Öko-Test sowie online auf www.ökotest.de.

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